In Osttirol kehrt die Normalität zurück

UPDATE: Defereggental seit 14 Uhr wieder geöffnet! Statiker überprüfen Dächer im Bezirk. 

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Seit 14 Uhr ist die Straße ins Defereggental wieder geöffnet. Foto: Philipp Brunner

Nach der Stabilisierung der Wetterlage stehen heute für die Bezirkseinsatzleitung in der BH Lienz die Planung und Koordination von Sicherungs-, Versorgungs- und Aufräumeinsätzen in ganz Osttirol im Vordergrund. In weiten Teilen des Bezirkes kehrt die tiefwinterliche Normalität zurück.

„Ein Thema wegen des durchfeuchteten Schnees bleibt das Abräumen der Dächer. Es stehen derzeit drei Statiker im ganzen Bezirk bereit, um bei gefährdeten Gebäuden Abklärungen zu treffen. Die Bezirkseinsatzleitung reiht dann die Gebäude, deren Dächer abgeschöpft werden müssen, je nach Gefahrenlage. Für das Freischaufeln stehen vier Züge des Bundesheeres mit jeweils 40 Soldatinnen und Soldaten zur Verfügung“, erklärt Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

Neben dem Villgratental ist seit 14 Uhr nun auch das Defereggental wieder geöffnet, wie Bürgermeister Gerald Hauser in einer Aussendung verkündet. Wegen umgestürzter Bäume bleiben die Zufahrt ins Kristeiner Tal und die Asslinger Straße gesperrt. Hier sind die Aufräumungsarbeiten voll im Gange. Untertilliach ist mittlerweile über Obertilliach auf dem Straßenweg erreichbar.

Ein Lob für Zusammenhalt und vorbildlichen Katastropheneinsatz spricht Landeshauptmann Günther Platter aus: „Tirol hilft und hält gerade in schweren Stunden zusammen. Diesen Zusammenhalt konnte ich bei meinem Besuch in Osttirol überall spüren und erleben – von der Bezirkseinsatzleitung über das Bundesheer und die Blaulichtorganisationen bis hin zu den vielen zivilen Helferinnen und Helfern!“

Auch Sicherheitsreferent und Landeshautpmannstellvertreter Josef Geisler zeigt sich begeistert: „Im Bezirk Lienz wird einmal mehr gezeigt, wie wichtig eine funktionierende Infrastruktur und die Dorfgemeinschaft in ländlichen Gebieten ist. Als Gemeinde tagelang von der Außenwelt abgeschnitten zu sein heißt, auf sich selbst gestellt alle Probleme und Anforderungen eines Katastrophenalltags meistern zu müssen. Das funktioniert in Osttirol reibungslos.“

Die gewaltigen Neuschneemengen in Osttirol sowie entlang der südlichen Ötztaler und Stubaier Alpen haben sich inzwischen deutlich gesetzt und auch etwas stabilisiert. Die Lawinengefahr wird derzeit im oberen Bereich der Lawinengefahrenstufe drei eingeordnet.

Wie das Risiko einzustufen ist, erklärt Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol: „Die Hauptgefahr geht von frischen und älteren Triebschneeansammlungen aus. Diese können schon durch geringe Zusatzbelastung, also schon durch einen einzelnen Wintersportler, als Lawine ausgelöst werden. Es ist nach wie vor auf Selbstauslösungen mittlerer, vereinzelt auch großer Gleitschnee-Lawinen aus Wiesenhängen zu achten.“

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