Mängel im Lärmgutachten für das Kaufhaus Lienz?

In einem Schreiben an die Bezirkshauptmannschaft Lienz, datiert mit 30. Jänner 2013, kritisiert das Amt der Tiroler Landesregierung, dass angeforderte Unterlagen über die Schallemissionen des geplanten EKZ „Kaufhaus Lienz“ mangelhaft seien. Das Schreiben liegt der Dolomitenstadt-Redaktion vor. Großbauten und Tiefgaragen müssen be- und entlüftet werden, was Lärm verursacht, der – vereinfacht ausgedrückt – den Geräuschpegel der Umgebung nicht überschreiten sollte. Je nach Tageszeit sollten diese Schallemissionen beim konkreten Projekt nicht über 65 dB (Tag) und 55 dB in der Nacht liegen.

Die Behörde beklagt in dem zitierten Schreiben, dass die von den Kaufhaus-Projektanten vorgelegten Werte zwar niedriger sind, aber nicht normgerecht ermittelt wurden. Fazit: „Wie bereits im Rahmen der Verhandlung erläutert, sind die Schallemissionsangaben der haustechnischen Anlagen im Einreichprojekt nicht nachvollziehbar niedrig. Wie es sich am Beispiel des Axial-Rückkühlers nunmehr gezeigt hat, wurde offensichtlich laienhaft der Schalldruckpegel dem Schallleistungspegel gleich gesetzt. Da dieser Irrtum wohl systematischer Art sein dürfte, sind für sämtliche beantragten haustechnischen Schallquellen (nicht nur jene auf den Dächern) nachvollziehbare und dokumentierte Schallleistungsangaben … nachzubringen.“

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5 Postings bisher
sonnenstadtler vor 5 Jahren

@christian ...danke für die klare linie in deinem posting; die ist eindeutig :-)

...bin zwar noch keine 50+ bin aber trotzdem der meinung, dass der einkaufsstadt lienz so ein kaufhaus auf lange sicht eher wohlstand abzieht, als erhöht; die wertschöpfung in so einem tempel wird locker von den negativen nebenwirkungen aufgefressen - natürlich nur ganz regional betrachtet - der eine oder andere wird irgendwo schon daran verdienen, da habe ich keinen zweifel...

...erklären lasse ich das aber lieber wen anderen ;-))

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=QwhZnSQNLDU#!

nasowas vor 5 Jahren

Juhu! Babyboom durch M99!

Christian vor 5 Jahren

Jetzt muss ich mal einen Kommentar zum Thema "Kaufhaus Lienz" abgeben. Dieser Kommentar hat jetzt nicht unbedingt etwas mit dem Mangel im Lärmgutachten zu tun, gehört aber indirekt alles zusammen.

Ich kann mich schon fast gar nicht mehr an den Zeitpunkt erinnern, wo das damalige M99 ins Gespräch kam. Jetzt sind schon zig Jahre vergangen. Kaufhaus steht noch immer keines. Jährlich wandern Millionen von Euro nach Kärnten ab, die dem Bezirk Lienz eine bessere Kaufkraft bescheren könnten. Ich weiß und bin überzeug davon, wirtschaftlich gesehen ist der Bezirk Lienz immer noch stark zurückgeblieben ist und lebt im Hinterwäldtlertum. Kreative Konzepte werden fast ausschließlich von Nicht-Osttiroler präsentiert bzw. von Osttirolern, die längere Zeit im Ausland gelebt haben.

