Flugplatz Nikolsdorf wird bis Ende Juni saniert

200.000 Euro kostet die Sanierung. Ab 2015 muss ein neuer Pächter und Betreiber her.

Findet man bis 31. Dezember 2014 keinen neuen Pächter und Betreiber für den Flughafen Lienz-Nikolsdorf, wird er geschlossen.

Einstimmig beschloss der neu gewählte Aufsichtsrat des Tourismusverbandes Osttirol (TVBO) am Mittwoch, 6. Feber, die Bereitstellung von 200.000 Euro für die bescheidmäßige Sanierung des Flugplatzes Lienz-Nikolsdorf. Diese sieht vor, dass das Rollfeld auf beiden Seiten um jeweils drei Meter auf 18 Meter verbreitert und der Taxiway modernisiert wird.

„Da die Halter- und Betreiberfunktion des TVBO mit 31. Dezember 2012 ausgelaufen war, bestand dringender Handlungsbedarf“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende des TVBO, Werner Frömel. Würde bis zum 30. Juni 2013 keine bescheidmäßige Sanierung erfolgen, wäre die Halter- und Betreiberfunktion durch die Behörde nicht verlängert worden.

Allerdings sei die erneute Verlängerung auch eine mit Ablaufdatum. „Mit dem Stichtag 31.12.2014 steht der Tourismusverband Osttirol nicht mehr als Halter und Betreiber zur Verfügung“, betont Frömel. Dies war bei der Sitzung einhelliger Tenor. Findet der Tourismusvorstand bis dahin keine neuen Pächter und Betreiber, werde der Flugplatz stillgelegt. „Aber ich bin absolut zuversichtlich, dass das nicht passieren wird, da wir den Flugplatz in Nikolsdorf brauchen“, so Frömel. Als eventuelle Optionen würden sich die Fluggemeinschaft Osttirol, oder, so wie in Zell am See, privatwirtschaftlich orientierte Menschen anbieten.

Bis dahin plant der Tourismusverband in einem 2. Bauabschnitt eine erweiterte Sanierung. Diese soll von Landesseite mit rund 400.000 Euro finanziert werden. „Es gab bereits Gespräche mit Landeshauptmann Günther Platter, der jedoch darauf pochte, dass in dieser Sache zwischen Planungsverband und Tourismusverband Einigkeit herrschen müsse“, erzählt Hermann Kuenz, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender. „Da dies der Fall ist, stellt der Planungsverband Lienzer Talboden beim Land nun einen entsprechenden Antrag.“

Der 2. Bauabschnitt sieht vor, dass das Rollfeld um 120 Meter verlängert und auf den Bestand eine Asphaltdecke aufgetragen wird. „Auf dieser Länge kann beispielsweise eine Maschine des Typs Eclipse landen“, weiß TVBO-Obmann Franz Theurl. Also jene Maschinen, wie sie auch in der Liebherr-Flotte zu finden sind. Damit enden aber auch schon die Aktivitäten des TVBOs. „Mit den Planungen und ersten Schritten stellen wir nur die Weichen für den neuen Pächter, der ab 2015 übernehmen soll“, so Theurl.

Für alle Dolomitenstadt-Leser gibt es hier den genauen Sanierungsplan: PDF zum Download

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8 Postings bisher
Pflanzerl vor 5 Jahren

@gruenxi Mal abgesehen davon dass nicht jeder Flugplatz ein Flughafen ist (das ist ein gravierender Unterschied), liegt der nächste Flugplatz von Toblach aus in ..... Toblach! ;-) Für die Nikolsdorfer ist der Platz als Segelflugmagnet wichtig, für die ganze Region betrachtet eher nicht.

Siebengscheit vor 5 Jahren

Die Lage des Flughafens ist ungünstig. Vielleicht sollte man einen anderen Platz suchen oder die Bundesstraße verlegen.

gruenxi vor 5 Jahren

Argumente, dass der Flughafen für den Tourismus gebraucht wird, können ganz einfach widerlegt werden: Toblach, Sexten haben einen blühenden Tourismusverkehr. Wo liegt da der nächste Flug- hafen ? Vielleicht braucht Fa.Liebherr den Flughafen Nikolsdorf, damit ihre Manager schneller zum neuen Produktionsort in Indien kommen...

le corbusier vor 5 Jahren

Hat der Flugplatz eine wichtige wirtschaftliche oder touristische Bedeutung oder wird er nur von einem kleinen Kreis von Hobbypiloten benutzt? Kann mir jemand die Thematik erklären? Sollte ein Verein seine Anlagen nicht selbst finanzieren, wenn diese keinen besonderen touristische/wirtschaftlichen Nutzen für die Region bringen?

bergfex vor 5 Jahren

Hätten wir doch mehr Experten wie @ senf.... @ RSMRB.... @ Pflanzerl, das Leben wäre ein Klax.

Pflanzerl vor 5 Jahren

@RSMRB

Die Sache mit den 4m Spielraum kann ich dem veröffentlichten PDF nicht entnehmen. Aber dass es in Nikolsdorf öfters auch mal 30° hat ist ja auch kein Geheimnis. Aber die ganze Sache ist eh sinnlos - Liebherr fliegt gewerblich, und braucht damit größere Start- und Landestrecken. Die Sache ist eine Luftnummer! Aber vielleicht verzichten ja die Piloten von Liebherr auf Ihr Gehalt und fliegen nur privat in ihrer Freizeit nach Nikolsdorf. ;-) Normales menschliches Verhalten vorausgesetzt, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass JEDER EINZELNE AN- UND ABFLUG VON JETS IN LIENZ (VON LIEBHERR ODER SONST WEM) MINUTIÖS AUFGEZEICHNET WERDEN UND ANSCHLIESSEND EBENSO MINUTIÖS UNTERSUCHT WERDEN. Im Übrigen ist es mit gleicher an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur eine Frage von wenigen Tagen, bis Jet- und Fluglärmgegner publikumswirksam eine UVP veranlassen werden - durchaus nachvollziehbar, denn wo vorher kein Jetlärm war, kann wegen ein paar Metern Asphalt nicht auf einmal Jetlärm entstehen. Es würde mich nicht überraschen, wenn beispielsweise Herr Girstmair die wohl berechtigten und jahrzehnte alten Ansprüche seines fremdenverkehrsrelevanten Unternehmens (Flugschule) zu schützen versuchen wird. Gleitschirmflieger und Jets im selben Luftraum gibt es nicht. Entweder wird man Jets erlauben und dafür Girstmairs Fetzenflieger nicht - oder umgekehrt.

Darüber hinaus entscheidet sicherlich nicht ein Herr Wieser aus Innsbruck (der im Übrigen KEIN vereidigter Sachverständiger ist) ob eine UVP fällig ist oder nicht.

RSMRB vor 5 Jahren

Abgesehen von meiner persönlichen Meinung (Vor einigen Jahren war doch der Fortbestand des Flugplatzes massiv gefährdet weil er zu nahe am Berg liegt?) kommt mir hier einiges sehr verwirrend vor:

Wie hier berichtet betont Herr Theurl, dass auf der um 120m verlängerten Piste (Bauabschnitt 2) das kleine turbinenbetriebene Geschäftsreiseflugzeug vom Typ Eclipse 500 landen kann. Aus dem Sanierungsplan geht ja auch zweifelsfrei hervor, dass diese Aussage wahr ist. Allerdings frage ich mir, was man dann z.B. im Sommer mit diesem Flugzeug in Nikolsdorf machen will! Bei einer Lufttemperatur von 20°C kann es ja laut dem Plan noch starten - mit 4m Spielraum. Aber was machen, wenn es mal 25°C hat? Dann fehlen nämlich trotz Bauabschnitt 2 noch 83m auf die erforderliche Startstrecke. Hat sich darüber schon mal jemand gedanken gemacht?

senf vor 5 Jahren

beschluss des AR für mittelbereitstellung des TVB für den flugplatz, gerade noch rechtzeitig zum unsinnigen donnerstag: . mit 31. 12.2012 endet die zuständigkeit des tvb für den flugplatz, einen monat später werden dafür 200.00 euro locker gemacht. lachhaft! . wenn kein betreiber gefunden wird, dann wird der flugplatz nach zwei Sommersaisonen am 31.12.2014 stillgelegt. die kreditlaufzeit endet ein paar jahre später! noch lachhafter! . trotz nichtzuständigkeit plant der tvb einen 2. sanierungs-bauabschnitt, 400.000 soll das land berappen. wieviel es dann den tvb zusätzlich kostet, verschweigt man. denn: warum sollte das land für einen hobbyflugplatz 100% der modernisierungskosen übernehmen? es ist: nur mehr zum kugeln! . man hat herausgefunden, dass dann auch die liebherflotte landen kann, und das obwohl liebherr kürzlich unmißverständlich zum ausdruck gebracht hat, dass er keinen bedarf hat. grins! . der tvb finanziert also das hobby einiger weniger und die wirtschaftskammer erstellt zugleich ein touristisches leitbild und lässt herausfinden, wofür man in osttirol touristisch überhaupt steht und übernimmt damit ureigendste aufgaben des tvb? lachhafter gehts nimmer! . ja sind denn die herrn aufsichtsräte von allen sinnen, ist bei uns in osttirol denn alles wurscht? mir ist zum plärren (und vielen anderen auch). lebendiges urtirol, bleib uns noch lange erhalten, damit die halbe welt etwas zum lachen hat.