TVBO: Streit um Auftrag für Infrastrukturanalyse

Schett will nichts gewusst haben, Theurl legt Sitzungsprotokoll vor.

„Mir ist nicht bekannt, das Kohl & Partner mit der Infrastrukturanalyse beauftragt wurden und ich bin mit dieser Vorgangsweise keinesfalls einverstanden.“ Sepp Schett schäumt. Als Vorstandsmitglied des TVBO fühlt sich der Villgrater Schafbauer und Vorwärts-Mandatar übergangen bei der Auswahl jenes Beratungsunternehmens, das in den nächsten Wochen die sogenannte „Infrastrukturanalyse“ der Osttiroler Tourismuswirtschaft durchführen soll.

Die drei Vorstände des TVB-Osttirol: Sepp Schett, Obmann Franz Theurl und Andreas Köll (von links). Foto: Expa/Groder
Die drei Vorstände des TVB-Osttirol: Sepp Schett, Obmann Franz Theurl und Andreas Köll (von links). Foto: Expa/Groder

„Ich werde das sicher nicht so hinnehmen!“ schrieb Schett in einem Mail, das der Redaktion vorliegt, an TVBO-Geschäftsführerin Barbara Nußbaumer, die Vorstandskollegen Franz Theurl und Andreas Köll sowie den Vorsitzenden des TVBO-Aufsichtsrates Werner Frömel. Da werde im stillen Kämmerlein gemauschelt. Kohl & Partner seien nicht die Bestbieter, „da die vorliegenden Angebote nicht vergleichbar sind.“

Ganz anders sieht das TVBO-Obmann Franz Theurl, der scharf zurückschießt und auf das Protokoll einer Vorstandssitzung vom 19. Februar 2014 verweist. Bei dieser Sitzung waren laut Mitschrift alle Vorstände, also auch Schett anwesend, ebenso Frömel und Nußbaumer.

Geprüft wurden demnach drei Angebote der Firmen Kohl & Partner, Edinger und con.os. Es habe zwar Diskussionen gegeben, ob Kohl & Partner oder con.os den Zuschlag erhalten sollten, erklärt Theurl, dabei sei es unter anderem um die Spesenabrechnung gegangen. Am Ende sei man übereingekommen, nachzuverhandeln und bei gleichem Leistungsumfang Kohl & Partner zu beauftragen, zu einem Honorarbetrag von 17.000 Euro plus Spesenpauschale. Schett habe dem zugestimmt. „Schett hat von mir auch den kompletten Schriftverkehr bekommen. Wenn hier Politik gemacht werden soll, dann ist der Vorstand des TVBO die falsche Bühne.“

Im übrigen werde er, Theurl, auf Basis der beauftragten Analyse „aufräumen“, vor allem mit längst obsoleten Zahlungsvereinbarungen und „sittenwidrigen Verträgen“, die keine Laufzeit enthielten. Ob es sich dabei auch um Verträge zwischen dem TVBO und den Schultz-Bergbahnbetrieben handle, wollte der TVBO-Obmann nicht beantworten. Es gebe mehrere solcher Vereinbarungen, etwa mit Agrariern, die laufende Zahlungen für Flurnutzungen erhielten, „die als Wahlkampfzuckerl von Bürgermeistern vergeben wurden“.

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6 Postings bisher
satyr vor 4 Jahren

Hätte FT nicht schon längst überprüfen sollen wo was nicht stimmt ?

Dienstbarkeitsverträge ? Pachtverträge ? Unnötiges ? Entbehrliches ?

Befürchte allerdings daß er allenfalls Erspartes bei nächster Gelegenheit in ein Radsportereignis mit ungeheurer Werbewirkung und Fernsehübertragung die nie gesendet wird versenken wird.

Gibt es irgendjemanden der die Versprechungen von FT überprüft ?

Sinnlos vor 4 Jahren

Interessant:

Das es Leute gibt die NEHMEN ohne das es ihnen zusteht (nicht vorhandener Spielplatz als Beispiel). Über diesen Punkt wurde noch gar nicht gesprochen. Der Anstand und die Ehre gebieten ja das man dem Geldgeber sagt, du pass auf die Zahlung (Unterstützung) ist nicht mehr gerechtfertigt.

