Andy Holzer „reist aufs Dach der Welt“

Osttiroler Blind Climber will mit dem Mount Everest die „Seven Summits“ komplett machen. Video!

Die Worte "Du kannst nur gewinnen" seiner Frau Sabine waren ausschlaggebend für den Versuch den höchsten Berg der Welt zu bezwingen. Fotos: Dolomitenstadt/Egger
Die Worte „Du kannst nur gewinnen“ seiner Frau Sabine waren ausschlaggebend für den Plan, den höchsten Berg der Welt zu bezwingen. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Seit seiner Geburt ist der Tristacher Bergsportler Andy Holzer blind. Bis heute hat der Alpinist zahlreiche Erstbesteigungen und herausfordernde Touren hinter sich. Unter anderem bezwang er sechs „Seven Summits“, die höchsten Gipfel aller Kontinente. Einzig der höchste Punkt Asiens, der Mount Everest, 8.848 Meter über dem Meer, fehlt dem Bergsteiger noch. „Udo Ebner, mit dem ich schon mehrere Expeditionen absolviert habe, bezwang den Everest – mein erster Impuls, dass ich es auch schaffen kann. Außerdem teilte mir Andreas Unterkircher, ein guter Freund, schon jahrelang unterschwellig mit, dass ich die Tour versuchen sollte“, erklärte Andy Holzer am Montag, 24. März, im Rahmen eines Pressegesprächs. „Du kannst nur gewinnen“, waren die Worte seiner Frau Sabine, die den Blind Climber zur endgültigen Entscheidung bewegten: Wohl als erster Osttiroler und als zweiter Mensch ohne Augenlicht, nach dem US-Amerikaner Erik Weihenmayer am Dach der Welt zu stehen.

Daraufhin griff der Alpinist zum Telefon und trommelte ein passendes Team zusammen: „Die beiden Osttiroler Andreas Unterkreuter und Wolfi Klocker sowie der Zillertaler Daniel Kopp wollten mich ans Dach der Welt begleiten“, so Holzer. Vor einigen Tagen erreichte Holzer die Nachricht, dass Andreas Unterkreuter aufgrund einer Verletzung nicht an der Tour teilnehmen kann. „In unseren Köpfen ist Andi dabei – es ist ein Rückschlag, aber wir können trotzdem nicht aufgeben“, zeigte sich Holzer zuversichtlich.

Wolfgang Stocker ist einer der beiden Freunde, die Andy Holzer auf den Everest begleiten.
Wolfgang Klocker ist einer der beiden Freunde, die Andy Holzer auf den Everest begleiten.

Auf technische Hilfsmittel will der Tristacher an dem Achttausender mit der besten Infrastruktur nicht verzichten. „Der künstliche Sauerstoff beispielsweise beugt der Erfrierungsgefahr vor“, verdeutlichte Holzer, der den „dritten Pol“ über die klassische nepalesische Hillary-Step bezwingen wird. Die größte Herausforderung sieht er im Khumbu-Eisbruch auf 5.300 Metern bis 6.100 Meter Höhe.

Finanzieren wollte sich der Alpinist das Projekt aus der eigenen Kasse. „Meine Sponsoren habe ich bloß über mein Vorhaben informiert – ohne Erwartungshaltung. Das wurde belohnt und jetzt kann ich auf eine große Unterstützung bauen“, informierte Holzer, der die Aktion als Investition in sein Leben sieht. Außerdem wird den Blind Climber ein ARD-Filmteam begleiten. Es kamen auch Anfragen von RTL, ORF und ServusTV – aufgrund positiver Erfahrungen entschied sich der Osttiroler allerdings für das dreiköpfige, deutsche Team rund um Regisseurin Juliane Möcklinghoff. „Allerdings erhalte ich vom Sender keine finanzielle Unterstützung – so bin ich aber auch total unabhängig“, meinte Holzer.

Am 2. April steigt der Blind Climber in München in den Flieger nach Kathmandu. Von dort aus geht es für den Alpinisten und seine Kollegen Richtung Basislager und weiter auf den Mount Everest. Aktuelle Infos über die „Reise“ auf den höchsten Berg der Welt bloggt Holzers Frau Sabine unter andyholzer.com/everest. Mit welchen Gefühlen der Bergsteiger nach Asien reist, schilderte er Peter Werlberger im Rahmen des Pressegesprächs:

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