Im Stundentakt von Lienz nach Südtirol

Zwischen Süd- und Osttirol soll die Abstimmung im Bahnverkehr verbessert werden.

Andreas Köll und Erwin Schiffmann (r.) sprachen beim Südtiroler Landesrat Thomas Widmann (l.) vor, und wollen, dass sich dieser für einen Stundentakt der Bahn zwischen Lienz und Franzensfeste einsetzt.

Bei einem Treffen in Vierschach sprachen sich der Landtagsabgeordnete Andreas Köll und die Bürgermeister Erwin Schiffmann aus Sillian und Werner Tschurtschenthaler aus Innichen sowie Roland Griessmair, Präsident der Bezirksgemeinschaft Pustertal, für einen durchgehenden Stundentakt auf der Schiene zwischen Franzensfeste und Lienz aus.

Die politischen Vertreter aus Ost- und Südtirol ersuchten dabei den zuständigen Südtiroler Landesrat Thomas Widmann in dieser Causa tätig zu werden. Dieser will nun mit den Verantwortlichen von Train Italia und den Österreichischen Bundesbahnen in Gespräche treten.

Gemeinsam soll an einem  Konzept für eine grenzüberschreitende Zugverbindung gearbeitet werden. „Die Zusammenarbeit könnte noch weiter gehen“, ist Griessmair überzeugt. Beispielsweise durch einheitliche Fahrkarten und Tarife.

Sillians Bürgermeister Erwin Schiffmann sieht im Ausbau des Bahnverkehrs jedenfalls eine Chance für Osttirol. „Sollten die Verbindungen zu Stande kommen, dann muss ein gemeinsamer Kartenverbund mit Dolomiti-Superski erreicht werden“, so Schiffmann. Die Skifahrer, die mit der Bahn nach Sillian fahren, könnten dann mit „Shuttlebussen“ zur Talstation gebracht werden.

Noch heuer soll in Vierschach mit dem Bau einer Eisenbahnhaltestelle beim Skigebiet Helm begonnen werden.

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hoidanoi vor 5 Jahren

Als vor Kurzem die Meldung über die Verlegung des Bahnhofs in Vierschach auftauchte und in diesem Zusammenhang die Erhöhung der Bahnfrequenz angesprochen wurde, da kamen Kassandra Rufe aus dem Talboden: Das müsse gut überlegt sein, bloß nicht, gefährlich, dann hauen uns die Leute ja gen Vierschach ab. Und Recht hat man mit dieser Auffassung. In weiser Selberkenntnis haben die Rufer die Stärken und Schwächen ihrer eigenen Destination erkannt, denn mit dem Dolomiti Super Ski wird ein Skipass geboten, in dem Kosten wie Nutzen eine ideale Mischung finden. Da pendelt nicht nur der Schwimmer gerne über die nahe Grenze, nein auch der Skifahrer.

Betrachtet man das Vierschacher Angebot mit dem des Talbodens, so lässt sich lebhaft vorstellen, warum das Stadtmarketing und andere von solch einer Idee nicht gerade begeistert sind. Da die Talbodengemeinden sich auch alle Mühe gibt, sich als Skidestination zu marginalisieren, sind diese Sorgen mehr als nur berechtigt. Anders als Cato glaubt, dürften die Verkehrsströme im Winter andere als im Sommer sein, denn das Preis/Leistungs-Gefälle ist im Winter ein umgekehrtes zu dem sommerlichen Gefälle der Radstrecke. Aber nicht nur der Talboden dürfte mäßig erfreut sein.

