Alpgenossenschaft bricht Speichersee-Gespräche ab

Ein wichtiges Lienzer Tourismusprojekt gerät unter parteipolitische Räder.

Der Speichersee auf dem Zettersfeld müsste dringend erweitert werden. Jetzt stocken die Verhandlungen mit den Almbauern. Foto: Zlöbl

Schwere Geschütze fuhr heute die Alpgenossenschaft Agrargemeinschaft Zettersfeld gegen die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf. Sie nenne mit Blick auf die Landtagswahlen bewusst falsche Zahlen, schüre Neid und vergifte das Gesprächsklima. Stein des Anstoßes ist eine kolportierte Entschädigung von 200.000 Euro, die die Agrargemeinschaft angeblich von den Lienzer Bergbahnen fordert.

Es geht um den Ausbau des Speicherteiches auf dem Zettersfeld, ein touristisches Leitprojekt, dem der TVBO höchste Priorität einräumt. Neuerdings wird dieses Projekt auch als Maßnahme zum Hochwasserschutz gesehen.

Seit aber am Dienstag in einer Boulvardzeitung eine mögliche Entschädigungssumme von 200.000 Euro auftauchte, sehen die Almbauern buchstäblich rot: Georg Girstmair, stellvertretender Obmann der Alpgenossenschaft erklärt in einer geharnischten Aussendung, diese Zahlen seien weit überhöht und würden jeder Grundlage entbehren. Girstmair schießt sich auf Elisabeth Blanik ein, die er als Urheberin des Gerüchtes vermutet.

Elisabeth Blanik ist sich keiner Schuld bewusst: „Ich habe nie eine Summe genannt und bin in die Verhandlungen nicht eingebunden.“ Foto: Tobias Tschurtschenthaler

Die Lienzer Bürgermeisterin dementiert: „Ich habe weder eine Zahl genannt, noch ist mir bislang überhaupt eine Summe aus den Verhandlungen bekannt“. Sie äußere sich ganz bewusst nicht zum Thema Agrargemeinschaften und sei auch nicht in die Speicherteich-Verhandlungen eingebunden. Die führe der Vorstand der Lienzer Bergbahnen, Klaus Hofstätter. Der geriet ebenfalls in die Schusslinie der Almbauern, die ihn einen „treuen Wahlhelfer“ Blaniks nennen und jetzt sogar die Verhandlungen beenden.

„Über Jahrzehnte gab es ein positives Gesprächsklima mit den wechselnden Verantwortlichen der Bergbahnen. Darauf aufbauend wurden mehrfach Gesprächseinladungen, auch an Elisabeth Blanik als Eigentümervertreterin ausgesprochen, zuletzt vor wenigen Tagen, doch bis dato leider vergeblich“ beklagt Georg Girstmair. Die Bürgermeisterin sieht das völlig anders: „Mir ist weder der Herr Girstmair bekannt, noch habe ich bislang eine Einladung erhalten“, erklärt sie gegenüber dolomitenstadt.at.

Die Alpgenossenschaft ist jedenfalls brüskiert, spricht von „unerträglichem Populismus“ und bricht demonstrativ die Verhandlungen ab. Girstmair: „Wir hoffen, dass nach der geschlagenen Landtagswahl wieder die Vernunft in Liebburg und Bergbahnen einkehren werden.“

Weder Bergbahnenchef Klaus Hofstätter noch die Pressesprecherin der Bergbahnen, Magrarita Ram-Wallensteiner waren heute für dolomitenstadt.at erreichbar.

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16 Postings bisher
fb vor 5 Jahren

@ Theurl in KZ: eine neue Facette tut sich auf: Da wundert sich Mr. Allmächtig, der nahezu 50% Eigentümervertreter ist, ob man - die LBB - den Speicherteich überhaupt bauen möchte. Lieber Franz Theurl - wenn du deine Vertreter im AR ser LBB nicht mehr im Griff hast ( was ja eigentlich mit dem Hochstein und Osttirodler schon beiesen wäre - , wenn man als 50% Eigentümer in diese wichtige Sitzung geht und nicht weiß, ob der Speicherteich durchgeht, dann wäre es Zeit, still und leise davonzugehen. Arrivederci!

