Osttirols Tourismusverband wird künftig „gläsern“

Alle Aufsichtsräte des Tourismusverbandes Osttirol erhalten Einblick in das Finanzgebaren.

Erhielten früher nur TVBO-Obmann Franz Theurl (Bild) und Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frömel Einblicke in das Finanzgebaren, so werden ab jetzt alle Aufsichtsräte darüber informiert. Foto: Martin Lugger

Unter dem Überbegriff Verwaltung und Finanzen beschloss der Aufsichtsrat des Tourismusverbandes Osttirol (TVBO) in seiner konstituierenden Sitzung einstimmig ein Kontrollsystem für die Finanzgebarung des Verbandes.

„Nachdem in den letzten fünf Jahren immer wieder Rufe nach externen Kontrollen laut wurden, haben wir uns darauf geeinigt, die Kompetenzen des Kontrolleurs Bernhard Dobernik zu erweitern, um ein internes Controlling noch effizienter zu gestalten“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Frömel.

So gibt es künftig nicht nur eine Bilanzprüfung durch Wirtschaftstreuhänder und die Aufsichtsbehörde, sondern auch einen vierteljährlichen Rapport über den Soll-Ist-Vergleich im Verband. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wird Dobernik dem Aufsichtsrat übermitteln. „Und zwar allen Aufsichtsratsmitgliedern“, betont Frömel.

Dies sei nicht nur ein absoluter Vertrauensbeweis gegenüber dem „Team Osttirol“, sondern auch ein wesentlicher Unterschied zu früher, wo nur Frömel als Aufsichtsratsvorsitzender und TVBO-Obmann Franz Theurl informiert worden seien.

Darüber hinaus soll, unabhängig von den quartalsmäßigen Berichten, bei Budgetüberschreitungen von 10.000 Euro ebenfalls jedes Mitglied des Aufsichtsrates informiert werden. „Dadurch werden alle aktiv in diesen Kontrollprozess miteinbezogen“, so Frömel.

Zudem werde neben der buchhalterischen Buchungsrichtigkeit auch überprüft, ob die veranschlagten Gelder so verwendet wurden, wie sie budgetiert wurden. „Womit eine echte Transparenz gewährleistet ist“, ist Frömel überzeugt.

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4 Postings bisher
Pepi Kreuzer Parkhotel Tristachersee vor 5 Jahren

DIE ZUKUNFT DES TVBO „GLASNOST oder GÖTTERDÄMMERUNG“ Zuerst glaubte ich an einen ziemlich argen Faschingsscherz und traute meinen Augen nicht, was Frömel und Theurl in Bezug auf Transparenz unglaubwürdigerweise von sich geben. Ich kann nur sagen, leider viel zu spät meine Herren, Sie hätten Zeit gehabt, Jahre früher zu reagieren. Widerspruch scheint der ständige Begleiter in euren Meldungen zu sein, bitte verzeiht aber es geht nicht mehr höher. Eure bisherige Haltung hat tiefe Vertrauensgräben aufgerissen und diese sind mit solchen fast kindischen Meldungen nicht mehr zuzuschütten. So muss man sich fragen, ob dieses permanente „Windspiel“ nicht doch die Frage aufwirft, ob „Ihr Beide“ für die Führung des TVBO überhaupt noch tragbar seid. Hier geht es um eine eminent wichtige Wirtschaftsfrage in unserer Heimat. Mit der nunmehrigen Aussage in Bezug auf Information der Aufsichtsräte geben sie öffentlich zu, die früheren Aufsichtsräte mehr oder weniger unrechterweise hinters Licht geführt zu haben. Die Osttirol Werbung, wie wir erfuhren, bleibt bestehen. Frage: Warum? Antwort: Um weiterhin Theurl’s „Finanz-Spielwiese GmbH“ einer externen Kontrolle wie bisher zu entziehen. Jedenfalls wundere ich mich, dass sich Frömel und Theurl plötzlich anmaßen, Transparenz anzukündigen. Im Volksmund heißt es „den Bock oder die Böcke zu Gärtnern zu machen“.

