Snowboarder in St. Jakob tödlich verunglückt

Update: Polizeibericht schildert den tragischen Hergang des Unfalls.

Alpinpolizei, Notarzt und Bergrettung waren im Einsatz. Fotos: Brunner Images
Alpinpolizei, Notarzt und Bergrettung waren im Einsatz. Fotos: Brunner Images

Nach dem tödlichen Absturz eines finnischen Snowboarders im Bereich des Brunnalm-Skigebietes im Osttiroler Defereggental gab ein Polizeibericht am Abend des 28. Dezember Aufschluss über die näheren Umstände.

Suchmannschaft-Defereggental

Demnach trafen sich sechs befreundete Snowboarder – drei Tiroler, ein Deutscher, ein Australier und ein Finne – am 28. Dezember zum Snowboarden in St. Jakob. Sie kannten die heikle Lawinensituation (Stufe 3) und beschlossen, keine größeren Abfahrten im freien Skiraum zu unternehmen. Alle waren mit einem LVS (Lawinen Verschütteten Suchgerät) ausgerüstet.

Kurz nach Mittag fuhren die Freunde dann doch nordöstlich des Mooserberg Sesselliftes in einen Tiefschneehang im freien Skiraum und zwar in einer Variante, die sie bereits einmal gefahren waren. Der Hang grenzt an eine steil abfallende Geländekante, die dem Finnen zum Verhängnis wurde. Der 32-Jährige fuhr als Letzter, um von den anderen Fotos zu machen und bewegte sich dabei sehr nahe an der Geländekante.

Die Polizei vermutet aufgrund der Spuren, dass er gestürzt ist und zunächst über einen ca. zwei Meter hohen senkrechten Abbruch fiel. Beim Aufprall im Tiefschnee löste sich ein Schneebrett, das den Snowboarder ca. 300 bis 400m über teilweise senkrechtes und mit Felsen durchsetztes Gelände in die Tiefe riss. Am Lawinenkegel blieb er nur teilweise verschüttet liegen. Der Kopf war frei.

Seine Freunde warteten zunächst an der Talstation des Mooserberg Sesselliftes. Weil der Freund nicht kam, fuhren sie wieder nach oben, wählten die selbe Abfahrt und entdeckten im Bereich der abfallenden Geländekante den Lawinenanriss. Sie befürchteten einen Lawinenunfall und setzten sofort einen Notruf ab.

Die angeforderten Notarzthubschrauber Martin 4 und C7 waren wenig später am Einsatzort und schon beim ersten Suchflug entdeckte die Martin4-Besatzung den Vermissten teilweise verschüttet am Lawinenkegel. Ein Notarzt und ein Flugretter wurden abgesetzt, sie konnten nur mehr den Tod des finnischen Snowboarders feststellen.

Der Verunglückte wurde von der Besatzung des Polizeihubschraubers Libelle Kärnten geborgen. Im Einsatz standen neben den drei Hubschraubern eine Osttiroler Lawinenhundestaffel mit drei Suchhunden, die Bergrettung Defereggental und vier Alpinpolizisten der AEG Lienz.