Matreier Liste kritisiert Verkauf von Gemeindewald

„Hilflose Aktion zur Abtragung eines riesigen Schuldenberges“.

Oswald Steiner glaubt nicht, dass der Verkauf von 57 Hektar Gemeindewald noch zu stoppen ist. Foto: Brunner Images

Ein Streit um geplante Waldverkäufe erhitzt die politischen Gemüter in der Gemeinde Matrei. „Die Marktgemeinde bietet derzeit große Teile des Matreier Waldvermögens zum Kauf an. Insgesamt sollen mehr als 57 Hektar Gemeindewald verkauft werden, darunter der Klauswald, einer der wertvollsten Wälder Matreis, der seit Jahrhunderten in Gemeindebesitz ist“, kritisiert Oswald Steiner von der oppositionellen Matreier Liste in einer Presseaussendung. Mit dieser „hilflosen Aktion“ wolle Bürgermeister Andreas Köll 750.000 Euro erlösen, um den riesigen Schuldenberg der Gemeinde abzutragen. Für Steiner kein guter Ansatz: „Die Matreier Verpflichtungen betragen 40 Millionen Euro. 2011 mussten wir 1,2 Millionen Zinsen zahlen. Der größte Waldverkauf in der Geschichte der Gemeinde wäre also nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Der Wald zähle zu den letzten Besitztümern Matreis und sorge für regelmäßige Einnahmen von rund 170.000 Euro pro Jahr.

Mehr landwirtschaftliche Flächen und weniger Schulden auf Matreis Girokonten sind die Argumente des Bürgermeisters für den Waldverkauf. Foto: Expa/Groder

Bürgermeister Andreas Köll, der auf der ÖVP-Bezirksliste für den Landtag kandidiert, sieht den Waldverkauf naturgemäß anders. Es gehe um rund zehn bis zwölf Prozent der derzeitigen Gemeindewaldflächen, die in Tirols zweitgrößter Gemeinde derzeit rund 500 Hektar bedecken. Geplant sei die teilweise Rodung und spätere landwirtschaftliche Nutzung als Wiese oder Weide. Köll hofft auf 850.000 Euro Erlös.

Mit dem Geld sollen unter anderem Zwischenfinanzierungen für bereits erfolgte Grundkäufe rund um das „Matreier Tauernstadion“ abgedeckt werden. „Dieses außerordentliche Vorhaben wäre somit ausfinanziert und würde keinerlei Girokontenüberziehungen mehr verursachen“, rechnet Köll vor.

Interessant ist vor diesem Hintergrund, dass die Girokonten der Gemeinde Matrei mit Jahresende 2012 ein Minus von 4,8 Mio Euro aufwiesen. Das ist ein Vielfaches des für Gemeinden dieser Größe zulässigen Rahmens, wie die Gemeindeaufsicht erst vor wenigen Monaten kritisierte.

Köll will die Konten heuer um 3,7 Mio Euro entlasten und wirft Steiner wahltaktische Manöver vor. Der Zeitpunkt der Attacke kurz vor der Landtagswahl spreche Bände. Der Oppositionsführer kontert: „Der Brief ist ein Hilferuf, der jetzt erfolgt, weil derzeit die Ausschreibung läuft.“

Die Matreier Liste glaubt nicht, dass der Deal noch zu stoppen ist. Steiner: „Köll ist finanziell am Ende und jetzt geht es an's Eingemachte. Jetzt muss das Vermögen herhalten und zwar jenes, das noch etwas bringt. Leider wird es aufgrund der Machtverhältnisse im Matreier Gemeinderat höchstwahrscheinlich zu diesem Verkauf kommen.“

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4 Postings bisher
jesasmaria vor 5 Jahren

Ja, ja unsere lieben ÖVB Bürgermeister. Gemeindewald, Gemeindegründe vertscheppern und dann noch lächeln und glauben was sie alles für die Bevölkerung tun.

Marlies74 vor 5 Jahren

Peinlich, der Wald ist eine super Geldquelle/anlage und wenn man ihn pflegt und damit wirschaften kann, besteht die Möglichkeit wesentlich mehr als 850 000€ rauszuholen :-D

Mein Osttiroler Herz brennt wenn ich sehe wie Hr. Köll es hinabwirtschaftet :-(

SCHLUSS MIT DEM ÖVP-REGIME!!!

Isnogood vor 5 Jahren

Jetzt muss der Wald herhalten, Geld muss ins Haus. Aber statt ausholzen gleich verkaufen, da ist Eile geboten. Kein Bauer gibt Grund her, VERKAUFEN kann man nur einmal, ernten öfter!

blubla vor 5 Jahren

170.000 Einnahmen pro Jahr ohne Verkauf 850.000 Euro einmaligen Erlös bei Verkauf

?? Entschuldigung für die Anmerkung, aber welcher IDIOT würde so einen deal eingehen? 850.000 verdient man mit dem Grundstück in 5 Jahren.....

Schande über Matrei!