Eishockey-Skandal: Klagenfurt kneift vor Toblach

Zum Entscheidungsspiel der 1. Division reisten die Kärntner einfach nicht an.

Sie hätte ein Eishockeykrimi werden sollen, die 5. und letzte Finalpartie der Tarco Wölfe aus Klagenfurt gegen die Toblacher Icebears. Nach dem Ausscheiden von Mitfavorit UECR Huben bestritten diese beiden Teams die Finalrunde der 1. Kärntner Eishockeydivision. Am Samstag, 1. März war Toblach noch in Klagenfurt zu Gast und verlor mit 5:2 gegen die Wölfe aus der Lindwurmstadt.

Stand nach vier ausgetragenen Partien: Zwei Siege für Toblach, zwei Siege für Klagenfurt. Heute, Sonntag 2. März, hätte das fünfte, alles entscheidende Spiel in der Toblacher Eisarena stattfinden sollen. Hunderte Zuschauer wurden erwartet, statt dessen trudelte beim Kärntner Eishockeyverband am Vormittag eine lapidare E-Mail der „Wölfe“ ein.

Originaltext: „Der EC Tarco Wölfe Klagenfurt wird zum 5. Finalspiel in Toblach, welches heute, am 2. 3. 2014 vom KEHV angesetzt wurde, nicht antreten. Viele Spieler können oder wollen heute wegen beruflichen oder privaten Verpflichtungen nicht spielen. Da wir daher keine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen können, werden wir zu diesem Spiel nicht antreten….“

Damit ist ein sportlicher Skandal perfekt und Wolfgang Ebner, Präsident des Kärntner Eishockeyverbandes, kocht: „Der Vorstand des KEHV nimmt dieses Mail zur Kenntnis und wird alle erforderlichen Schritte gegen diese sportlich unfaire und nicht nachvollziehbare Aktion in die Wege leiten. Ein solches Vorgehen verlangt die Höchststrafe für den Eishockeysport,“ erklärt der Funktionär gegenüber dolomitenstadt.at.

Die Icebears Toblach warten vergeblich auf die Wölfe aus Klagenfurt. Foto: Anton Oberhammer
Die Icebears Toblach warten vergeblich auf die Wölfe aus Klagenfurt. Foto: Anton Oberhammer

Die „Icebears“ aus dem Hochpustertal sind damit kampflos Meister und geben sich auch wie ein echter Champ: „Die Icebears werden einfach gegeneinander um 18 Uhr ein kurzes Spiel für die Fans machen, zudem wird anschliessend die Medaillenübergabe durch den KEHV auf dem Eis stattfinden. Die Mannschaft hofft, dass trotzdem viele Fans zur Meisterfeier kommen werden und spendiert in der Hütte auf der Terrasse Freibier, gratis Glühwein und Apfelglühmix für alle Fans … Wir hoffen, dass viele mitfeiern,“ erklärt der Vorstand der Toblacher.

Und Topscorer Matthias Rehmann bringt es auf den Punkt: „Es ist natürlich schade, so Meister zu werden, da so der Sport der große Verlierer ist und die Fairness auf der Strecke bleibt! Wir haben gestern nach dem Spiel in Klagenfurt bereits davon gehört und uns gesagt, dass wir in einer solchen Situation mit Jugendspielern aufgelaufen wären, schon aus Respekt vor dem Gegner. Auf jeden Fall denke ich, dass wir ein verdienter Meister sind, auch wenn wir das heute gerne nochmals auf dem Eis gezeigt hätten!“

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Die Sportredaktion von Dolomitenstadt freut sich über Kommentare aus der Eishockey-Community!

Meine Meinung dazu:

Mit dieser Aktion haben die Tarco Wölfe die letzten Sympathien verspielt. Es ist auf das Höchste unfair, dies einem Verein wie Toblach anzutun, der sich für dieses Spiel einige hundert Besucher erwartet hat und bereits mitten in den Vorbereitungen war. Ich hoffe dass der KEHV eine exemplarische Strafe aussprechen wird, damit dieses Beispiel in der höchsten Klasse im Kärntner Eishockey nicht Schule macht!

Peter Strohmayrr

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