Jahrhundertmure wälzte sich kaum bemerkt durch Erlbach

Bestehende Wildbachverbauungen verhinderten große Schäden.

Mure-Erlbach-groß

Weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit ging am Freitag, 26. Juli, im Bereich des Gölbners ein besonders intensives Gewitter mit Hagel nieder. Die Niederschlagsstation am Spielbichlsattel verzeichnete in kürzester Zeit eine Niederschlagsmenge von mehr als 60 Millimetern. „Dieser mindestens 100-jährliche Regen verursachte mehrere Murenabgänge, einerseits Richtung Winkeltal und andererseits im Erlbach und Margarethenbach auf der Drautalseite“, erklärt Otto Unterweger, Gebietsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol.

Besonders im Erlbach löste das Gewitter eine gewaltige Mure aus, die laut Unterweger zumindest 75.000 m³ Geröll und Schlammmassen Richtung Tal transportierte. Der Großteil dieser Geschiebemenge – rund 65.000 m³ – wurde in den zwei Geschiebeauffangbecken im Mittellauf abgelagert. Das Restgeschiebe und Hochwasser floss, ohne Schäden anzurichten durch den Siedlungsbereich. „Durch diese Verbauungsmaßnahmen konnte also ein großer Schaden im besiedelten Bereich abgewendet werden“, ist der Experte sicher. 5.000 m³ Feststoffe wurden im Absetzbecken vor der Einmündung in die Drau abgelagert, ca. 6.000 m³ transportierte die Drau ab.

Im Margarethenbach, im Gemeindegebiet Anras, ging ebenfalls eine Mure ab, die das Geschiebeauffangbecken zu zwei Drittel auffüllte. Auch verhinderten das Becken und die Unterlaufregulierung größere Schäden. Im Winkeltal übermurte der Tilliacherbach die Talstraße im Bereich der Reiterstube zur Gänze und taleinwärts verlegten kleine Seitenbäche die Straße.

Die Gebietsbauleitung des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung bemüht sich derzeit, die Geschiebebecken zu räumen, um die volle Funktionsfähigkeit der Verbauungsmaßnahmen wieder herzustellen. Unterweger: „Aufgrund der großen Geschiebemengen werden diese Maßnahmen mindestens drei Wochen in Anspruch nehmen.“

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