Tagger löst Kashofer als Lienzer Vizebürgermeister ab

Wird der Ziviltechniker gegen Elisabeth Blanik in Stellung gebracht?

Charly Kashofer verdient sein Brot als Geschäftsführer der Bezirks-ÖVP. Darauf will er sich künftig konzentrieren.

Stephan Tagger, Ziviltechniker und seit vielen Jahren im ÖVP-Kernteam der Stadt Lienz, löst Karl „Charly“ Kashofer als Lienzer Vizebürgermeister und Stadtrat ab. Kashofer bleibt aber im Gemeinderat und führt weiter den Sozialausschuss.

„Im Zusammenhang mit der Landtagswahl war ich in den Funktionen als Bezirksgeschäftsführer der Volkspartei und als Vizebürgermeister einer starken Belastungsprobe ausgesetzt“, erklärt Kashofer bei einer Pressekonferenz am 18. Juni. „Das hat auch zu Kritik geführt, dass ich durch die Doppelbelastung möglicherweise der Arbeit in meinem Brotberuf als Geschäftsführer der Volkspartei nicht hundertprozentig nachkommen kann.“

Also habe er „nach reiflicher Überlegung“ die Entscheidung getroffen, die Funktion als Vizebürgermeister der Stadt Lienz zurückzulegen. Erst am Vortag habe er die ÖVP-Stadtparteileitung und den Gemeinderatsklub von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt. „Wir hatten eine große Auswahl, haben uns aber einstimmig für Stephan Tagger als erfahrenen Mandatar entschieden“ erklärte Stadtparteiobmann Meinhard Pargger. Obwohl die ÖVP bei der vergangenen Landtagswahl kein schlechtes Bezirksergebnis einfuhr, wurde die personelle und strategische Schwäche der Stadtpartei beim jüngsten Urnengang augenscheinlich.

Stephan Tagger (rechts) rückt als Vizebürgermeister in die erste Reihe, will aber Meinhard Pargger nicht in den Hintergrund drängen.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) mutmaßte in einer ersten Stellungnahme, dass Tagger als VP-Herausforderer für das Bürgermeisteramt in Stellung gebracht werde. Sowohl Tagger als auch Pargger dementieren das. Der nach der Speicherteich-Affäre politisch angeschlagene Pargger will schwarze Nummer Eins in der Stadt bleiben, zugleich aber auch eine Erneuerung der Stadtpartei durchziehen, „mit einer Mischung aus Erfahrung und frischem Blut“.

Der passionierte Freizeitsportler Stephan Tagger reifte unter Bürgermeisterin Helga Machné zum Stadtpolitiker heran, sitzt seit 17 Jahren im Gemeinderat und leitet nicht nur den Bauausschuss der Stadt, sondern auch ein Ziviltechnikbüro mit 12 Mitarbeitern.

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8 Postings bisher
devil666 vor 4 Jahren

@ tintifax:

Auszug aus § 23 Tiroler Gemeindeordnung

(3) In Gemeinden mit höchstens 1000 Einwohnern ist ein Bürgermeister-Stellvertreter zu wählen. In Gemeinden mit mehr als 1000 und höchstens 5000 Einwohnern kann der Gemeinderat einen zweiten Bürgermeister-Stellvertreter wählen, wenn dies zur Erfüllung der Aufgaben des Gemeindevorstandes erforderlich ist. In Gemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern sind zwei Bürgermeister-Stellvertreter zu wählen. Maßgebend für die Ermittlung der Einwohnerzahl ist das letzte vor dem Tag der Wahlausschreibung für die Wahl des Gemeinderates kundgemachte endgültige Ergebnis der letzten Volkszählung.

tintifax vor 4 Jahren

Ein zweiter Vizebürgermeister verursacht unnötige Kosten. Durch die Einsparung des Stellvertreter des Stellvertreters würde man eine Kostensenkung für die Gemeinde erzielen.

Jeder vor 4 Jahren

Finde ich toll, wenn mal wieder ernstzunehmende Persönlichkeiten in den Vordergrund treten!

Felix vor 4 Jahren

@Macki Das glaube ich weniger, dass die Blanik zuckt. Sie wird wohl eher über das ganze Gesicht grinzen. Schon erstaunlich, wie das kleine blonde Mädchen den schwarzen Haufen in Aufruhr versetzt. Die kommen kaum zum Durchatmen. Ob der "volksnahe" Tagger mit dem Tempo der Blanik mithalten kann?

Macki vor 4 Jahren

Verständlich dass Charlie seinen Brotberuf absichern muss, nachdem in der Bezirkspartei jede Loylität abhanden gekommen ist. Ich danke ihm trotzdem für seine Arbeit als Vize und hoffe er lebt gut mit der Entscheidung.

Und über Tagger Stefan braucht man nicht lang diskutieren, er war die logische Nachfolge aus den derzeitgen Mandataren. Wenn Blanik da schon zuckt... obwohl

osttirol20 vor 4 Jahren

Die Präsenz bei Veranstaltungen und Events ist keine Qualifikation für den Posten eines Vizebürgermeisters.

Stephan Tagger ist mit Sicherheit politisch wesentlich versierter als sein Vorgänger.

realist vor 4 Jahren

Also das finde ich nicht! Herr Tagger hat sicher genug politisches Wissen, da er schon lange im Gemeinderat sitzt. Ich glaube, dass er sicher ein guter Vizebürgermeister wird. Es ist nachvollziehbar, dass Herr Kashofer mit 2 verschiedenen Aufgabengebiete einfach zu viel Arbeit hatte. Nichts desto trotz war er ein sehr guter Vizebürgermeister.

sommer1 vor 4 Jahren

Sehr geehrter Herr Kashofer. Ich persönlich finde, Sie haben eine hervorragende Arbeit als Vize-BGM geleistet, haben sich für Dinge eingesetzt die sonst niemand hervorziehen würde. Es ist meiner Meinung nach sehr schade, dass sie nicht mehr weiter für uns als Vize-BGM zu Verfügung stehen, da Herr Tagger nicht alt zuviel Politisches Wissen besitzt! Sie waren immer freundlich, haben für alle ein offenes Ohr gehabt. Sie sind zu GUT für die "Lienzner" Politik. Sie waren bei jeder Veranstaltung, bei jedem Event, wo sonst kein anderer aus dem ÖVP Gemeinderat zufinden war. Bin gespannt wie die neue, nicht nachvollziehbare Truppe sich schlagen wird!!