Andreas Parggers zweites Buch veröffentlicht

„Maserungen“ als bibliophile Ausgabe im Schweizer „SchwarzHandVerlag“.

Andreas Pargger erinnert sich in seinem Debütwerk an eine Kindheit am Fluss. Foto: RoSt - Recreational Photographer
Andreas Pargger hat sein zweites Buch veröffentlicht: „Maserungen“, erschienen im SchwarzHandVerlag. Foto: RoSt – Recreational Photographer

Andreas Pargger, in Osttirol eher als Musiker der Kultband „Escort Ladies“ bekannt, studiert Literatur in Norddeutschland und hat vor Weihnachten sein zweites Buch veröffentlicht: „Maserungen“. Am 28. November war Pargger im Literaturhaus in Wien zu Gast und las dort aus dem Gedichtband „Kindheit am Fluss“  und seinem neuen Werk, dessen Charakter nicht nur literarisch ungewöhnlich ist.

„Maserungen“ erschien im Schweizer Kleinverlag „SchwarzHandPresse“ und erweitert die Textebene von Literatur um haptische und visuelle Elemente, die aus jedem einzelnen Buch ein individuelles kleines Gesamtkunstwerk entstehen lassen. Die Edition SchwarzHandPresse besteht seit 1992. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern publiziert sie originalgraphische Bücher, die vom Layout über den Druck bis zur Bindung im eigenen Haus hergestellt werden.

Gedruckt werden die Publikationen auf einer Kleinoffsetmaschine oder mit einer kleinen Auswahl an Bleischriften auf einer Abziehpresse. Mit der Veröffentlichung der Bücher bietet Verleger Theo Hurter, selbst freischaffender Künstler, seinen Kolleginnen und Kollegen eine Plattform, auf der sie neue technische Wege gehen und grossen Einfluss auf den Herstellungsprozess nehmen können.

Für Andreas Parggers Buch hat Hurter drei Offset-Lithografien beigesteuert. Jedes Exemplar des kleinen, von der Papierwahl bis zur Fertigung sehr hübsch gemachten Bändchens ist handsigniert, die Auflage auf 200 Stück begrenzt. Seinen literarischen Ansatz erklärt Andreas Pargger so: „Der kleine Band beinhaltet sieben Miniaturen. Die Gattung lässt sich schwer bestimmen. Durch das Bildhafte und die spezielle Musikalität schweben die Texte zwischen Lyrik und Prosa. Man könnte sie – wenn man denn müsste – als lyrische Prosa bezeichnen, obwohl das nicht ganz hinkommt. Die Miniaturen sind zwischen August 2012 und Juli 2013 vor allem in Berlin und Leipzig entstanden. Die Texte erzählen durch ihre Farben und Bewegungen – darum der Name „Maserungen“ – zugleich neue und mythische Begebenheiten.“

Hier geht's zum digitalen Prospekt von „Maserungen“.

Bestellen kann man das Buch, das 30 Euro kostet, nur direkt beim Verlag. Man bekommt den Band zugesendet und zahlt erst nach dessen Erhalt.

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2 Postings bisher
AndiPargger vor 4 Jahren

lieber herr churchill!

vielen dank für ihr kommentar! ich bin total überrascht, wie schnell sie zu meinem buch gekommen sind!

zu ihren anmerkungen: ich schätze - vor allem - theoretische texte der dadaisten sehr. meine gedichte sehe ich aber weit von dieser tradition entfernt. (allein schon was intention und machart betrifft.) zum begriff der "nonsense-literatur": ich finde diese bezeichnung problematisch. ich glaube nicht, dass eine vom menschen getätigte handlung (und ein text beruht ja immer auf entscheidungen des autors) un-sinnig sein kann. ich gebe ihnen aber recht, dass meine miniaturen auf den ersten blick "hermetisch" daherkommen: wenn man sie nach einer handlungsfolge absucht, wird man enttäuscht. ich denke aber, dass man auf unterschiedliche arten verstehen kann. wenn man sich einen song anhört oder ein bild betrachtet, sucht man darin beispielsweise auch nicht nach einem mörder und seinem motiv. versuchen sie doch bitte, meine miniaturen nachspürend oder tastend zu begreifen. ganz deuten lässt sich ein literarischer text aber nie.

ich habe mich wirklich sehr über ihr kommentar gefreut! mit den besten grüßen, ap!

Churchill vor 4 Jahren

Im Gegensatz zur ansonsten eher depressiv anmutenden Gegenwartsliteratur liest sich der Band ganz gemütlich. Eine gewisse Grundmelancholie schwingt aber dennoch subtil mit. Wenn ich das aber klassifizieren müsste, würde ihm eher eine Nähe zu Dada oder Nonsenseliteratur (nach dem Stil von "Dunkel war's, der Mond schien helle"), als zur lyrischen Prosa unterstellen.