DEMI vor 5 Jahren

@ insider Zur näheren Information eines Insiders: In Tirol gibt es rund 2000 Agrargemeinschaften, Davon betrifft das Theme Gemeindegut soviel ich weiß 265 - ist ca 13% Also wäre vorerst zu klären ob das in diesem Fall so eine ist. Man sollte also nicht immer alles verallgemeinern. An Pargger und andere Parteigenossen und diverse Boulevard-Blätter möchte ich folgenden Appell richten: Auch wenn gerade Wahlen anstehen sollte man nicht versuchen jedes Thema für den Wahlkapf zu mißbrauchen - es kommt selten was Gutes dabei heraus. Mit etwas gutem Willen von beiden Seiten und weniger Störung von Außen kommt man sicher zu einem für beide Seiten annehmbaren Ergebniss

hoidanoi vor 5 Jahren

Am Anfang war die Behauptung:

Wir wissen nicht einmal, ob die Alpgenossenschaft sich uneinsichtig zeigte und die LzBB als Melkkuh missbrauchen wollte. Wir wissen nur, dass Günther Hatz "exklusiv" aus unbekannter Quelle - O-Ton KlZ. 28.02.2013 "Die Agrarier wollen von den Bergbahnen einen stattlichen Betrag als Pachtpreis. Die Rede ist von jährlich bis zu 200.000 Euro." Wer diese Behauptung aufgestellt hat? Bis jetzt kennen wir sie nur aus der Feder des Redakteurs.

Bilanz dieser Behauptung:

Abbruch der Verhandlungen, mögliche Verzögerung des Ausbaus des Speichersees für die Wintersaison 2013/14, damit drohende Einnehmens-Verluste für Alpgenossenschaft wie LzBB und den touristischen Talboden gegenseitige Schuldzuweisungen, viel verbrannte Erde, viele "Exklusiv"-Meldungen für ein angebliches Boulevard-Medium, dem in Ermangelung eines Boulevards auch die dunkle Gasse recht ist, zu guter Letzt die Abmahnung für einen unglücklich interagierenden Vize-Bgm, der nicht nur technisch minderbegabt zu sein scheint.

The same procedure as every year, also das übliche grobmotorische Gehampel und Um-Sich- Schlagen, das viele blaue Augen, viel Klärungsbedarf und erhitzte Gemüter hinterlassen wird. Ist dieser Zustand gewollt? Hat der Stichwortgeber, der Behauptungs-Aufsteller beabsichtigt, dass im Zuge der üblichen, vorhersehbaren Mechanik die Bauern einerseits als auch die Stadtregierung andererseits schlecht da stehen? Braucht man sowas direkt vor der Landtagswahl? Hat man das notwendig? Sollen die Bauern - neuerdings Agrarier genannt - nach der besonders vom Kleinformat geförderten Lesart als die raffgierigen Orks des Alpenraums erscheinen? Alles Fragen, die sich ohne die Offenlegung der Quelle für die 200.000,-- Euro -Behauptung nicht klären lassen werden.

Nicht zu vergessen ist, dass sich alle Beteiligten aber auch wunderbar für derlei Ränkespiel eignen. Ohne Überprüfung von Fakten wird geglaubt und sofort aus der Hüfte drauflos geschossen, was das Zeug hält. Total überrascht, wem geglaubt wird: Da kommt ein bezirksbekannt leichtgläubiger Kolporteur (es kommt eben auf die Quelle an) mit einer Behauptung daher, stellt sie in den Raum, und los geht's. Am Ende will's keiner gewesen sein.

Es wird Zeit, dieses unwürdige Theater zu beenden. Schnellstens. Der Schaden ist noch abwendbar. Verhandlungen können wieder aufgenommen werden. Auch vor der Landtagswahl. Alle Beteiligten würden keinen Gesichtsverlust erleiden, gingen sie jetzt offen aufeinander zu und lösten das Problem. Sie würden gewinnen. Wie auch schon im Fall des TVB zeigt sich, die Kommunikation mittels Kleinformat ist nicht hilfreich. Sie schadet. Miteinander statt übereinander zu sprechen wäre hoch an der Zeit. Fehlt auch dazu der Wille, dann werden sich die umliegenden Bergbahnen artig beim Stichwortgeber bedanken.

P.S.: @ senf: Der Bahnhof in Vierschach, nicht Innichen soll verlegt werden.

senf vor 5 Jahren

das zettersdfeld ist eines der schönsten schi- und ausflugsgebiete in osttirol und daher zugleich naherholungsgebiet für die talgemeinden. leider kommt es durch die tollpatschigkeit und den fanatismus von herrn pargger in denkbar schlechten ruf und dass wir in osttirol nicht weiterkommen, ist leider auch auf solche aktionen zurükzuführen. der agrargemeinschaft steht sicher auch eine entschädigung zu, sie verliert tatsächlich ja auch weidegebiet und damit erträge. das abgeltungsausmaß (einmalig oder jährlich) dürfte ja die bauernkammer leicht berechnen können, es handelt sich ja hier nicht um einen prototyp in den alpen. ich denke, dass herr pargger hievon sicher keine ahnung hat und zweimal die falsche adresse war (arbeitnehmervertreter + Eigentümervertreter). . nachdem die agrargemeinschaft ja auch inhaber des bergrestaurant steinermanndl ist, und daraus ja laufend erträge erzielt, aber leider derzeit wieder einmal nach einen pächter sucht, sollte man fairnis gegenüber den LBB zeigen, denn man ist ja gegenseitigig auf sich angewiesen (strom, wasser, kanal, zubringer, konsumenten, konsumentinnen ...). keinesfalls sollte man die LBB mit einer melkkuh verwechseln, vor allem wenn sie galt ist. (die modernisierung der gondelbahn steht ja auch an, meint das getriebe).