Ich weiß nicht ob der Osttiroler/die Osttirolerin überhaupt einen höheren Lebensstandard haben will? Wenn dem so sei, dann ist das erste Prinzip die Lebensqualität der Stadt zu erhöhen. Dies geschieht normalerweiße dadurch, dass man Attraktivitäten schafft. Ein Einkaufszentrum zähl mE zu so einer Attraktivität. Besteht eine so eine Attraktivität, fällt es bestehenden Unternehmen sicher leichter, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Durch diese Personalzufürhung gewinnt die Stadt meist an Einwohnerzahl. Mehr Einwohner bedeutet mehr Kohle für die Stadt. Mehr Kohle für die Stadt bedeutet, dass sich die Stadt mehr Ausgaben bezüglich Attraktivität leisten kann. Diesmal in einer anderen Form wie bsp. Stadtsaal-Renovierung. Diese Maßnahme hat wiederrum Einfluss darauf, dass die Stadt unter Umständen "gesund" wachsen kann. Ein "gesundes" Wachstum ist mE essentiell, da die Bevölkerungsstruktur im Bezirk katastrophal sein wird.

Ich denke, dass jene Leute, die sich über das Kaufhaus Lienz beschwerden (Altersklasse 50 plus) gar keine städtische Verbesserung wünschen. Jetzt befinden wir uns in einem negativen Teufelskreislauf der das ganze System rückwätz ablaufen lässt bis die Stadt wahrscheinlich weniger als 10.000 Einwohner hat von denen 75% dem Pensionisten sind (ist natürlich Worst-Case Szenario, aber mann muss alles in Betracht ziehen!).

Mein Tip: Entscheider dieser Region sollten anfangen vernetzt zu denken. Natürlich kann man jetzt auf obige Kommentare Gegenargumente finden wie "Marke Osttirol, natur Pur!" (wir verdienen unser Geld mit Abenteuer-Tourismus etc...). Da passiert aber auch nichts? Und wieso? Weil das Geld fehlt, das durch Betriebsansiedelungen und im Prinzip durch Attraktivitätsschaffung verdient wird. Wer jetzt meint, dass Industrieansiedelungen eine Verrschmutzung der Stadt bedeuten, der soll mal einen Blick zu einem der besten Forschungszentren im Osten der Stadt werfen. Die Stadt soll wachsen, der Rest des Bezirkes soll Natur bleiben. Das ist meine Meinung. Vielleicht bin ich jetzt ein bisschen vom Thema abgeschweift. Um jetzt auf das eigentliche Thema zu kommen: wieso kommen die Herrschaften erst jetzt drauf, dass das Lärmgutachten nicht korrekt ist? Fehlende Kompetenz? Ignoranz? Widerstände? Diese Meinung kann sich jeder selber Bilden.

Freue mich über eine fortführende Disskussion!

Der Dichter vor 5 Jahren

Ich bin ja mal neugierig, wie sich der Verkehr mit gleich zwei Tiefgaragenausfahrten in diesem Bereich tatsächlich entwickeln wird. Man kommt ja jetzt schon fast nicht mehr über die B100, egal mit KFZ, Fahrrad oder zu Fuß, da ja die Ampelintervalle nur noch für den Durchzugsverkehr ausgelegt sind und man gefühlte 5 min warten muss, bis es mal kurz grün wird...und wie sich die Lautstärke durch den Verkehr und Techn. Anlagen entwickelt, ist offenbar auch noch nicht klar... Also ich schätze ja mal, das Ganze wird in einem kleinen Chaos enden, da ja sowieso niemand wirklich weiß, was da auf uns Lienzer zu kommt...nur wie man das dann noch lösen kann, steht in den Sternen, die halt auch keine Lösung bringen werden...und es wird dann leider niemand die Verantwortung dafür übernehmen, denn es haben ja eh alle gewußt... Ich "freu" mich schon darauf, wenn dann die Diskussionen darüber los gehen...

hallo vor 5 Jahren

zum Glück gibt es die Gewerbebehörde, die solche Schwindeleien aufdeckt. Aus der Gemeindeführung hört man ja nur, dass die Projektanten "ach so ehrlich sind und sich an die Verkaufsflächen von 8.800m2 halten werden und nicht 12.000m2 errichten. Und der Verkehr ist auch gelöst!" . Nichts als Märchen! wir werden alle im Verkehrschaos ersticken an der B100! . Hoffentlich wachen auch die Zuständigen im Land auf und prüfen das Verkehrsgutachten nochmals genau.