SPÖ will Landesjobs nach Osttirol auslagern

Mit besseren Bildungsangeboten und Jobs will man die Abwanderung im Bezirk stoppen.

Selbstbewusst präsentierte sich am Freitag, 5. April, der stellvertretende Landeshauptmann der SPÖ, Gerhard Reheis, in Lienz. „Wir werden aus der Landtagswahl mit Sicherheit als zweitstärkste Partei hervorgehen“, ist Reheis überzeugt.

Für Regierungsverhandlungen sei man mit allen Listen gesprächsbereit – mit einer Ausnahme: „Mit der FPÖ koalieren wir nicht, weil wir ideologisch einfach nicht zusammenpassen“, versprach Reheis.

Dann noch lieber mit der ÖVP, auch wenn diese dafür erst eine große Hürde überspringen müsste. „Eine Regierung mit uns gibt es nur, wenn die Volkspartei einem bis dahin neu ausgearbeiteten Gesetz zur Rückübertragung von Gemeindegut an die Gemeinden zustimmt“, so Reheis.

Bgm. Elisabeth Blanik und LH-Stv. Gerhard Reheis wollen in Osttirol bessere Ausbildungsmöglichkeiten und hochwertige Jobs schaffen, in dem sie Institute von Landesseite in den Bezirk Lienz auslagern wollen.

Sollten genügend Wähler der SPÖ ihr Vertrauen aussprechen, will man gezielt gegen die Abwanderung aus dem Bezirk Lienz vorgehen. „Dazu zählt, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt“, betont Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, die auf der Landesliste der SPÖ auf dem zweiten Platz gereiht ist. Gemeint sind damit gerechtere und höhere Löhne, ein noch besseres Angebot bei der Kinderbetreuung und der gemeinnützige Wohnbau im ländlichen Raum.

Ein besonderes Anliegen der SPÖ sei es auch, Tirol zu einer Bildungshochburg werden zu lassen, weshalb Reheis deutlich machte, dass er gegen Studiengebühren ist. „Wir haben keine Bodenschätze, aber kluge Menschen. Für diese müssen wir Voraussetzungen schaffen, dass sie gut ausgebildet werden und dann aber auch im Bezirk bleiben, weil sie hier Arbeit finden.“

Das bedeutet zum einen, dass Fachschulen mit Spezialisierungen aufgebaut werden sollen, und zum anderen, dass einzelne Institute von Landesseite in Regionen wie Osttirol ausgelagert werden sollen, um hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. „Tirol soll nicht nur für Tourismus, sondern auch für Know-How stehen, ganz nach dem Motto: Von der Betten- zur Bildungshochburg“, so Reheis und Blanik.

Ziel der Osttiroler SPÖ ist es jedenfalls, im Bezirk wieder ein deutliches Plus zu erreichen, nachdem man 2008 von 17 % auf 12 % abgerutscht war.

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4 Postings bisher
Christopher Handl vor 5 Jahren

Lieber -Insider-! Diese Wahlversprechen, werden die nicht auch von den anderen Parteiwerbern gegeben und gebrochen?? Ich bin mir sicher, dass absolut niemand jedes seiner Wahlversprechen einhalten kann. Möglicherweise erinnern sich die einen oder anderen gar nicht mehr daran, manchmal sogar bewusst. Bestimmt geht so das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler verloren und dann braucht sich niemand wundern, warum gerade ER oder SIE nicht in den Landtag einziehen darf. Vielleicht sollten auch unsere Politiker einmal überlegen, bevor sie Versprechen geben, ob sie diese dann auch umsetzen können. WIchtig ist nur, dass Jede und Jeder Wahlberechtigte wählen geht. Denn die, die sich über den Wahlausgang beschweren, sind immer solche, die nicht wählen gegangen sind.

nanny vor 5 Jahren

Gebe Insider völlig recht. Solche völlig unrealistische Vorhaben, wie zentrale Landesstellen nach Osttirol zu bringen, zeugt bestenfalls von Humor. Aber der 1. April ist eigentlich schon Vergangenheit. Wichtiger wäre, wenn Frau DI Blanik endlich zusätzliche Gelder nach Osttirol bringen könnte, wie sie es ja vor der Bürgermeisterwahl versprochen hatte, schließlich wäre sie ja im Landtag. Und will (wird) es ja wohl auch bleiben.

Insider vor 5 Jahren

Was man verspricht, soll man auch halten - bzw. zumindest einmal halten können - dies triftt auf die in diesem Artikel angeführten Verprechen aber keineswegs zu. Einfach nur unglaubwürdig und enttäuschend. Genauso wie die Wahlversprechen unserer Frau DI Blanik vor der Bürgermeisterwahl...

PdL vor 5 Jahren

Das ist zweifelsohne ein wichtiger Schritt.

So sehr ich auch ein Befürworter für einen organisatorischen Zentralismus in der Verwaltung bin, um so sehr erachte ich es wichtig, dass man sich einer Abwanderung in den Bezirken entgegenstellen soll.

Das muss heutzutage kein Widerspruch sein. Die Infrastruktur besteht bereits und es ist verwaltungstechnisch unwesentlich, ob ich eine EDV-Eingabe in einem Rechner in Lienz oder in der Hauptstadt Innsbruck vollziehe – im Gegenteil, man könnte fundamentalen Zentralisten entgegenhalten, dass beispielsweise die Räumlichkeiten, Büros, etc. in den Außenstellen weitaus billiger sind, als in der Innenstadt von Innsbruck, im Gegenzug werden hochpreisige Immobilien in den Hauptstädten frei.

Ähnlich verhält es sich im Bereich der Bildung. Es gibt mittlerweile Universitäten bei denen es nicht mehr notwendig ist, vor Ort im Auditorium zu sein, die Vorlesungen können bequem im Internet abgerufen werden. Gerade für berufstätige Studenten und Studentinnen ein enormer Vorteil, aber auch für Vollzeitstudenten, die noch bei ihren Eltern wohnen dürfen und / oder sich zumindest ein überteuertes Quartier in den Uni-Städten ersparen könnten. Es ist mir schon klar, dass dies sich nicht bei jeder Studienrichtung zur Gänze umsetzen lässt, aber es wäre schon viel getan, wenn man es bei jenen konsequent durchsetzt bei denen dies möglich ist. Ich würde mir wünschen, dass dieses Angebot noch erweitert wird, so dass auch nichtimmatrikulierte Personen in ländlichen Gegenden Zugang zu diesen Bildungsbereichen haben.

Allein an diesen zwei Beispielen erkennt man welch ungeheures Potential darin steckt und sich verwirklichen ließe, wenn die Politik dies konsequent umsetzen würde.

Die Bezirke würden wiederbelebt, erhalten wirtschaftliche Impulse, ziehen Unternehmen an und vice versa würde das Wohnen in den Großstädten leistbarer - sogar ohne teure staatliche Subventionen.