„Osttirol für Jalimo“ sucht Tischler für Afrika

Ab März wird die Arbeit im Südsudan wieder aufgenommen. Handwerker werden gebraucht.

Das Dach des ersten Gebäudes in Jalimo steht. Mit Osttiroler Handwerkern und Arbeitern vor Ort soll das zweite folgen. Fotos: Kraler-Lachberger/OfJ
Das Dach des ersten Gebäudes in Jalimo steht. Mit Osttiroler Handwerkern und Arbeitern vor Ort soll das zweite folgen. Fotos: Kraler-Lachberger/OfJ

Die Dachträger liegen schon seit Monaten bereit, die Fertigstellung des zweiten Hospital-Gebäudes in Jalimo musste unerwartet aufgeschoben werden – aufgrund eines politischen Konflikts im Südsudan waren die Arbeiter in Gefahr. Doch jetzt soll der Bau fortgesetzt werden, wie Franz Krösslhuber und Hans Themessl bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 25. Februar, bekannt gaben. „Mitte März möchten wir so weitermachen, wie wir Mitte Dezember aufgehört haben. Zwar ist die Trockenzeit, in der man am besten arbeiten kann, fast vorbei, aber wir haben das Dach des ersten Gebäudes fertig, was uns hinsichtlich des Bauens einen Vorteil verschafft“, erklärte Initiator des „Osttirol für Jalimo“ Projekts Franz Krösslhuber.

Die beiden Architektur-Diplomanden Christoph Lachberger und David Kraler werden bereits am 13. März wieder in den Südsudan reisen, um das Fortsetzen des Projekts zu unterstützen, ein Helfer der sich momentan in Uganda aufhält, soll nachkommen. Beim Personal für den Aufbau hat Hans Themessl ein besonderes Anliegen: „Im Idealfall haben wir zusätzlich zu den sechs bis acht Arbeitern vor Ort und unseren zwei Architekten noch zwei heimische Helfer. Im Moment brauchen wir jemanden, der geübt ist im Umgang mit Holz, am besten einen Tischler oder Zimmermann und der bereit ist, für etwa sechs Wochen in den Südsudan zu reisen“. „Osttirol für Jalimo“ garantiert dabei eine kollektive Unfallversicherung und übernimmt sämtliche Spesen, rund 300 bis 400 Euro für den Flug sollte der Helfer einplanen. Freiwillige können eine E-Mail an Hans Themessl schicken oder ihn direkt unter der Nummer 0676 678 13 00 telefonisch erreichen.

Das "Osttirol für Jalimo"-Projekt bietet den Menschen im Südsudan nicht nur eine Chance auf medizinische Versorgung und einen Arbeitsplatz, durch das Sammlen von Wissen ist "Hilfe zur Selbsthilfe" das Ziel.
Das „Osttirol für Jalimo“-Projekt bietet den Menschen im Südsudan nicht nur eine Chance auf medizinische Versorgung und einen Arbeitsplatz, durch das Sammeln von Wissen ist „Hilfe zur Selbsthilfe“ das Ziel.

Während der drei vergangenen Monate kümmerten sich die Projektleiter vorrangig um die Anschaffung von Batterien, Photovoltaik-Apparaturen und einem Rettungsauto, denn all das soll bei der Rückkehr nach Jalimo zum Einsatz kommen. Auch medizinische Ausrüstung und Geräte wurden organisiert, da es den Verantwortlichen ein Anliegen ist, das Hospital im Südsudan so schnell wie möglich in Betrieb zu nehmen. „Wenn alles nach Plan verläuft, möchten wir im Mai die restlichen Mauern hochziehen, im Juni alles verputzen und im August beziehungsweise September die Sanitär- und Elektroanlagen installieren“, erläuterte Krösslhuber den Zeitplan. Natürlich würden auch in jeder einzelnen dieser Bauphase diverse Arbeitskräfte aus Osttirol gebraucht, je spezialisierter sie in den einzelnen Fachbereichen seien, desto besser, gab der Mediziner weiter zu bedenken.

Franz Krösslhuber selbst wird voraussichtlich im Januar 2015 nach Jalimo reisen und dort für einen längeren Zeitraum als Arzt praktizieren. Bis dahin sollen nach Fertigstellung der Gebäude vorrangig Krankenschwestern die Versorgung der Patienten vor Ort übernehmen. Um Ärzte aus Osttirol zu finden, die das Projekt im Südsudan unterstützen, plane Franz Krösslhuber auch einen Vortrag im Lienzer BKH: „Der Aufenthalt in Jalimo würde potenziellen Kandidaten nicht nur helfen, sich weiterzubilden und bei der medizinischen Versorgung mitzuwirken, sie könnten sich die Zeit auch in ihrer Ausbildung zum Allgemein- oder Kinderarzt anrechnen lassen.“ Eines der wichtigsten Ziele der Verantwortlichen ist es jedoch, im Südsudan beheimatete Ärzte anzustellen, die auf lange Sicht die medizinische Versorgung im Hospital gewährleisten können. Schließlich sei „Osttirol für Jalimo“ ein Projekt im Zeichen der „Hilfe zur Selbsthilfe“, wie Hans Themessl abschließend erklärte.

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