Ein Denkmal als Erinnerung an die Virger Mure

Aus den zerstörten Brückentraversen formte Bildhauer Michael Lang eine Skulptur.

Als „mehr als ein Jahrhundertereignis“ bezeichnete Otto Unterweger, Osttiroler Gebietsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung die gigantische Mure, die sich am 4. August 2012 in mehreren Schlammschüben durch Virgen wälzte.

Zwar verhinderte die Bachverbauung weitestgehend, dass die Schlammmassen große Teile des Ortes vermurten, doch die Schadenssumme ging in die Millionen.

Aus den verbogenen Brückentraversen, die von der Virger Mure im August mitgerissen wurden, formte Michael Lang ein Denkmal, das an die Gewalt der Natur erinnern soll. Foto: Hannes Berger

Um die Naturkatastrophe in Erinnerung zu halten, schlug Bildhauer Michael Lang den Gemeindeverantwortlichen vor, aus den eisernen Resten der Brückentraversen, die von der Wucht der Mure verbogen und mitgerissen wurden, an der Isel eine Skulptur zu errichten.

Am Freitag, 17. Mai, wurden die neun Meter langen und sechs Meter hohen Teile im Erdreich verankert. Dabei wurden die Teile so aufgestellt, dass sie die Vegetation, die Bevölkerung und das Wachsen genau so darstellen wie die Mure, die sich dazwischen am Boden dahinwälzt. Blickt man durch das tropfenförmige „U“ der Stahlträger hindurch, sieht man genau zum Ausgangspunkt der Mure.

Die Skulptur trägt den eigentümlichen Titel „Lahar“ 2012. „ Lahar kommt aus dem Malaiischen und ist die Bezeichnung für Schlamm- und Schuttstrom“, erklärt Lang. Damit bezog sich der Künstler auf eine Aussage Unterwegers, der direkt nach dem Unglück betonte, dass solche Schlammmuren vorwiegend im asiatischen Teil der Welt vorzufinden seien.

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