Hans Salcher las aus Briefen an Christoph Zanon

Ein Wort- und Bildkünstler zeichnete das Porträt einer Freundschaft.

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(Fotos: Stadtbücherei Lienz/Jörg Schnell)

Hans Salcher ist als Maler in Osttirol fast allgegenwärtig und auch als Literat und Buchgestalter immer wieder präsent. Umso überraschender ist die Tatsache, dass er seit mehr als zehn Jahren nicht mehr öffentlich in Lienz gelesen hat. Kein Wunder, dass die 50 Karten für Salchers literarischen Abend in der städtischen Bücherei sofort verkauft waren und das Publikum gespannt auf den Vortrag des Universalkünstlers wartete, der am Freitag, 15. November einem verstorbenen Freund gewidmet war: Christoph Zanon.

Salcher und Zanon verband eine innige Freundschaft. Zwischen 1988 und 1996 schrieb Salcher dem kongenialen Freund und Schriftsteller viele Briefe, die nicht nur geistige Wahlverwandtschaft und tiefes gegenseitiges Vertrauen zeigen. Bis heute sieht Salcher in Zanon einen Mentor, der ihn auch in dunklen Momenten nicht im Stich ließ. Seine tiefe Dankbarkeit war bei der Lesung ebenso allgegenwärtig, wie Salchers Erzähllust und -kunst, die rund um die Brieflektüre viele Geschichten und Anekdoten zu Tage förderte, authentische Schilderungen aus einer für beide nicht einfachen Zeit, ungeschminkt und auch heute teilweise noch provozierend.

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Drei Kinder Christoph Zanons und viele Weggefährten im Publikum waren von Hans Salchers Erzähl- und Lesekunst gerührt und begeistert. Optisch flankiert wurden die Texte und Anekdoten von historischen Bildern der erwähnten Schauplätze und unnachahmlich pointierten Zeichnungen, die Salcher damals in seine Briefe an Zanon eingefügt hatte.

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