Matrei und Lienz spielten im Fußballkrimi 2:2

Das Osttirol-Derby war spannend bis zur letzten Minute.

Das Spiel begann mit einer Gedenkminute für Marcel Mattersberger, den jungen Matrei-Spieler, der vor kurzem bei einem Autounfall starb.
Das Spiel begann mit einer Gedenkminute für Marcel Mattersberger, den jungen Matrei-Spieler, der vor kurzem bei einem Autounfall starb.

Auch wenn spielerisch vor allem bei den Rapidlern nicht alles rund lief und Matrei teilweise überhart agierte, war das Derby am 9. August ein regionales Fußballhighlight. Dafür sorgten die beeindruckende Zuschauerkulisse und die Dramaturgie des Spieles, das auch ein Duell der Trainerzwillinge Bernhard (Lienz) und Markus Hanser war und mit einem Knalleffekt begann.

Rapid begann das Spiel mit einem schnellen Führungstor.
Rapid startete ideal mit einem schnellen Führungstor.

Anpfiff, erster Angriff der bislang in der Unterliga enttäuschenden Lienzer, kurze Unsicherheit in der Matreier Hintermannschaft und 1:0 für die Hausherren nach drei Minuten durch Patrick Eder. Wenig später vergab Dominik Müller eine „Hundertprozentige“. Ein Treffer hätte das Spiel vielleicht vorzeitig entschieden. In der Anfangsphase wirkte Lienz feldüberlegen, technisch besser und kombinationsstärker.

Die Matreier setzten auf Kampf und sahen in der 38. Minute rot. Daniel Steiner musste vom Platz. Die Unterzahl der Iseltaler fiel aber kaum ins Gewicht, Lienz fehlte der Spielwitz, um daraus Kapital zu schlagen. Nach einem Matreier Vorstoß über links und Foul knapp an der Strafraumgrenze pfiff der Referee den ersten Elfer des Tages. Rene Scheiber verwandelte sicher. Mit 1:1 ging's in die Kabinen.

Elfer und Ausgleich für Matrei kurz vor der Pause. Fotos: Expa/Groder
Elfer und Ausgleich für Matrei kurz vor der Pause. Fotos: Expa/Groder

Nach dem Wiederbeginn brachte Rapid Markus Ebner statt Stefan Karré und hatte gleich eingangs eine gute Chance durch Spielmacher Christopher Korber. Bei den Matreiern sorgte in dieser Phase vor allem der antrittsstarke Raphael Hatzer über die rechte Flanke für Impulse. Das Spiel nahm Fahrt auf und wurde noch körperbetonter, die Fouls häuften sich, Schiedsrichter Thomas Fröhlacher wirkte nicht in jeder Situation souverän.

Korber-Brugger
Zwei erfolgreiche Elferschützen im direkten Duell: Christopher Korber und Lukas Brugger.

In der 74. Minute zeigte er zum zweiten Mal auf den Elferpunkt, diesmal vor dem Matreier Tor. Goalie Benedict Unterwurzacher hatte wenige Minuten zuvor spektakulär auf der Linie pariert, doch beim Strafstoß ließ ihm Korber keine Chance. Rechte Kreuzecke, 2:1 für Lienz. Es kam noch dicker für die Iseltaler. In der 76. Minute musste Rene Scheiber nach einem Foul vom Platz. Rote Karte und nur noch neun Matreier im Spiel. Obwohl dezimiert und im Rückstand, dachten die Gäste nicht an Kapitulation.

Im Gegenteil. Zehn Minuten lang hielten sie zu neunt scheinbar mühelos mit den Lienzern mit und erzwangen mit einem Angriff kurz vor Schluss den dramatischen Showdown. Lienz-Tormann Julian Fürhapter musste die Notbremse ziehen, erhielt Rot für Torchancenverhinderung und musste vom Platz. Den anschließenden Elfer verwandelte Lukas Brugger in der 89. Minute zum 2:2 Ausgleich für Matrei. Am Ende gab es Jubelszenen hüben, lange Gesichter drüben, Punkteteilung und einen Sieg für den lokalen Fußball.

Vorne Dominik Hanser, hinten ein Teil der 850 Zuschauer. Für Lienzer Verhältnisse eine prächtige Kulisse.
Vorne Dominik Hanser, hinten ein Teil der 850 Zuschauer. Für Lienzer Verhältnisse eine prächtige Kulisse.
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