Ein Fünftel weniger private Autokäufe in Osttirol

Autohandel mit der Gesamtbilanz 2012 dennoch zufrieden.

Anton Thum ist Sprecher der Osttiroler Autohändler. Foto: Tobias Tschurtschenthaler

2011 war ein Rekordjahr für die Autobranche, deshalb verschmerzen die Osttiroler Händler ein leicht rückläufiges Ergebnis im Jahr 2012. „Im Mehrjahresvergleich stehen wir immer noch positiv da“, erklärt Anton Thum, Sprecher der Autohäuser des Bezirkes.

2012 wurden in Osttirol 1237 Pkw neu zugelassen, um 130 Fahrzeuge oder 9,5% weniger als 2011. Das ist ein stärkerer Rückgang als bei den bundesweiten Verkaufszahlen, die um 5,65% zurückgingen. Auch dafür hat Thum eine Erklärung: „Das Österreich-Ergebnis ist von einer hohen Zahl an Kurzzeitzulassungen geprägt, die es in Osttirol nicht gibt.“

Schlüsselt man die Bezirksergebnisse auf, dann sticht die Zurückhaltung der Privatkunden ins Auge. Sie kauften um 19% weniger Fahrzeuge als im Jahr zuvor . Weil die Firmenkunden um sechs Prozent zulegten, blieb die Gesamtbilanz des Handels im Rahmen. Herausragend ist weiterhin der Siegeszug der SUVs. Bereits jedes vierte Auto kommt auch im Bezirk Lienz groß und geländegängig daher.

Weiterhin an Boden verlieren die Benziner gegenüber Dieselfahrzeugen und noch ein Ergebnis spricht Bände: In Osttirol wurde 2012 kein Elektrofahrzeug zugelassen. Der Bestand an Fahrzeugen hat sich insgesamt um 1,5% erhöht. Thum: „Von der Tendenz her decken sich alle Veränderungen mit dem gesamtösterreichischen Markt.“

Auf ein Merkmal trifft das allerdings nicht zu. Wie die Bewohner des Bezirkes sind auch deren Autos im Durchschnitt deutlich älter als anderswo. 39% der in Osttirol zugelassenen Fahrzeuge haben mehr als zehn Jahre auf dem Buckel. Im gesamten Bundesgebiet liegt dieser Anteil bei 36%.

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3 Postings bisher
PdL vor 5 Jahren

Danke vielmals Herr Lindler,

Sie werden allerdings verstehen, dass diese Situation für mich geradezu kafkaesken Charakter inne hatte und hätte ich nicht zwei Zeugen, würde ich wohl eher an meiner Wahrnehmung zweifeln.

Selbstverständlich steht es nicht in meiner Absicht, sämtlich Osttiroler Händler pauschal zu verurteilen.

Mit freundlichen Grüßen PdL

Lindler vor 5 Jahren

Lieber Herr PdL, da sind Sie vielleicht leider, wie man's nennt, an zwei "schwarze Schafe" geraten. Ich persönlich hatte bei all meinen Autokäufen - und das waren in den letzten 40 Jahren nicht wenige (leider war kein 100.000 Euroauto dabei) - nur absolut positive Erfahrungen bei den Ostt. Autohändlern verschiedener Marken gemacht und war stets zufrieden mit dem Angebot, Service usw. Schöne Grüße und viel Vergnügen mit dem jetzt hoffentlich passenden Auto.

PdL vor 5 Jahren

Wollen Osttiroler Autohändler überhaupt Autos verkaufen?

Ein absurdes Erlebnis vor vier Jahren bei der Osttiroler Automesse, lässt diesen Schluss zu:

Im Rahmen der staatlichen 1.500-Euro-Förderung wollte ich meinen 17 Jahre alten Kleinwagen verschrotten lassen und mir ein Auto in der Preislage von ca. 18.000 bis 20.000 Euro leisten.

Um unnötig lange Kaufgespräche zu vermeiden, bereitete ich mit Hilfe sogenannter Autokonfiguratoren via Internet bereits fix und fertig meine Wunschmodelle exakt vor - zwei waren es an der Zahl.

Mein Favorit ein Auto der Marke meines bisherigen Händlers. Bei der Osttiroler Automesse wollte ich dem Juniorchef den A4-Zettel auf dem mein konfiguriertes Auto vermerkt war überreichen und fragte nach dem Preis. Als ich merkte, dass der Autohändler unwillig war hier sich auf einen Preis festzulegen, bat ich ihn, er möge mich doch telefonisch kontaktieren, zu welchem Preis er mir das Auto verkaufen gedenke - er lehnte es ab, die Konfigurationsaufstellung anzunehmen. Der Überhammer: Dieser Autohändler beschwerte sich dann im Osttirol Journal, dass die Leute nur schauen, aber nichts kaufen wollten.

Zwei Bekannte, die mein Gespräch mit dem Osttiroler Autohändler mitverfolgten, schüttelten nur ungläubig den Kopf, ob der Dreistigkeit oder sollte man doch eher sagen Dummheit?

Bei meinem zweitrangigen Favorit, nahm der Autokäufer zwar meine Aufstellung entgegen, schaffte es allerdings nicht, nach einer Woche mich zu kontaktieren oder den Preis auszurechnen. Ich rief ihn an und er meinte, ja den Zettel hat er noch in seinem Sakko. Ich hörte nichts mehr von ihm.

Nach der Automesse, bei einem dritten Autohändler, trat ich schon aggressiver auf, obwohl er eigentlich nichts dafür konnte, und sagte ihm er soll mich morgen anrufen, wenn er Interesse hat ein Auto zu verkaufen. Er rief mich an, ich war mit dem Preis einverstanden und kaufte das Auto.

Da ich hier anonym poste, Angeberei ist mir zuwider, kann ich es mir erlauben zu sagen, dass ich auch ein Auto um 100.000 Euro mir leisten hätte können, ohne einen Euro Kredit aufnehmen zu müssen.

Aber ein derartiges dekadentes überhebliches Verhalten von Autohändlern konsterniert mich doch sehr und sie werden von mir ganz bestimmt keinen Auftrag mehr erhalten.

Und wie ich bemerke, auch einige meiner Arbeitskollegen kaufen grundsätzlich kein Auto mehr in Osttirol, - offensichtlich haben die Osttiroler Autohändler es wirklich nicht mehr notwendig.