Land löst Zivilschutzalarm im Tiroler Unterland aus

Viele wichtige Verkehrsverbindungen und Westbahn unterbrochen.

Der Haslacherbach bei Waidring verwandelte sich in einen reißenden Fluss. Häuser mussten evakuiert werden.

Während in Osttirol starke Windböen die Wolkendecke aufreißen, prasseln auf das Tiroler Unterland derzeit massive Regenmassen nieder und lösten bereits Zivischutzalarm aus. Seit den Nachtstunden ist es in ganz Tirol zu 59 Hangrutschungen und Murenabgängen gekommen. Bisher mussten bereits mehr als 140 Personen in Kössen, Wörgl und am Niederndorferberg evakuiert werden. Derzeit sind alle wichtigen Verkehrsverbindungen im Bezirk Kitzbühel unterbrochen.

Schwer überflutet wurde unter anderem die Gemeinde Kössen. Foto: Expa

„In den letzten Stunden hat es in Tirol insgesamt 47 Hangrutschungen und Muren gegeben. In Kössen wurden 80 Personen evakuiert. Sie sind im Sportzentrum untergebracht und werden vom Roten Kreuz versorgt“, informiert Marcel Innerkofler, Leiter der Landeswarnzentrale Tirol (LWZ). Rund 60 Personen wurden im Ortsteil Bruckhäusl der Stadt Wörgl aus 12 Häusern evakuiert. Aus drei Häusern am Niederndorferberg mussten ebenso Personen evakuiert werden.

Mit Schlauchbooten sind die Einsatzkräfte in den Straßen von Kössen unterwegs.

Mit einem einminütigen auf- und abschwellenden Signalton hat das Land Tirol in St. Johann, Kössen und Waidring den Zivilschutzalarm ausgelöst. „Damit wollen wir die Bevölkerung warnen und auf die aktuelle Situation aufmerksam machen. Dazu fahren noch Lautsprecherwagen der Feuerwehr durch die Gemeinden und informieren die Menschen, was zu tun ist. Beispielsweise sollen unnötige Autofahrten unterlassen werden“, erklärt LWZ-Leiter Innerkofler die Katastrophenschutzmaßnahme.

Nordtirols Feuerwehren haben bisher schon 579 Einsätze mit rund 3.000 Feuerwehrmitgliedern in allen Bezirken abgearbeitet. Weil immer wieder neue Evakuierungen nötig werden, steht auch das Rote Kreuz derzeit mit 150 HelferInnen im Tiroler Unterland im Einsatz. Mehrere hundert Personen mussten bereits evakuiert werden. In St. Johann i. T. stehen auch 25 Mann des Bundesheeres im Katastropheneinsatz.

„Morgen, Montag, werden zwei Katastropheneinsatzzüge der Feuerwehr aus dem Bezirk Innsbruck-Land mit vier Großpumpen in den Bezirk Kitzbühel verlegt. Und Feuerwehren aus dem Bezirk Schwaz werden zur Hilfeleistung ins benachbarte Bundesland Salzburg fahren“, erklärt Innerkofler.

Westbahn und Autobahn im Deutschen Eck unterbrochen

Wegen einer Mure an der Grenze Österreich/Deutschland ist auch der Zugverkehr unterbrochen. Die Autobahn bei Chiemsee zwischen Bernau und Sixdorf ist ebenfalls in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Hier stehen Abschnitte der Autobahn unter Wasser.