„Osttirol für Jalimo“ derzeit nicht in Gefahr

Unruhen bedrohen das Hilfsprojekt im Südsudan an der Grenze zu Uganda nicht.

2007 besuchte Franz Krösslhuber das erste Mal Jalimo. Das Leid der Menschen, ausgelöst durch das marode Gesundheitssystem ließ den Lienzer Kinderarzt von einem Hospital in der südsudanesischen Region Kajo Keji träumen. Durch den Verein „Osttirol für Jalimo“ sammelte sich ein sechsstelliger Eurobetrag. Mit diesem sollte das Projekt verwirklicht werden – konkret von zwei Architekturstudenten der Universität Wien, dem Osttiroler David Kraler und dem Oberösterreicher Christoph Lachberger. Mit den Bauarbeiten des Hospitals wurde schon im Sommer 2013 begonnen. Laut Medienberichten sollte das Hilfsprojekt allerdings durch einen politischen Konflikt im Südsudan in Gefahr geraten sein. „Am 15. Dezember startete der Konflikt, ausgelöst durch die Kündigung des Vizepräsidenten Riek Machar von Präsident Salva Kiir. Schaut man genauer hin, matchen sich im Südsudan zwei ethnische Volksgruppen“, erklärt David Kraler, der ein paar Tage vor Ausbruch der Krise das Land verlassen hat. „Allerdings finden die Kämpfe 150 Kilometer entfernt von unserem Standort statt – die Lage im Süden ist ruhig“, führt der Architekturstudent fort. Wie hoch die Chancen auf Frieden im Südsudan stehen, will Kraler nicht beurteilen. Das Projekt sieht man seitens der jungen Männer, die gerade fleißig an ihrer Diplomarbeit arbeiten, allerdings nicht in Gefahr. „Christoph hat vor seiner Ausreise die wichtigsten Sachen in die Wege geleitet – wir haben hohes Vertrauen in die Arbeiter vor Ort“, beteuert Kraler und sieht der Fortführung des Projektes optimistisch entgegen.

Bald wollen die jungen Architekturstudenten Christoph Lachberger und David Kraler im Südsudan arbeiten. Foto: David Kraler
Bald wollen die jungen Architekturstudenten Christoph Lachberger und David Kraler im Südsudan arbeiten. Foto: David Kraler

Auch Franz Krösslhuber, Obmann des Vereins „Osttirol für Jalimo“ ist zuversichtlich gestimmt. „Die jungen Männer organisieren den Bau im Moment von der Heimat aus, stehen aber in permanenten Kontakt mit Afrika“, erläutert der Lienzer Kinderarzt. „Außer verstärktem Militäraufgebot kann man in ‚unserem‘ Gebiet derzeit keine Auffälligkeiten erkennen, was mittelfristig dazu führen wird, dass unsere Jungs – sollte nichts dazwischenkommen – in einigen Wochen wieder in den Südsudan reisen werden“, berichtet Krösslhuber. Dieser steht auch in ständigem Kontakt mit dem EU-Außendelegierten, um die weitere Vorgehensweise genau abzustimmen. Impressionen von den Bauarbeiten und dem Fortschritt des Projekts hat uns David Kraler geschickt.

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