bemerkenswert für mich ist der aufschrei von den herren köll und schiffmann, die ja beide den stundentakt der bahn nach südtirol forcieren. wie man hört, soll in innichen ja der bahnhof direkt an die talstation der bergbahnen verlegt werden. damit schafft man ja einen tollen skifahrer-zubringer aus osttirol. für den lienzer raum ein tolles angebot!! umgekehrt sieht es leider schlecht aus, denn die beiden lienzer schigebiete sind ja zu weit vom bahnhogf lienz entfernt und im oberland ist es ja ähnlich. freuen wir uns, dass die osttiroler politik, insbesonders die der övp nun endlich den kaufkraftabfluss aus osttirol weiter fördert. . das meint ein iseltaler!

anton2009 vor 5 Jahren

@an insider. Wenn nun vielleicht doch (höchste Zeit!) die Grunbesitzrechte von den Agrargemeinschaften an die Gemeinden zurückgeführt werden, dann haben die Agrargemeinschaften aber immer noch Nutzungsrechte! Diese Nutzungsrechte gilt es dann, wie auch immer, abzugelten! Stadtpolitiker sollten die Interessen der Stadt vertreten und sich nicht vor den Karren der Agrargemeinschaften als Zugesel spannen lassen!

neugierig. vor 5 Jahren

Zu erst mal, der Speicherteich gehört zur Gemeinde Nußdorf-Debant (Obernußdorf)!!!

Was mich aber mehr interessieren würde, wieviel wollen denn die Agrarier dann wirklich haben? Aber liebe Politiker und Touristiker, streitet nur weiter...es ist kein Wunder, dass die Lienzer BB so unglaublich toll dastehen. Auf der einen Seite wird der Hochstein bei best beschneiter Schneelage zugesperrt (werden die paar Angestellten wohl zu viel kosten, egal wieviel die Beschneiung z.B. Energie, Wasser und somit Geld verschlungen hat), auf der anderen Seite will jeder seine Gier bedienen und es muss ALLES rausgeholt werden, was nur geht... aber auch wieder egal, ob der Speicherteich event. dann gar nicht mehr erweitert wird, da man keine Verhandlungen mehr führen kann oder will. Und wenn der Hochstein stirbt, hat man halt dort die Beschneiung auch für die Katz in die Erde eingegraben...aber vielleicht kann man sogar so eine Anlage auch weiter verkaufen, muss man´s halt wieder ausgraben, wenns nicht mehr gebraucht wird...

Und dann gibt es da noch einen Herrn Pargger...bei dem kennt man sich in letzter Zeit auch nicht mehr so recht aus, was der VizeBGM so alles will...ist doch wieder mal das beste Bsp., dass man entweder Politiker ODER Touristiker bzw. Aufsichtsratmitglied für die LBB ist...wofür soll der Arme sich nur entscheiden, wenn solche Interessensunterschiede vorliegen???? Vielleicht doch mal ein Amterl zurückgeben, dann kommt so ein Unsinn nie in die Öffentlichkeit!

boarium vor 5 Jahren

@insider: Das Zettersfeld ist Lienz? Ich dachte Thurn und Nußdorf-Debant. Was somit - unabhängig von der Position zu den Agrargemeinchaften im Allgemeinen - bedeuten würde, dass Lienz halt an Thurn zahlen müsste. Welchen Empfänger man für besser hält, ist jedem selbst überlassen. Aber Lienz müsste in jedem Fall zahlen...

Insider vor 5 Jahren

Betrachten wir das Ganze doch einmal aus rechtlicher Sicht: Schon seit einigen Jahren gehören laut Höchstgerichte Einnahmen aus Vermietung/Verpachtung von Agrargemeindegrund für Schigebiete eigentlich den Gemeinden und nicht den Agrargemeinschaften. Wenn es nach allen Parteien in Tirol geht - außer der ÖVP - dann sollten alle Agrargemeinschaftsgründe sowieso wieder den Gemeinden rückübertragen werden. Dann wäre ja alles klar und es bräuchte auch keine Verhandlungen. Der (Mit-)Eigentümer Stadt Lienz wird sich wohl nicht selber sozusagen als Grundeigentümer eine Entschädigungssumme aufbrummen. Die Stadt könnte dabei sogar noch was verdienen, denn wenn das Projekt wirklich als Hochwasserschutz angesehen werden kann, dann werden vielleicht noch Gelder von der Wildbach- und Lawinenverbauung flüssig...

