Bartgeier-Nachwuchs im Nationalpark Hohe Tauern

Drei Paare brüten, am Kärntner Katschberg schlüpfte bereits das zweite Jungtier.

Ein junger Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern. Bald wird er mit den Großen seine Kreise ziehen. Fotos: Nationalpark Hohe Tauern/Knollseisen
Ein junger Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern. Bald wird er mit den Großen seine Kreise ziehen. Fotos: Nationalpark Hohe Tauern/Knollseisen

Nach magerem Bruterfolg im Jahr 2013 verspricht 2014 ein wahres Bartgeierjahr für den Nationalpark Hohe Tauern zu werden. Gelang es vergangenes Jahr nicht einmal zwei Jungvögel aus dem Zuchtprogramm in die Freiheit zu entlassen, geben 2014 gleich drei Brutpaare im Nationalpark Hoffnung auf Nachwuchs.

Im Krumltal in Rauris, am Katschberg in Kärnten und im Gschlößtal in Osttirol brüten die drei Bartgeier-Paare. In der zweiten Märzwoche gab es einen Bruterfolg in Rauris und am Mittwoch, 26. März, schlüpfte ein Küken am Katschberg. Wenn alles gut geht, ist der erwartete Schlupftermin im Gschlößtal für Ende April berechnet.

„Das ist eine wahre Sensation im Bartgeierprojekt für den Nationalpark Hohe Tauern und zeigt, dass wir mit unserem internationalen Wiederansiedelungen auf dem richtigen Weg sind“, freut sich die Landeshauptmann Stellvertreterin Ingrid Felipe, die derzeit Nationalparkratsvorsitzende und Naturschutzreferentin von Tirol ist. „Nach 30 Jahren Auswilderung von Jungvögeln aus dem Zuchtprogramm im gesamten Alpenbogen und bisher mäßigem Bruterfolg in freier Wildbahn im Ostalpenraum trägt die Arbeit nun Früchte.“

Bartgeierexperte Michael Knollseisen, der seit Jahren das Projekt und vor allem die jungen Geier betreut, gibt jedoch zu bedenken, dass mit dem Schlüpfen noch nicht alle Sorgen vorbei sind: „Wir hoffen auf noch einen Bruterfolg im Gschlößtal und dass auch in den ersten kritischen Wochen und Monaten nach dem Schlüpfen die jungen Eltern alles richtig machen – in dieser Zeit reagieren sie sehr sensibel auf die geringsten Störungen. In Kärnten und Salzburg haben die Paare schon Erfahrung in der Aufzucht, in Osttirol hat sich ein neues Paar gefunden, das die Elternrolle erst noch lernen muss.“

Einer der erwachsener, markierter Bartgeier. Vier sind aktuell mit Sendern ausgestattet, um Informationen über die Routen und Aufenthaltsorte der Tiere zu sammeln.
Einer der erwachsenen, markierten Bartgeier. Vier sind aktuell mit Sendern ausgestattet, um Informationen über die Routen und Aufenthaltsorte der Tiere zu sammeln.

Seit 1986 werden Jungvögel im gesamten Alpenraum wiederangesiedelt, der Nationalpark Hohe Tauern war von Anfang an mit dabei, die erste alpenweite Freilassung erfolgte im Krumltal. Bis heute wurden 189 Bartgeier aus Züchtungen freigelassen – 54 davon im Nationalpark Hohe Tauern. Die erste erfolgreiche Freilandbrut fand 1997 in Frankreich statt, erst 2010 folgte eine im Nationalpark Hohe Tauern. Bis Anfang 2014 schlüpften dort drei Jungvögel in Freiheit.

Auch 2014 soll es voraussichtlich im Juni in Kals wieder eine Freilassung zweier Jungvögel geben. Mit Sendern sind aktuell vier Bartgeier im Nationalpark ausgestattet, um Daten über die Aufenthaltsorte der Tiere zu sammeln. Online können die Routen von Jakob, Smaragd, Glocknerlady und Inge sowie neueste Informationen mitverfolgt werden.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren