Das Gymnasium Lienz feierte seinen 75. Geburtstag

Kreativ und berührend wurde regionale Zeitgeschichte lebendig. Mit Video!

 

 

Im Oktober 1938 wurde in den Räumen der heutigen Spitalskirche die „Oberschule für Knaben“ eröffnet, das spätere Gymnasium Lienz. 75 Jahre später erzählte der 87-jährige Josef Wurzer in berührenden Worten, wie ihn der damalige Direktor – ein SS-Mann – einen schweren Stein zur Dolomitenhütte schleppen ließ, um ihn zu demütigen.

Wurzer war als Zeitzeuge am 8. November zu einem Jubliäumsfestakt des Gymnasiums geladen, der in einer phantasievollen und überzeugenden Dramaturgie die Geschichte der Schule lebendig werden ließ und mit einem bezaubernd choreografierten „Tableau Vivant“ begann. Schüler unterschiedlicher Jahrgänge und Klassen inszenierten eine surreale Zeitreise vor dem Hintergrund von René Magrittes Gemälde „Golconde“.

In die Realität der Schulgeschichte tauchte dann Historiker Martin Kofler – selbst Absolvent des Gymnasiums – in lockeren Interviews mit ehemaligen und derzeitigen Schülern ein. Neben Josef Wurzer, dem Schüler der ersten Stunde, war auch ORF-Sportreporter Dierkes ein Interviewpartner. Der ehemalige Schulsprecher und „Konviktler“ las noch einmal die pathetische Rede, die er 1961 bei der Eröffnung des heutigen Schulgebäudes vorgetragen hatte, im humanistischen Geiste des Horaz.

Josef Wurzer
Rainer Dierkes
Marco Fercher und Nora Kohlhofer

Auch Dierkes ging unter anderen Voraussetzungen zur Schule als seine Nachfolger im Jahr 2013, die zum Schluss auf dem roten Sofa Platz nahmen. Marco Fercher und Nora Kohlhofer plauderten als recht entspannte Schüler von heute über ihr Verhältnis zum Gymnasium der Gegenwart. Direktorin Ursula Strobl begrüßte neben einer Menge Prominenz auch Hans Lintner. Der Präsident des Landesschulrates brachte auf den Punkt, was alle Besucher spürten: Die größte Schule des Bezirkes ist ein sehr lebendiger, leistungsfähiger und kreativer Ort.

Was Schüler und Lehrer live unter Beweis stellten. Zweieinhalb Stunden dauerte der Festakt, der keine Minute langweilig war, mit Tanzeinlagen der Mädchen aus den zweiten Klassen und einem alles überstrahlenden Ensemble aus Schulchor und Schulorchester, geleitet von Martin Brunner. Die „Ode an die Freude“ zu Beginn war einfach ergreifend schön gesungen und gespielt. Am Ende erklang programmatisch und mit Berechtigung der Queen-Klassiker „We are the Champions!“

Fotografiert hat Roland Rossbacher. Gefilmt und geschnitten hat Peter Werlberger.

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