Mehr Geld für Osttiroler Gemeindekooperationen

Finanzlandesrat Tratter hält Zwangsfusionierung von Gemeinden für nicht zielführend. 

Landesrat Tratter betonte, dass Osttiroler Gemeindekooperationen künftig sehr gute Chancen auf Förderungen haben.

Im Rahmen einer Bilanzreihe besuchte Finanzlandesrat Johannes Tratter am Mittwoch, 20. Feber, auch Osttirol.  Dabei betonte Tratter, dass der Bezirk Lienz auf einem guten Weg sei. Zwar liege Osttirol im wirtschaftlichen Bereich noch immer unter dem Landesdurchschnitt. „Die Spanne ist jedoch wesentlich geringer geworden“, erklärte Tratter.

Dennoch müsse der Bezirk bei diversen Projekten finanziell stärker gestützt werden, als beispielsweise die Bezirke Kitzbühel oder Kufstein. Daher habe Osttirol in den letzten fünf Jahren 35,5 Millionen Euro aus dem Gemeindeausgleichsfond erhalten. Zum Vergleich: Für ganz Tirol wurden im selben Zeitraum 427 Millionen aufgewendet. „Hochgerechnet auf die Einwohnerzahlen, erhielt Osttirol somit pro Kopf mehr Geld als im Landesschnitt“, so Tratter.

Künftig könnte man sogar noch mehr Gelder lukrieren. Allein für 2013 sind 100 Millionen Euro für den Gemeindeausgleichsfonds vorgesehen. Damit sollen vor allem auch Kooperationsmaßnahmen zwischen den Gemeinden unterstützt werden. Von Zwangsfusionierungen hält Tratter indes wenig. „Wenn Gemeinden jedoch freiwillig fusionieren möchten, können sie das gerne tun.“

Ein weiterer Schwerpunkt in Tratters Bilanz war die Raumordnung. So sollen Ortschaften künftig wieder nach innen, statt nach außen hin verdichtet werden. „Beispielsweise dadurch, dass sich die Lebensmittelhändler wieder in den Ortskernen ansiedeln“, schlägt der Finanzlandesrat vor.

Er sei davon überzeugt, dass die große Zeit der Einkaufszentren (EKZ) außerhalb der Ortschaften vorbei sei. „Einen Fall wie beim EKZ in Nußdorf-Debant wird es nicht mehr geben“, verspricht Tratter. Dafür sorge inzwischen auch eine neue Regelung. Sollte ein Bürgermeister künftig dagegen verstoßen, müsse er mit einem Verfahren wegen Amtsmissbrauches rechnen.

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3 Postings bisher
dacapo vor 5 Jahren

Wahlen kommen und LR Trattner spendet Trost und gibt Hoffnung. Osttirol ist bei Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Kaufkraft etc. zwar hinten, aber nicht mehr soweit! Bei der Kaufkraft unter den letzten in Tirol, und Tirol unter den letzten in Österreich, also letzter unter den letzten. Dafür hat man lt. meiner bescheidenen Rechnung im Durchschnitt pro Bezirk ca. 47,4 Mio ausgegeben, für Osttirol 35,5 Mio, also 11,9 Mio weniger als im Durchchnitt, dafür aber pro Kopf mehr als im Landesschnitt (warum wird wohl dieser Indikator genannt?). Nicht berauschend, wenn man was verändern wollte. Aber vielleicht will das ja keiner. Vielleicht könnte man ja auch besseres Zahlenmaterial bereitstellen.

Interessant ist auch, daß nachdem vieles nach außen verdichtet worden ist (Lienz, Matrei, Debant etc.), jetzt wieder nach innen verdichtet werden soll, es folgt also die Retourverdichtung, mit Lebensmittelhändlern im Ortskern, die sich dann mit den EKZ und Märkten aussen "matchen". Das wird spannend.

Aber es gibt auch Hoffnung, vage, unverbindlich und schwammig formuliert: "Zukünftig könnte man sogar noch mehr Gelder lukrieren".

Mehr kann man wirklich nicht verlangen.

sonnenstadtler vor 5 Jahren

@hubert: ...ich finde, dass rationalisierungsgedanken in dieser art (zusammenlegungen, zentralisierungen...) nur sehr bedingt noch weiterhin zielführend sein können; teilweise wurde der bogen meiner meinung nach sogar schon überspannt; ...wenn auch manche gruppe übereifrig sich ausgestattet hat, aber alles was z.B. für feuerwehren gekauft und gebaut wurde/wird ist auch zu einem überwiegenden anteil von deren eigenen leuten für die region geleistet worden und es geht kaum ein zuschuss über das land hinaus "verloren"; ...von gesellschaftlich positiven nebeneffekten der vielen freiwilligen vereine erst garnicht zu reden!!!

...was macht es schon aus, das eine oder andere gemeindehaus einzusparen, das personal zu reduzieren und zentralisieren??? ...wollen wir das wirklich von unserer politik vielleicht sogar noch fordern???

...wer kann das auf landesebene überhaupt bewerten, wenn nicht einmal korrekt buchhaltung gemacht wird (außer in vorarlberg) und darum auch kaum wer weiß, ob die riskant eingesetzten steuergelder am finanzmarkt nun einen gewinn oder einen verlust "erspekuliert" haben???

...die fehlenden summen in den öffentlich- und halböffentlichen landeskassen sind da wie dort dermaßen groß, dass es ja kein geheimnis mehr sein kann, wie das vorzeichen nach den notgebremsten zockerorgien wohl ausschauen wird; und in anbetracht dessen klingt es mir fast wie ein hohn, wenn da landesfinanzer im vorwahlkampf in die bezirke geschickt werden um mit vergleichsweise "wenigen kröten auf regional zu spielen" ...dazu noch frech gemeindefussionierungen als sparpotential in den mund nehmen! „Creating Shareholder Value“ auf tirolerisch???

hubert vor 5 Jahren

... kein Dorfkaiser, und sei es noch so eine kleine Gemeinde, wird freiwillig zurücktreten und einer Fusionierung mit einer anderen Gemeinde zustimmen. Da wäre wohl sehr viel Sparpotential gegen. Auch die vielen Feuerwehrhäuser mit den immens teuren Geräten und Fahrzeugen, wo es bei Einsätzen meist sowieso an Personal mangelt, könnten eingespart werden.