Pepi Kreuzer – zahlendes Mitglied des TVBO PARKHOTEL TRISTACHERSEE

hoidanoi vor 5 Jahren

Vertrauen sei gut, Kontrolle aber besser, heißt es. Im TVBO schien das nicht gegolten zu haben, weil offensichtlich die, die kontrolliert werden sollten, denen nicht vertrauten, die sie kontrollieren sollten. Jedenfalls in den letzten fünf Jahren. Jetzt aber ist alles anders. Jetzt hat man beschlossen, Kontrolle ist doch gut.

An sich Selbstverständliches wird so präsentiert, als ob es vollkommen Ungewöhnlich wäre. Sensationelles wird verlautbart. Sensationell deshalb, weil Kontrolle durch den Aufsichtsrat im TVBO in den letzten 5 Jahren keine Selbstverständlichkeit war.

Dabei handelt es sich bei der Offenlegung der Gebarung des TVB gegenüber dem Aufsichtsrat weder um einen Gnadenakt noch um einen überraschenden Vertrauensbeweis (sic! Die Wortwahl des AR-Vorsitzenden lässt tief blicken). Die Kontrolle des Vorstandes ist ureigenste Aufgabe des Aufsichtsrates, dem vom Gesetzgeber ein Wirtschaftsprüfer zur Seite gestellt wurde. Basis dieser Kontrolle ist die Kenntnis der Gebarung des Verbandes, darunter auch der Mittelverwendung innerhalb der Osttirolwerbung. Letztere wird explizit nicht erwähnt, weswegen eine Nachfrage an dieser Stelle angebracht ist.

Bei genauer Durchsicht der Frömel-Zitate stellt sich die Frage, warum Obmann wie Aufsichtsratsvorsitzender dem vorherigen Aufsichtsrat misstrauten. Wie konnte der Aufsichtsrat jemals Entlastungen empfehlen, wenn er - wie in dem Artikel zitiert – keinen Zugang zu relevanten Informationen hatte? Wie konnte er überhaupt irgendetwas empfehlen?

Was bis jetzt nur vermutet werden konnte, findet in den von Obmann und Aufsichtsratsvorsitzenden getätigten Aussagen seine Bestätigung: Es gab Aufsichtsräte, die nichts wissen durften. Wer zum auserwählten Kreis der Wissenden gehörte? Laut Artikel nur der Aufsichtsratsvorsitzende. Pikant.

Es ist zu begrüßen, dass das Controlling effizient gemacht werden soll. Die konziliante Stimmung innerhalb des Gremiums lässt hoffen. Vor allem darauf, dass aufgrund effizienter, aktiver Kontrolle das Vertrauen der Mitglieder in den TVBO wiederhergestellt werden kann. Sonst wird bald wieder der vertraute Ruf nach externer Kontrolle laut werden.

Ob und wie die Regionalbeiräte mit einem allfälligen verästelten Ortsgruppenunterbau funktionieren werden, wird die Zeit zeigen. Der Schritt an sich ist nicht so schlecht, wie manche glauben machen wollen. Das Konstrukt wird mit Leben gefüllt werden müssen, was für alle viel Arbeit bedeutet.

Bis jetzt gibt es Formulierungen und eine neue Geschäftsordung. Und zwei Männer an der Spitze, die sich in der Vergangenheit so verhalten haben, dass ihnen zwar einiges zugetraut wird, nur kein allzu großes Vertrauen geschenkt wird. Aber geschenkt wollen die beiden sicher nichts. Sie werden sich dieses Vertrauen verdienen müssen.

@ max24: Warum sollten wir auf die Jännernächtigungszahlen vergeblich warten müssen? Unter http://www.tirol.gv.at/themen/zahlen-und-fakten/statistik/tourismus/ kannst Du Dir jederzeit Überblick verschaffen - normalerweise werden die Zahlen des vergangenen Monats gegen den 22ten des Folgemonats veröffentlicht.

max24 vor 5 Jahren

Wenn schon "gläsern", ich warte schon gespannt auf die Nächtigungsstatistik vom Jänner 2013. Wir werden wohl vergeblich darauf warten!!

42na95 vor 5 Jahren

Applaus !!! 5 Jahre !!!