Gustav Mahlers „Neunte“ mit Ehrfurcht dirigiert

Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester Leipzig brillierten in Toblach.

Am 13. September werden die diesjährigen Südtiroler Festspiele in Toblach eröffnet – mit Richard Wagners „Ring ohne Worte“, aufgeführt vom Haydnorchester von Bozen und Trient. Abgeschlossen wird das Programm am 22. September mit Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“. Warum gerade diese zwei Musikgrößen im Mittelpunkt stehen, ist einfach zu erahnen: die Szene der klassischen Musik feiert 2013 Wagners und Verdis zweihundertsten Geburtstag.

Zanoni, Spini, Durnwalder
Chiara Zanoni, Daniele Spini und Landeshauptmann Luis Durnwalder stellten Programm und Ziele der Südtiroler Festpiele vor. Foto: Michael B. Egger

Das Programm wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. August vorgestellt, zu der sich neben dem Präsident der Festspiele Christian Gartner und den Verantwortlichen des Haydnorchesters, Chiara Zanoni und Daniele Spini auch der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder einfand. Der seit 1989 regierende Politiker kandidiert bei der Südtiroler Landtagswahl am 27. Oktober nicht mehr und erklärte, dass das Image Südtirols in Zukunft auch mit Kultur in Verbindung gebracht werden sollte, „nicht nur mit gutem Speck, Wein und Äpfeln.“ Durch die Verbindung von Gustav Mahler mit dem Pustertal sei Toblach ein idealer Treffpunkt für Musikbegeisterte aus Südtirol, Belluno und Österreich, findet Durnwalder.

Durnwalder
Nicht nur mit „gutem Speck, Wein und Äpfeln“ will Durnwalder Südtirol in Verbindung gebracht sehen, sondern auch mit Kultur.

Im Anschluss an die Pressekonfernz füllte sich der imposante Konzertsaal des Toblacher Kulturzentrums im ehemaligen Grandhotel bis auf den letzten Platz mit den Besuchern eines hochklassigen musikalischen Abends. Der Mailänder Riccardo Chailly dirigierte Gustav Mahlers „Symphony n° 9“, fulminant dargeboten vom  Gewandhausorchester Leipzig, einem der traditionsreichsten und gefragtesten Ensembles der Welt. Mahler schrieb sein Meisterwerk 1909 auf einem seiner Sommerurlaube im Hochpustertal.

Gewandhausorchester-Leipzig
Viel Applaus für Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester Leipzig in Toblach.

Riccardo Chailly ist seit 2005 Gewandhauskapellmeister und zählt zu den bekanntesten Mahler-Interpreten der Gegenwart. Am Ort ihres Entstehens dirigierte der Maestro die Neunte mit besonderer Ehrfurcht: „Es muss in den 90er Jahren gewesen sein, als ich das erste Mal das Komponierhäuschen in Toblach besuchte. Dieser Moment hat einen solch nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen, dass ich bis heute tief bewegt bin, wenn ich an diesen Ort denke, an den wunderbaren Musiker Gustav Mahler und an die Landschaft, die den idealen spirituellen Rahmen für die Entstehung der 9. und 10. Sinfonie und natürlich das Lied von der Erde schuf. An diesem Ort – der so eng mit dem Leben des genialen Gustav Mahler verbunden ist – mit dem Gewandhausorchester auftreten zu dürfen, ist nicht nur eine große Freude, sondern ein ganz besonderes Privileg.” Das Konzert war eine Kooperation der Mahler Festwochen und der Südtiroler Festspiele.

Neben dem musikalischen Leckerbissen kamen auch Freunde der bildenden Kunst auf ihre Rechnung. In den Räumen des Grandhotels wurde eine Ausstellung mit Werken von Lois Anvidalfarei eröffnet. Vor Jahren hat der Südtiroler Bildhauer auch schon in der Dolomitenstadt Lienz seine Skulpturen ausgestellt. (Michael B. Egger).

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