Köll automatisch eine lakaienhafte Beziehung zu Heinz Schultz nachzusagen, sagt viel über sein Bild in der Öffentlichkeit aus. Dass Bild und Realität in diesem Fall übereinstimmen, wage ich zu bezweifeln. Heinz Schultz hinter dieser Bestrebung zu vermuten, ist gewagt. Denn für ihn stellt gerade solch eine Verbindung eine mögliche finanzielle Einbuße dar sowie die Erschaffung einer Konkurrenz Situation mithilfe öffentlicher Verkehrsmittel, direkt vor der Haustüre. Die Wahrscheinlichkeit, dass italienische Gäste ins sprachferne Grenzgebiet wechseln würden, ist noch unwahrscheinlich. Für den vor Ort befindlichen Gast ist das eine sehr unattraktive Option. Für andere Kundenschichten hingegen, die sich für den Helm interessieren, stellt eine verbesserte Bahnverbidnung eine klare Verbesserung dar. Dies hat Vierschach erkannt und verlegt nicht umsonst seinen Bahnhof.

Aus den Gesprächen einen Vorwurf konstruieren zu wollen, wäre weit hergeholt. Vielleicht ergab sich gerade aus anstehenden Gesprächen, schon gefällten Entscheidungen und nachhaltigen Plänen im Südtiroler Raum die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass eine bessere Schienen-Verbindung auch für Osttirol möglich erscheint. Hier die Gunst der Stunde zu nutzen, ist kein Fehler. Die Verbindung erscheint eher konsumentenfreundlich, als dass sie die Interessen der Osttiroler Wirtschaftstreibenden (zu denen auch Heinz Schultz gehört) im Focus hat.

Lichtblick für die heimischen Liftbetreiber, auch und besonders die im Talboden: Schiffmanns Drängen auf einen Anschluss Osttirols an den Dolomiti-Super-Ski-Pass ist hoffentlich von Erfolg gekrönt. Es liegt an der heimischen Wirtschaft, sich hier zu vernetzen und mit einem der größten und bestbeworbenen Skigebiete der Alpen den Zusammenschluss anzustreben. Man sollte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wagen, auch auf diesem Weg. Eine Frequenzerhöhung stellt eine Chance dar. Und vielleicht öffnet sich so endlich auch die Türe für einen Zusammenschluss von Skigebieten über den Helm hinweg. Zeit wär's.

Cato vor 5 Jahren

Die Frage die sich hier aufdrängt ist folgende: Wollen die Herren Schiffmann und vor allem Köll einen tollen Bahn-Stundentakt für die Osttiroler Bevölkerung, oder nicht doch eher eine praktische Zuganbindung für die Skigebiete des Herrn Schultz?

Gerade die ungünstige Mischfunktion aus Landtagsabgeordneter und Geschäftsführer von Schultz-Bergbahnen lässt diesen Verdacht nahe liegen. Und das unter dem Deckmantel: Das machen wir ja NUR für die Osttiroler Bevölkerung. Seien wir mal ehrlich: Wie oft fahren denn die Osttiroler im Stundentakt nach Franzensfeste?

Anhand der radelnden Italiener die im Sommer Lienz überrollen und dann mit der Bahn nach Hause fahren sieht man aber, dass unsere südlichen Nachbarn das Transportmittel Bahn nutzen und schätzen. Von mir aus kann man auch durchaus Schultz die Gäste aus Italien Zug um Zug liefern, aber dann sollten es die Herren aus der Politik auch so kommunizieren und das Volk nicht für blöd verkaufen.

jesasmaria vor 5 Jahren

Wenigstens Gespräche finden statt. Ich muss feststellen, dass für Schüler aus Osttirol die , die Berufschulen in Innsbruck besuchen die Bahnverbindungen sehr umständlich sind. Es sollte dringend auch über ein Ticket in diesem Zeitraum gesprochen werden. Jedes mal bei der Heimfahrt und bei der Fahrt nach Innsbruck muss ein Ticket gekauft werden, Oftmals stehen Schlangen an den Ticketschalter und es kann dazu führen, dass man den Zug versäumt und dann 2 Stunden auf den nächsten Zug warten muss , falls noch ein Zug fährt.

Also BITTE liebe Herren nicht nur Gespräche führen auch TATEN setzte.