fb vor 5 Jahren

Ein Sittenbild, was Verantwortung und Korrektnis betrifft liefert Herr Pargger - lt. Artikel der Kleinen Zeitung: Dort bestätigt er, dass er die Aussendung der Agrargemeinschaft, weil er Aufsichtsrat der LBB ist, korrigiert hat. Als Aufsichtsrat müsste er doch wohl auf die LBB schauen, nicht den Verhandlungspartner(gegner) stärken. Diese Pflicht ist gesetzlich vorgegeben, das parteipolitische Wohlwollen der Bauern müsste da eigentlich hintanstehen. Nicht ertaunlich ist, dass diese Arbeit in der Arbeiterlkammer erledigt wurde.

seppl17 vor 5 Jahren

@Leonhard Warten Ursprünglich die Gratisschikarten nicht zur Abgeltung diverser Zaunreparaturen? Kann mich beim letzten Satz voll anschließen! NS: Zur Schließung der Hochsteinbahnen am 10. März, Ganz einfach - je weniger Öffnungstage desto besser das Geschäftsergebnis. Die Saisonkartenfahrer werden es der BB nächstes Jahr danken.

Leonhard vor 5 Jahren

Schrecklich dieser Regional-Boulevard mit Hatz und Ruggenthaler: Ohne ordentlich zu recherchieren wird einfach darüber berichtet, dass die schlimmen Bauern 200.000 Euro für den Speicherteich fordern. Die arme Bürgermeisterin reagiert ein wenig unbeholfen und redet von Gratis-Liftkarten für die Alpgenossenschafts-Mitglieder und dass die Liftler für diese auch noch Zaun machen müssen.

Die ÖVP nützt die Situation schamlos aus und geht über Obmann Alois Lugger auf die Bürgermeisterin los, die eigentlich gar nichts dafür kann. Am klügsten handelt Bergbahnen-Vorstand Hofstätter, der nichts über das laufende Verfahren gegenüber den Medien sagt.

Vielleicht wäre es für die Bürgermeisterin auch vorteilhaft, wenn sie in Zukunft ein bisschen weniger aus dem Nähkästchen plaudern würde, vor allem gegenüber diesem primitiven Kleinformat.

hoidanoi vor 5 Jahren

@ bergfex:

Den Schweizern ist ja einiges zu zutrauen, aber das?

DEMI vor 5 Jahren

Es ist nicht das erst mal das Frau Ruggenthaler versucht Stimmung gegen Agrarier und damit gegen die Bauern zu machen. Man muß das Feurechen immer schön schüren, sonst geht es noch mal aus. Gehts Ihr nur um die Schlagzeilen, oder steckt mehr dahinter? Eigentlich sollte man das ABO kündigen

bergfex vor 5 Jahren

Wer hat’s erfunden?.........Frag nach bei Riccola .

hoidanoi vor 5 Jahren

Die Frage wurde dem Redakteur des Kleinformats schon einmal gestellt: Wer hat's erfunden? Im konkreten Fall: die kolportierten 200.000,-- Euro, die keiner der Beteiligten genannt haben will. Girstmair nicht, Blanik nicht, Hofstätter nicht. Keiner will's gewesen sein. Und vielleicht war's auch keiner der Genannten.

Weswegen die Frage zu wiederholen ist: Wer hat's erfunden? Wem nützt die Verlautbarung eines heiklen Verhandlungsgegenstands? Wer profitiert davon? Wer ist die Quelle der exklusiv ins Spiel gebrachten 200.000,--, die entnerfte Alpgenossenschafter rot sehen, Balnik sich empören und Hofstätter Zahlennennung dementiern lassen?

Die Mechanik der öffentlichen Debatte im Bezirk läuft überraschungsfrei ab. Man kann sich auf sie verlassen.

Girstmair vermutet die Urheberschaft bei Balnik. Die wiederum dementiert. Hofstätter sagt im Kleinformat, er würde Zahlen bei Verhandlungen grundsätzlich nicht nach Außen tragen.

Girstmair vermutet wahlkämpferische Ambitionen hinter der Kolportage. Treue Wahlkampfhelfer gibt es. Manch einer wird unaufgefordert tätig. Ob auch in diesem Fall, wäre eine reine Vermutung. Was bleibt, ist die Frage: Wer hat's erfunden?

dacapo vor 5 Jahren

"Unerträglichen Populismus" kenn ich von irgendwo her, aber wenn ich mich recht entsinne nicht von Bgm Blanik. Vielleicht kehrt nach den Landtagswahlen aber auch bei der Alpgenossenschaft und den Bauern Vernunft ein.