80 Mal Edelmetall für Osttirols Schnapsbrenner

Edelbrände aus Osttirol räumten bei der „Destillata“ 2014 dank hoher Qualität ab.

Die erfolgreichen Osttiroler Schnapsbrenner mit ihren Produkten und Auszeichnungen, v.l.: Josef Mair, Rudolf Schwarzer, Adolf Berger, Elke Obkircher, Martina Kuenz. Foto: Dolomitenstadt/Egger
Die erfolgreichen Osttiroler Schnapsbrenner mit ihren Produkten und Auszeichnungen, v.l.: Josef Mair, Rudolf Schwarzer, Adolf Berger, Elke Obkircher, Martina Kuenz. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Die Destillata gilt in Fachkreisen als eine der bekanntesten und wichtigsten Prämierungen von Edelbränden. Heuer wurden von der Fachjury knapp 1.700 Produkte aus elf verschiedenen Nationen verkostet – Sauberkeit und Aroma waren dabei die wichtigsten Kriterien. „Bei Destillata müssen alle Schnäpse ohne Zucker sein, eine Ausnahme bilden die Grappe“, erklärt der Osttiroler Schnapsbrenner, Rudolf Schwarzer. Am Freitag, 14. März, wurden die besten Destillerien und Edelbrände im Salzburger Stieglkeller gekürt.

Mit dabei waren auch fünf Osttiroler Betriebe – Rudolf Schwarzer, Hermann und Martina Kuenz, Adolf Berger, Josef Mair sowie die Familie Obkircher holten insgesamt 80 Medaillen in den Bezirk Lienz. Ein Drittel aller Goldmedaillen Tirols gingen nach Osttirol – sowie rund die Hälfte aller Silbernen und Bronzenen. „Die Schnapsbrennerei ist wahrscheinlich die einzige Sache wo wir unseren Kollegen aus Nordtirol voraus sind“, glaubt der Dölsacher Josef Mair. Woran das liegt? „Wahrscheinlich haben wir die besseren Früchte und die besseren Schnapsbrenner“, sind sich alle Preisträger einig.

Eine Auswahl der prämierten Osttiroler Edelbrände.
Eine Auswahl der prämierten Osttiroler Edelbrände.

Mit 35 Mal Edelmetall war Rudolf Schwarzer aus Osttiroler Sicht am erfolgreichsten. Über Gold durfte der Lienzer fünf Mal jubeln – darunter in einer der schwierigsten Kategorien, der Marille. „Manche Jahre gibt es nur eine oder keine Goldene – 2013 war allerdings ein tolles Marillenjahr und die erste Goldene Osttirols in dieser Kategorie war das Ergebnis“, freut sich Schwarzer. Neben „Williamsbirne“ und „Oskar Kartoffel“ hat für den Schnapsbrenner vor allem die „Bio Mandarine Tarvido di ciaculli“ große Bedeutung. „Wir beliefern seit 2013 die First Class der Lufthansa“, strahlt Schwarzer und erklärt, dass er derzeit 1000 Flaschen für das deutsche Luftfahrtunternehmen produziert. Wie er zu diesem Auftrag kam? „Eines Tages landete ein Mail im Posteingang, ob ich 500 Flaschen Blutorange liefern kann. Zuerst dachte ich, es ist Spam. Nach einem Telefonat stellte sich allerdings heraus, dass tatsächlich Interesse besteht“, erzählte der Schnapsbrenner. Neben den fünf Goldmedaillen sicherte sich Schwarzer auch 17 Silber- und 13 Bronzemedaillen.

Angesichts der Geschäfte mit der deutschen Lufthansa blickt Rudolf Schwarzer in eine rosige Zukunft
Angesichts der Geschäfte mit der deutschen Lufthansa blickt Rudolf Schwarzer in eine rosige Zukunft

Für Hermann und Martina Kuenz verlief die Prämierung nicht weniger erfolgreich. Insgesamt holte die Naturbrennerei Kuenz 28 Medaillen, fünf davon in Gold, 14 in Silber und neun Bronzene. Die Pregler-Goldene hat für Martina Kuenz eine besondere Bedeutung: „Beim Pregler sind wir immer höchstprämiert – das bedeutet langfristige Qualität“, strahlt die Dölsacherin. Nicht weniger stolz zeigt sich Kuenz über den vergoldeten Zwickl-Bier Edelbrand: „Hier verwendeten wir das frische Zwickl-Bier aus der heimischen Brauerei Falkenstein.

"Diese Auszeichnungen tun unserer Region gut", ist Martina Kuenz überzeugt.
„Diese Auszeichnungen tun unserer Region gut“, ist Martina Kuenz überzeugt.

Mit neun Medaillen überzeugten auch die Destillate der Familie Obkircher aus Virgen. Besonders stolz ist Elke Obkircher auf die höchste Prämierung – die Goldmedaille im Meisterwurz: „Die anstrengende Ernte im Sommer macht sich dann mit der Prämierung bezahlt.“ Adolf Berger von der Brennerei Oberbichler nahm nach drei Jahren Pause erstmals wieder an der Prämierung teil. Auf eine Goldauszeichnung fehlte dem Prägratener nur ein Punkt, allerdings gewann er insgesamt 4 Mal Silber und 3 Mal Bronze. „Ich werde wieder ein paar Jahre pausieren – die Prämierung ist für mich eine sehr kostenintensive Werbung“, erklärt der Schnapsbrenner. Auch der Bürgermeister von Dölsach, Josef Mair, gewann eine Bronzemedaille und hebt vor allem die hohe Qualität aller Osttiroler Produkte hervor. Die Schnapsbrennerei hat in Osttirol eine große Tradition, insgesamt gibt es rund 600 Brennrechte im Bezirk – einen ausführlichen Bericht können Sie in unserer Winterausgabe 2013 des Dolomitenstadt Magazins nachlesen.

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