Ursula Grosers „Gefüge“ im RLB-Atelier Lienz

Medienarbeiten und Rauminstallationen, eigens für die Schau in Lienz realisiert. Ab 4. Oktober.

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Ornament der Masse, 2013, Papier, Wandinstallation: 200 „Himmel und Hölle“-Faltobjekte aus Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Menschenmassen hat Groser zu einer reliefartigen Struktur zusammengefügt.

Die Arbeiten von Ursula Groser, die ab 4. Oktober, 19 Uhr, im RLB Atelier Lienz zu sehen sind, bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Individualität und Masse – eine Fragestellung, mit der sich die gebürtige Lienzerin schon seit einigen Jahren auseinandersetzt. Dem Betrachter ihrer Werke überlässt Groser die Wahl der Perspektive: Individuum oder Masse? Neben der philosophischen Sicht interessiert sie sich auch für psychologische und soziologische Ansätze.

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Die Künstlerin stapelt 150 Fahrradschläuche zu einer Skulptur.

Für die aktuelle Ausstellung hat die Künstlerin eigens drei räumliche Eingriffe im RLB Atelier am Johannesplatz realisiert: Sie stapelt ca. 150 Fahrradschläuche zu einer Skulptur und spannt Damenstrümpfe, einer Zeichnung ähnlich, den Wänden entlang. In der Wandinstallation „Ornament der Masse“ fügt sie über 200 „Himmel und Hölle“-Faltobjekte aus Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Menschenmassen zu einer reliefartigen Struktur zusammen. Medienarbeiten ergänzen die Installationen im Atelier.

Seit heuer konzentriert sich das RLB Atelier auf Einzelausstellungen der jüngeren Tiroler Künstlergeneration und präsentiert in diesem Zusammenhang die erste Ausstellung von Ursula Groser in Osttirol. „Die Auseinandersetzung mit dem Massentrieb der Menschen ist gerade in Zeiten der ständig wachsenden medialen Vernetzung ein höchst aktuelles Thema. Ursula Groser findet dafür unter Einbindung von alltäglichen Materialien, die sie verfremdet, multipliziert und abstrahiert, interessante und spannende Lösungen“, so die Kuratorin der Ausstellung, Silvia Höller.

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Ursula Groser wurde 1974 in Lienz geboren und ist in Schwaz aufgewachsen, wo sie heute als freischaffende Künstlerin lebt. Nach ihrer mehrjährigen Tätigkeit als Grafikdesignerin absolvierte sie von 1997 bis 2003 ein Studium am Mozarteum in Salzburg (Bildhauerei) sowie an der Universität Salzburg (Philosophie und Psychologie). Grosers rege Ausstellungstätigkeit führte sie bisher nicht nur durch ganz Tirol, sondern unter anderem auch nach Zürich, Montenegro, Zypern, Irland und in die Türkei sowie 2010 zur Internationalen Biennale nach Peking. Die Künstlerin wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien wie etwa dem Josef-Franz-Würlinger-Preis der Stadt Innsbruck (2012), dem Hubert-Sielecki-Kunstpreis (2011) oder dem Förderpreis für zeitgenössische Kunst des Landes Tirol (2010) ausgezeichnet.

Die Ausstellung „Gefüge“ wird am 4. Oktober um 19.00 Uhr im RLB Atelier Lienz, Johannesplatz 4, eröffnet und ist ab 7. Oktober während der Banköffnungszeiten zu sehen.

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