Peter Mitterrutzner beeindruckt in „Sibirien“

Felix Mitterers Erfolgsstück berührt und geht unter die Haut. Am 11. und 12. Oktober in Lienz.

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„Sibirien“: In der Hauptrolle der unvergleichliche Südtiroler Volksschauspieler Peter Mitterrutzner, in einer Nebenrolle der junge Osttiroler Lucas Zolgar.

1989 schrieb Felix Mitterer den berühmten Monolog „Sibirien“, in dem der alte Herr Aigner – von Sohn und Schwiegertochter ins Pflegeheim abgeschoben – die Zustände im Heim anprangert. Er vergleicht sie mit dem Gulag, dem Sibirischen Arbeitslager, in dem er während der Kriegsgefangenschaft war. Er ist ein Choleriker und sehnt sich nach daheim, nach seiner verstorbenen Frau und dem Hund, doch seine Familie will ihn nicht mehr zurückholen. Das Stück ist aufrüttelnd und hat in den 14 Jahren seit seiner Entstehung doch einiges in Gang gesetzt, zumal das Problem der Pflege und Versorgung in den letzten Lebensjahren heute aktueller denn je ist.

In Lienz wird das Stück am 11. und 12. Oktober, jeweils um 20 Uhr, im Stadtsaal Lienz aufgeführt. Es ist ein sensibles Plädoyer für ein menschenwürdiges Altern. Es berührt und geht unter die Haut.

In der Hauptrolle zu sehen ist der unvergleichliche Südtiroler Volksschauspieler Peter Mitterrutzner. Aus der im Stück vorkommenden Pflegerin wurde für die Lienzer Aufführung ein Pfleger, der vom gebürtigen Dölsacher Lucas Zolgar gespielt wird. Zolgar steht derzeit wieder einmal in Deutschland vor der Kamera.

Karten für die Aufführungen sind im Bürgerservicebüro in der Liebburg und an der Abendkasse erhältlich. Reservierung und Info unter 04852/600-513 und auf www.stadtkultur.at.

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Felix Mitterer, geboren 1948 in Achenkirch/Tirol, lebt nach einigen Jahren in Irland heute in Niederösterreich. Seit 1978 erfolgreicher Theater- und Drehbuchautor. Die mehrteiligen Filme Verkaufte Heimat und Piefke-Saga sind seine bekanntesten, vielfach preisgekrönten Fernseharbeiten, Kein Platz für Idioten, Besuchszeit, Sibirien die am meisten aufgeführten Theaterstücke. Felix Mitterer versteht es wie kein zweiter, auf Missstände hinzuweisen, ohne belehrend zu sein. Das Genre Volksstück hat er weiterentwickelt, sodass jeder seine Stücke versteht und davon berührt ist. Der ihm eigene Humor macht es dem Zuschauer leichter, traurige und betroffen machende Stoffe zu sehen, seine Stücke sind – wie zuletzt der neue Text zu den Erler Passionsspielen – intensiv und authentisch.

Peter Mitterrutzner wurde 1942 in Brixen geboren und war zuerst Schriftsetzer und bis 1995 Druckereileiter beim Athesia-Verlag. Seit Beginn der 1970er Jahre spielte er auf der Pfarrbühne von Albeins und ist ein Mitbegründer der Rittner Sommerspiele. Mitterrutzner ist Sprecher von zirka 150 Hörspielproduktionen, wirkte in zahlreichen Fernsehfilmen mit und ist seit 1999 Ensemblemitglied des Münchner Volkstheaters.

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