Ein Masterplan für den Verkehr in Lienz

Büro Hochkofler soll Expertise für politische Entscheidungen liefern.

Stephan Tagger zur Qualität der Verkehrsplanung in Lienz: „Derzeit passiert alles konzeptlos und aus dem Bauch heraus.“

Stephan Tagger, Leiter des Verkehrsausschusses im Lienzer Gemeinderat schilderte die derzeitige Verkehrsplanung der Stadt in der Gemeinderatssitzung am 7. Mai so: „Bisher reagierten wir nur auf Zurufe. Hier eine 30er-Zone, da ein Blumentrog oder eine Einbahnregelung. Alles passiert konzeptlos, aus dem Bauch heraus.“ Doch jetzt wird alles anders.

Nach einer Ausschreibung wurde das Grazer Planungsbüro Hochkofler mit der Ausarbeitung eines „Gesamtverkehrsleitplanes“ für Lienz beauftragt. Es soll in die Raumplanung integriert werden und Entscheidungsgrundlagen für die städtische Verkehrsplanung bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein liefern. Michael Hochkofler stellte seinen Planungsansatz den Lienzer Gemeinderäten vor und verwies darauf, dass aktuell 21.326 Verkehrsbewegungen auf der B100 im Stadtgebiet gemessen werden, „mehr als auf mancher Autobahn“.

Er soll die Verkehrsmittel und -wege der Zukunft in Lienz finden: Verkehrsplaner Michael Hochkofler aus Graz.

Im Gegensatz zur vorhandenen „Mobilitätsstudie“, die primär die Verkehrsströme im Lienzer Becken maß, wird das neue Konzept auch die Ziele und Zwecke des Verkehrs erfassen. Alle Bürger der Stadt sollen darüber Auskunft geben, mit welchem Verkehrsmittel sie welche Wege zu welchem Zweck zurücklegen. So sollen bis ins Detail Erkenntnisse über die Gewohnheiten und Bedürfnisse von Fußgängern, Rad- und Autofahrern gewonnen werden. Ein auf dieser Basis erstelltes Modell soll Rückschlüsse zulassen, was beispielsweise Maßnahmen an einer bestimmten Kreuzung an anderen Knotenpunkten des Verkehrsnetzes bewirken.

„Verkehr ist ein zentrales Thema, das die Menschen in der Stadt massiv beschäftigt“, unterstrich auch Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und verwies darauf, dass bisher nur eine singuläre Maßnahme umgesetzt wurde: die „intelligenten Ampeln“ entlang der Bundestraße. „Da ging es einfach nur um die Beschleunigung des Verkehrs auf der B100. Das wurde im Prinzip auch erreicht, aber niemand hat sich Gedanken darüber gemacht, was das zum Beispiel auf Zubringerstraßen auslöst.“

Hochkoflers Arbeit soll die kommunizierenden Gefäße der Lienzer Verkehrsadern jedenfalls sicht- und planbar machen und sich auch nahtlos in ein neues Raumordnungskonzept einfügen. Im Idealfall weiß man dann bei der Planung von Schul- oder Gewerbegebieten, Wohnanlagen oder Großkaufhäusern, was verkehrstechnisch nicht nur am jeweiligen Ort, sondern auch in dessen Umfeld zu beachten ist. Die Studie kostet 78.234 Euro.

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7 Postings bisher
karli8 vor 5 Jahren

..."Aber wenn ein „normaler“ Mensch mit Hausverstand einen guten machbaren Vorschlag macht wird von einem Akademiker der seinen Hausverstand bereits zur Gänze wegstudiert hat aus Provokation was anderes gemacht!"...

und genau so werden alle entscheidungen getroffen.... *ironie aus*

seppl17 vor 5 Jahren

Ich persönlich und nicht nur ich, umfahre jede Ampel wenn irgendwie möglich auch wenn der weg viel weiter ist. Das erzeugt verkehr. Aber es ist psychologisch immer besser man fährt, als man steht bei einer Ampel bis zu 2!! Minuten ohne das ein Querverkehr vorhanden ist. Kreisverkehre würden oft unnötige Wartezeiten vermeiden. Aber wenn ein „normaler“ Mensch mit Hausverstand einen guten machbaren Vorschlag macht wird von einem Akademiker der seinen Hausverstand bereits zur Gänze wegstudiert hat aus Provokation was anderes gemacht!

wolf_c vor 5 Jahren

... nachdem das Grazer Büro schon die Ampelanlagen geplant hat, ist das Geld sicher gut angelegt ...

bergfex vor 5 Jahren

“Da ging es einfach nur um die Beschleunigung des Verkehrs auf der B100. Das wurde im Prinzip auch erreicht.... Wie das? Wenn eine intelligente Ampelanlage den Verkehr mehr behindert als hilfreich ist, verstehe ich die Aussage von Blanik nicht, oder sie will es mit Gewalt schön reden.

Schön oder schön ? Frau BM .

Aber es wird auserhalb der Stadt wieder Grund gekauft um Betriebe anzusiedeln. Das ist genau das Gegenteil, welches die liebe Frau Blanik immer behauptet.

Cha447 vor 5 Jahren

Den Kommentaren kann ich nur 100%ig zustimmen. Der Verkehr in Lienz ist nicht hausgemacht sondern der wurde gemacht.

neugierig. vor 5 Jahren

Da kann ich fb nur 100%ig zustimmen...stellts die Ampeln tatsächlich mal auf intelligent, denn zur Zeit ist das ganze eher ein Witz. Und machts endlich mal was beim Mc Donalds mit dem Zebrastreifen!!!

Ein entnervter Lienz-Bürger

fb vor 5 Jahren

Das ehrliche Zugeben von Versäumnissen stimmt milde, macht jetzt halt dann einmal was fertig. Aber - von wegen: ich kann mich da an einen Herrn Fritzer, erinnern, der Konzept und Studie geliefert hat. Also bitte Schubladen aufräumen, da könnten sich Schätze finden...

Zubringerstrassen - Kreuzung Dolomitenhotel: Es ist absolut unverständlich und eigentlich eine Frechheit, dass nicht automatisch Fußgänger auf Grün geschaltet werden. Wenn kein Fußgänger ansteht, kann der Verkeh ja trotzdem sofort fahren.

Es ist eine Zumutung, wie lange man dasteht und wartet ( da fahren dann auch nicht immer Autos), und falls man etwas zu spät drückt darf man nochmals eine Phase abwarten - oder man geht bei rot, und läuft Gefahr gestraft zu werden. (weil den Fußgänger erwischt man leichter als den Autoraser, der noch bei orange in die Ampel einfährt)

Ich kann nicht verstehen, dass ein Herr Haider vom Strassenbauamt soviel Macht hat und es den Lienzer Stadtpolitikersn nicht gelingen kann, den Querverkehr über die Tiroler Strasse etwas zu beschleunigen.