Robert Mayer beendet seine sportliche Karriere

Mangels Chancengleichheit hört Osttirols Ausnahmeathlet im Behindertensport auf.

Zehn Jahre lang stand Robert Mayer für Rekorde und viele nationale und internationale Erfolge. Foto: Martin Lugger

Robert Mayer, Osttiroler Behindertensportler der Extraklasse und Teilnehmer an den Paralympics in London, verkündete am Montag, 18. Feber, überraschend sein Karriereende. „Ich habe viel erreicht und vielen Leuten – vor allem mir selbst – gezeigt was alles möglich ist. Aber irgendwann ist es an der Zeit kürzer zu treten“, erzählt Mayer.

Erleichtert wurde ihm die Entscheidung durch die Zusammenlegung der Gruppen, wodurch nun Athleten mit einer Unterschenkelprothese gegen Sportler mit zwei Prothesen antreten müssen. „Dadurch sind einfach zu viele Doppelunterschenkelamputierte am Start, gegen die man auf meiner Spezialdistanz über 200 Meter chancenlos ist“, so Mayer.

Belegt wird diese These durch die Rennen bei den Paralympics in London. Selbst die Weltrekordleistung, die ein Teilnehmer mit „nur“ einer Prothese in London gelaufen ist, reichte durch die Zusammenlegung der Gruppen letztlich nur zu einem vierten Platz.

Noch im Vorjahr vertrat Mayer die österreichischen Farben bei den Paralympics in London, wozu ihm Bundespräsident Heinz Fischer viel Erfolg wünschte. Foto: Baldauf

Trotz des Rücktritts will Mayer dem Sport aber erhalten bleiben. „Obwohl ich in den letzten zehn Jahren viele nationale und internationale Erfolge feiern konnte, gibt es noch unzählige Ziele die ich erreichen möchte“, gibt sich Mayer kämpferisch.

Allerdings könne er sich nicht mehr dazu aufraffen, täglich bei jedem Wind und Wetter sein Trainingsprogramm zu erfüllen, um dann als 32-Jähriger gegen Athleten antreten zu müssen, die mit ungleich besseren Voraussetzungen an den Start gehen.

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1 Posting bisher
bergfex vor 5 Jahren

Wurde bis jetzt nicht immer behauptet, daß Athleten mit einer Unterschenkelprothese, gegenüber "gesunden" Läufern im Nachteil wären ? Meiner persönlichen Meinung nach ist das aber lt. Artikel nicht der Fall.