Osttirol bleibt nationales Regionalfördergebiet

Die Förderperiode für den Bezirk Lienz wurde von 2014 bis 2020 verlängert.

Mit Ende dieser Förderperiode läuft der Status Osttirols als nationales Regionalfördergebiet der Europäischen Union aus. Anlass zur Sorge besteht deshalb aber nicht, da der Bezirk für die Förderperiode 2014 bis 2020 erneut als unterstützungswürdig eingestuft wurde. „Damit kann die erfolgreiche Regionalpolitik der letzten sechs Jahre fortgesetzt werden. Schon im August werden unsere, und die Fachexperten der anderen Bundesländer, in Wien mit der Erstellung der österreichweiten Karte beginnen“, kündigt Landeshauptmann Günther Platter an. Die neuen Leitlinien sollen mit 1. Juli 2014 in Kraft treten.

Die Ausweisung als nationales Regionalfördergebiet war deshalb lange fraglich, weil sich die wirtschaftliche Situation in Osttirol auch aufgrund der EU-Regionalförderungen stark verbessert hat. Insgesamt hat der Bezirk im Rahmen der EU-Förderungen sowie für Leader- und Interregprojekte zwischen 2007 und 2012 rund 40 Millionen Euro erhalten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir für die künftige Periode wieder ähnlich viele Mittel für Projekte im Bezirk Lienz lukrieren können“, so Platter.

Osttirol kann aufatmen: der Bezirk bleibt bis 2020 regionales Regionalfördergebiet. Foto: Expa/Groder

Mit Hilfe von EU Förderungen konnten eine Vielzahl von betrieblichen und überbetrieblichen Projekten umgesetzt werden. Mit Hilfe der Regionalbeihilfen konnte die positive Entwicklung einiger Leitbetriebe der Region maßgeblich unterstützt werden.  In Lienz wurde beispielsweise das Tirol Archiv für photographische Dokumentation und Kunst realisiert. Zudem hat sich Osttirol erfolgreich als Klima- und Energiemodellregion etabliert.

„Wir freuen uns besonders über gesicherte und neue Projekte für die Förderung für junge Menschen und Frauen, deren Fortsetzung wir in Gesprächen mit der EU sichern konnten“, betont LH-Stv.Ingrid Felipe. Der Ausbau von regionalen Bildungsangeboten für Frauen in Osttirol werde durch diese Mittel ermöglicht.

So werden die erfolgreichen und zukunftsträchtigen Projekte „DONNE/Frauen entscheiden“ und der Politiklehrgang „Nüsse knacken – Früchte ernten“ in Osttirol weitergeführt. „Diese Projekte sind für eine nachhaltige Erholung des momentan schwer geprüften Bezirks genauso wichtig, wie für unser Ziel, längerfristig der Abwanderung entgegenwirken zu können“, erklärt Felipe.

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3 Postings bisher
Bessawissa vor 4 Jahren

Die Zusage aus Brüssel, dass Osttirol bis 2020 nationales Fördergebiet bleibt, ist im Trubel um die Korridorverbindung nach Innsbruck fast untergegangen. Eine Lappalie, wie es scheint! Und doch werden alle OsttirolerInnen davon profitieren. Vielen Dank den oft so ungeliebten "Politikern", die dafür gekämpft haben. Ich verzichte bewusst auf eine Polemik. Der Erfolg spricht für sich!

defregger vor 4 Jahren

...interessant?

Ich vernehme gar keine "Schreie" aus "Blauen" Ecke, wie:

Raus aus der EU und weg mit dem Euro!

Herzlichst ihr df

hoidanoi vor 4 Jahren

Erfolge

Im Vorjahr bemühte man sich schon um die Verlängerung der EU-Förderung und war in einem Dilemma – Just im Vorwahlkampf durfte das, was politisch ein Erfolg sein sollte, sachlich keiner sein. Ein nunmehr ehemaliger Landtagsabgeordneter sprach davon, man müsse sachliche statt politische Gründe finden, um weiterhin unterstützungswürdig zu sein. Dieser Spagat ist offensichtlich gelungen. Der Bezirk Lienz ist auch weiterhin förderungswürdig, wenn nicht sogar -bedürftig.

Als mögliches Argument dafür wurde damals von dem jetzigen Bundesrat die schlechte Verkehrsanbindung des Bezirks ins Treffen geführt. Insofern ist Anton Steixner für seine offensiv kreierte Fördergrundlage zu danken. Sein Einsatz in dieser Sache ist kaum zu unterschätzen. Er hat sein Möglichstes getan, den Bezirk neben allen Errungenschaften wie „Nüsse knacken – Früchte ernten“ zuverlässig bedürftig erscheinen zu lassen. Welche weiteren sachlichen Argumente für die Förderungswürdigkeit gefunden wurden, verschweigt die Landesregierung in ihrer Aussendung. Die sachlichen Aspekte treten nun wieder hinter „die erfolgreiche Regionalpolitik der letzten sechs Jahre“ (O-Ton LH Platter) zurück.

Aber der stete Blick zurück hilft auch nicht – voran muss es gehen. Um dem EU-Aspekt besonders zu betonen, wäre für die Regionalförderung doch ein schon lang ausgearbeitetes Projekt am Helm von Interesse. Der Junior-Partner könnte hier seine EU-freundliche Gesinnung unter Beweis stellen. Sogar die verkehrstechnische Anbindung per Schiene wäre in diesem Projekt schon vorgesehen. Auch die von Felipe kürzlich ausgesprochenen Worte, der Tourismus müsse sich nicht vor den Grünen fürchten, könnten hier sachlich belegt werden. Man wolle in Strukturen investieren, sagte Frau Felipe ebenfalls. Lebensadern seien zu retten. Sagte sie, wenn auch andernorts.

Eine schöne Chance für die Regierung, Politik und Sachliches zusammen zu führen, und grenzüberschreitende, erfolgreiche Regionalpolitik zu betreiben.