Leisach etabliert den ersten „Bürger-Rat“ Osttirols

Innovativ und demokratisch will die Gemeinde den Ortskern optimieren.

Ein „Bürger-Rat“ soll in Leisach Lösungsvorschläge für die Ortskerngestaltung erarbeiten. Foto: Michael Gasser

Mit dem ersten „Bürger-Rat“ in Osttirol will Leisach beweisen, dass die Gemeinde das Thema Bürgerbeteiligung ernst nimmt. In einer eineinhalbtägigen Klausur soll sich dieses Gremium mit der Gestaltung des Dorfkerns auseinandersetzen. Eine kürzlich durchgeführte Befragung lieferte 304 Ideen zur Gemeinde, als erster Schritt der Einbindung aller Leisacher in die Dorfentwicklung. An alle LeisacherInnen ab zwölf Jahren wurde der Fragebogen mit 41 Fragen zur Gemeinde verschickt. 30% nutzten die Gelegenheit und übertrafen mit ausführlichen Wortmeldungen alle Erwartungen des Agenda-Teams, das nun im positiven Sinne Mühe hat, all diese Daten auszuwerten.

Am Mittwoch, dem 29. Mai werden die Ergebnisse präsentiert. An diesem Abend beginnen auch verschiedene Agenda-Gruppen mit ihrer Arbeit, denken über zukunftsrelevante Themen nach und versuchen gemeinsam Leitlinien für eine nachhaltige, langfristige Gemeindepolitik zu entwickeln.

Das brisante Thema Dorfkern soll der „Bürger-Rat“ bearbeiten, den zehn bis 15 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte LeisacherInnen besetzen werden. Es geht um die künftige Nutzung von Hanserhof, Widum und Gemeindeamt sowie die Gestaltung dieses Bereiches. Räumlichkeiten werden dringend benötigt, zugleich will man sich aber nicht durch schnelle Entscheidungen den Dorfkern verbauen.

Was der „Bürger-Rat“ entwickelt, wird präsentiert und alle Interessierten können Rückmeldungen und Ergänzungen einbringen. Auf dieser Grundlage geht der Gemeinderat dann in die konkrete Planung und Entscheidungsfindung.

Die Methode „Bürger-Rat“ wurde vom Amerikaner Jim Rough entwickelt und wird vor allem in Vorarlberg sehr erfolgreich eingesetzt. In Osttirol ist Leisach ein Vorreiter für diese innovative und demokratische Form der Entscheidungsfindung.

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2 Postings bisher
amadeus vor 5 Jahren

Ist ja wirklich großartig mit der besagten Bürgerbeteiligung - mit dem ersten "Bürger-Rat" in Osttirol. Allerdings hat es das in Amlach schon lange vorher gegeben - bei der Dorfplatzgestaltung seinerzeit waren die Gemeindebürger, die Jugend und die "Kindergartler" mit eingebunden. Auch die Straßenbezeichnungnen, die im Vorjahr eingeführt worden sind, kamen aus den Vorschlägen und Meinungen der Dorfbewohner.

jesasmaria vor 5 Jahren

Gratulation an dei Gemeinde Leisach: Ich hoffe dies ist ein Ansporn an alle Gemeinden. Genau das ist der richtige Weg um die Gemeindebürger voll in das Gemeindegeschehen mit ein zu binden. Dadurch ist und wird auch ein Bürgermeister und Gemeinderat gefordert. Es sollten sowieso mehr Gemeindeversammlungen statt finden, damit auch die Bürger ihre Anliegen vorbringen können, ansonsten hat man dazu ja keine Gelegenheiten .