Hangrutsch in Leisach wird stabilisiert und abgetragen

Nach vier Jahren sollen Drau und Drauradweg 2014 wieder in alten Bahnen verlaufen.

In den letzten drei Wintern wurden im Kopfbereich des Hangrutsches bereits 200.000 Kubikmeter an Material abgetragen. Fotos: Baubezirksamt Lienz

Nachdem 2010 in Leisach ein gigantischer Hangrutsch ins Tal donnerte und dort den Radweg, die Drau und Teile der Drautalstraße verschüttete, soll noch in diesem Jahr mit der endgültigen Hangsicherung begonnen werden. „Wir haben im Kopfbereich des Hangrutsches bereits in den letzten drei Wintern 200.000 Kubikmeter Schuttmaterial abgebaut, damit das Gewicht, das auf den Hang drückt, reduziert wird“, erklärt Harald Haider vom Baubezirksamt Lienz.

Nun soll im Auslaufbereich des Rutsches sowohl die Drau wieder verbreitert, als auch der ursprüngliche Radwegverlauf wieder hergestellt werden. Dazu muss man die Erdmassen zurückbauen. „Messungen haben ergeben, dass der Hang stabil ist“, weiß Haider. Seitens des Baubezirksamtes stehe alles bereit. „Wir warten nur noch auf die Genehmigung des Ministeriums“, so Haider.

Die Brücken, die als Ausweichroute für den Radweg aufgestellt wurden, bleiben nur noch bis Ende September befahrbar.

Erschwert wird das Unterfangen durch die Tatsache, dass der Radweg zwischen Innichen und Lienz zu den beliebtesten Ausflugszielen italienischer Gäste zählt. Durch eine ganzjährige Sperre würde der Bezirkshauptstadt und dem Tourismus ein erheblicher Schaden erwachsen. „Aus diesem Grund bauen wir im Bachbett der Drau vom Rötenbachbecken bis zur Luggauer Brücke parallel zum Radweg eine Baustraße, auf der wir mit den Lkw's das Material in Richtung Lienz transportieren können“, klärt Haider auf. Dadurch können die Radfahrer die bisherige Route weiter nutzen.

Die 50.000 Euro Kosten für diese Maßnahme tragen der Tourismusverband Osttirol (20.000), die Stadt Lienz (20.000) und das Wasserbauamt (10.000), wobei die Stadt Lienz das Geld laut Bürgermeisterin Elisabeth Blanik der Radwegerhaltungsgemeinschaft jedoch nur vorschießt. Finanzielle Mittel vom Bund gibt es jedenfalls keine, da die Uferbegleitwege ursprünglich eigens als Bauwege angelegt wurden.

Nach den Umbauarbeiten soll die Drau wieder ein breiteres Bachbett haben

Ab Ende September wird der Radweg dann allerdings gesperrt – und zwar bis Mai 2014. „Zeitlich wird das Ganze recht knapp, da wir nur bei Niederwasser von November bis April im Abflussbereich der Drau arbeiten können“, verrät Haider. Doch der Leiter des Baubezirksamtes ist zuversichtlich, das Vorhaben mit seinem Team in der vorgegebenen Zeit zu schaffen.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren