Landesregierung beschloss 25 Millionen Euro für Osttirol

Damit soll die Felbertauernstraße saniert und Tourismus und Wirtschaft unterstützt werden.

Landeshauptmann Günther Platter lobte die schnelle Arbeitsweise der Lienzer Behörden und sieht sich mit seiner Prognose, dass die Felbertauernstraße ab Ende September wieder befahrbar ist, voll im Zeitplan. Foto: Expa/Groder

Zum ersten Mal in der Geschichte tagte die Tiroler Landesregierung am Dienstag, 25. Juni, außerhalb von Innsbruck. In einem Akt der Solidarität mit dem Bezirk Lienz, trafen sich die Regierungsmitglieder nach der Felssturzkatastrophe am Felbertauern im Matreier Tauernhaus, und beschlossen dort ein 25 Millionen schweres Unterstützungspaket für Osttirol.

„Die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der Felbertauernstraße AG als Lebensader zwischen Ost- und Nordtirol liegt im Interesse der Wirtschaft und des Tourismus. Deshalb gewährt das Land Tirol 13,5 Millionen Euro als Finanzhilfe aus dem Katastrophenfonds für die Felbertauern AG“, betont Landeshauptmann Günther Platter, der nach wie vor darauf pocht, dass die Straße ab Ende September einspurig befahrbar sein soll.

Zudem führt das Land, gemeinsam mit dem Haupteigentümer Bund, eine Kapitalaufstockung von zehn Millionen Euro bei der AG durch. Platter: „Damit ist der weitere Bestand und die Handlungsfähigkeit der Straßengesellschaft und somit auch der Osttirol Investment Gesellschaft (OIG) gesichert.“

Hinzu kommen noch 500.000 Euro für die Marketingmaßnahmen der Osttirol Werbung und 800.000 Euro an Wirtschaftsförderung für Osttiroler Frächter und Gewerbebetriebe, denen durch längere Strecken und Mautzahlungen finanzielle Einbußen erwachsen sind. „Dafür müssen die Betroffenen die Belege vorlegen, die bislang angefallen sind, und für die Dauer der Totalsperre noch anfallen. Diese werden dann genau abgerechnet und 50 % der Kosten rückerstattet“, so Platter.

Felbertauernstraßenvorstand Karl Poppeller (2.v.r.) empfing die Mitglieder der Tiroler Landesregierung, die mit dem Bus aus Innsbruck angereist waren, beim Matreier Tauernhaus. Foto: Expa/Groder

Aktuell beziffern die Verantwortlichen der Felbertauernstraßen AG den Gesamtschaden mit der Behebung, Wiederherstellung, Mautausfall, Sonderwerbekampagne und dem Bau der Ersatzstraße mit rund 34,5 Millionen Euro. „Allein der Bau einer steinschlagsicheren Galerie wird 22 Millionen Euro kosten“, rechnet Felbertauernstraßenvorstand Karl Poppeller hoch.

Aufgrund geologischer Gutachten zeichne sich nämlich ab, dass nicht nur der beschädigte Bereich erneuert, sondern wahrscheinlich die gesamte Galerie auf einer Länge von rund 800 Metern steinschlagsicher aufgerüstet werden muss.

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4 Postings bisher
Osttiroler55 vor 4 Jahren

Großes Lob an LH Platter und die Landesregierung für die geplanten Unterstützungsmaßnahmen für Osttirol! Es ist wichtig, dass hier rasch Hilfe geleistet wird, um der Felbertauernstraße und der Osttiroler Wirtschaft unter die Arme zu greifen.....

Ob das "Programm" in der BH Lienz beim Empfang der Landesregierung notwendig war, stelle ich mal in Frage...... wichtiger sollte die rasche Hilfe für die Felbertauernstraße und die heimischen Betriebe sein....

marktla vor 4 Jahren

Gute Neuigkeiten für Osttirol und vor allem wichtig für die Nationalparkregion und die Wirtschaft!

LH Platter lobt die Lienzer Behörden für die schnelle Arbeitsweise. Ich gratuliere noch viel mehr denjenigen, welche im Vorfeld dazu beigetragen haben, dass die Unterlagen, Anträge, Verhandlungen und was dazugehört so schnell und vollständig den Behörden vorgelegt werden konnten. @Leonhard hat völlig richtig kommentiert, dass ein Zusammenwirken aller notwendig ist und war...und man erkennt bei diesem Paradebeispiel auch die Handschrift des Iseltaler BR AK. DANKE!!!

hoidanoi vor 4 Jahren

Zahlentechnischer Klartext

„Weitere 500.000 Euro sollen dem Tourismusmarketing der Osttirol Werbung zugutekommen. Der Tourismusverband Osttirol geht nämlich von einer Reduzierung der Wertschöpfung durch die Komplettsperre des Felbertauern von bis zu zehn Prozent aus. In der Nationalparkregion wird dieser Wert noch weit höher eingeschätzt.“ Zitat aus dem Moser-Medium –

300.000,-- Euro wurden beantragt, 500.000,-- sind’s geworden – Ein Marketingzuschuss, der sich gewaschen hat. Ein Marketingzuschuss, der mehr Antworten gibt, als gewohnt. Ein Marketingzuschuss, der helfen soll, vertrauensvoll in des Obmanns Hände gelegt.

Die Höhe der Förderung erklärt sich offenbar aus dem prognostizierten Wertschöpfungsrückgang, der für den TVB und damit den bezirksweiten Tourismus fatale Folgen hätte, falls er sich bis in den nächsten Winter ziehen sollte. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, bedenkt man, wie viel instandgesetzt werden muss.

In der Tauernregion ist enorm investiert worden. Dort noch mehr an Wertschöpfung zu verlieren, kann weitreichende Folgen haben. Der monetäre Abgang im TVB, der in der Region bis jetzt schon zu verzeichnen war, muss für das Land derart konkrete Formen angenommen haben, dass es weit über Franz Theurls Ersuchen Geld zuschießt.

Das Kapital der Felbertauern AG wird von Land und Bund um 10 Mio erhöht, was neben den Belastungen aus der Wiederherstellung der Galerie auch Auskunft über die Belastungen für die OIG gibt, die gerade in dem Gebiet des erwarteten höchsten Wertschöpfungsrückgangs mit hohen Kreditsummen fördernd engagiert ist. Es geht darum, ihren Bestand zu sichern, heißt es. Für die Förderungsnehmer bedeutet das Entlastung – die Prognose selbst lässt schaudern.

Mit den hohen Förderungsgaben des Landes, die Franz Theurls Ersuchen um 300.000,-- schon fast verdoppelt haben, ist eine hohe Verantwortung verbunden, sowohl für den Förderungsgeber wie den Förderungsnehmer.

Erfolg kann leider keiner der Beiden garantieren. Der Tourismusreferent scheint sein Möglichstes getan zu haben. Jetzt liegt es am Obmann, gute Arbeit zu leisten. Möge sie gelingen.

Leonhard vor 4 Jahren

Ich finde das Maßnahmenpaket mit einer Gesamtsumme von 25 Mio. Euro als von Schwarz und Grün sehr gut verhandelt. Da gibts für die ewig jammernden Osttiroler ausnahmsweise einmal nichts zum Raunzen, obwohl es einige wieder tun werden.

Alle haben zusammen geholfen: Behörden in Matrei, Innsbruck und Lienz, die Landtagsabgeordneten, die Bürgermeister inklusive Bundesrat, die Felbertauernstraßen AG und viele mehr. Ein paar wenige werden immer ein Haar in der Suppe finden, aber das ist überall so ....