In Zeiten wie diesen sollte doch die Moral über dem finanziellen Interesse stehen.

Ich empfehle das ungerecht empfangenes Geld zurückbezahlt wird. Inkl. Verzinsung.

Das ist nicht nur GERECHT der Allgemeinheit gegenüber sondern auch ein Signal an andere Schlawiner!

fb vor 4 Jahren

Ungewusst wie -

man es machen soll.

Das gute an solchen Erhebungen: man kann alte, nicht erledigte Ansätze überschreiben, man bekommt ja durch solche Erhebungen neue Ziele definiert. Also -ein Ruck durch die ganze Truppe und auf zu frischen Taten!

Auf der Strecke bleibt eine gewisse Nachhaltigkeit und Meßbarkeit von einzelnen Schritten. In berechtigt freudiger Erregung über die zusätzlichen 4 Stern Betten vergißt man ganz auf die Privatzimmervermieter. (Nicht ganz, da hat es doch vor der Wahl eine Aktion für Internetnutzung gegeben, ein Schelm wer denkt, dass dies Imagepflege und Stimmenfang für Gruppe 3 war!)

Aber - die 4 Sterne Hotels beschaffen sich Ihre Gäste selber, Aussage einer nicht so unbedeutenden Akteurin in der Liste Theurl: da wo Schultz wirbt sind die Betten voll.

Was für mich den Schluß zulässt - wer wenn nicht die Privatvermieter, die Randlagen in den Tälern bedarf einer Verbandswerbung?

hoidanoi vor 4 Jahren

Ungewusst Bewusstes - Was nicht alles erhoben werden soll, das eigentlich schon gewusst werden sollte, wie zum Beispiel Gästestruktur und die Herkunftsländer und welche Kapazitäten der TVB und die Tourismusregion haben und dann auch noch anderes. Beim anderen kommen dann so wichtige infrastrukturelle Besonderheiten wie Zahlungen für nicht mehr vorhandene Spielplätze. Und weil man jetzt offenbar noch nicht weiß, dass man weiß, dass man Geld für nicht mehr vorhandene Spielplätze bezahlt (sic!), beauftragt man ein Beratungsunternehmen für teuer Geld, um spätestens im Mai zu wissen, was man jetzt offenbar nicht wissen will, aber trotzdem sagt. Entschuldigung für den langen Satz, aber er ist der Präsentation des Prüfauftrags wahrscheinlich angemessen. - Irgendwie drängt sich der Eindruck auf, das könnte man doch alles schon wissen, so klar wie der TVB-Obmann das zu Prüfende benennt. Weswegen sich die Frage nach dem Sinn und Zweck der Studie stellt. - Wenn die Infrastruktur geprüft werden soll, wovon sprechen wir dann: Von der Sinnhaftigkeit von Liften im Eigentum des TVB? Von der Bezuschussung von Großprojekten? Von der Notwendigkeit des Erhalts von Kleinstrukturen? Von der Sittenwidrigkeit von Verträgen, die alle zahlen lassen, aber nur wenige entscheiden lassen? Wovon reden wir da? Was ist der Prüfauftrag? Gibt es einen Prüfauftrag, der über die Feststellung von schon längst Bekanntem hinausgeht und jenseits des Wunsches des Landes nach Vollzug liegt? Der Wunsch des Landes nach Vollzug seiner Forderungen ist zu verstehen, zahlt es doch auch die Studie. Und wie wir gelernt haben, gilt ab und an der Spruch, Wer zahle, schaffe an. - Vielleicht. Denn in Sachen Subventionen und Durchsetzung von damit verbundenen Forderungen hat das Land bis dato bewiesen, dass es erst zwar ultimativ was anschafft, und dann aber lieber gleich zahlt, bevor das Angeschaffte umgesetzt ist. Das nennt sich dann Durchsetzungskraft. Wer so anschafft, darf sich nicht wundern, wenn er zum Schluss dafür die Rechnung präsentiert bekommt. - Jetzt erhält das Land also die Rechnung für die geforderte Infrastrukturanalyse, die offenbar alles mögliche analysieren soll, nur nicht die vom TVB finanzierten Infrastruktureinrichtungen, und deren Ergebnishorizont vom TVB-Obmann schon freundlich skizziert wurde. Ob die OW auch geprüft wird, als 100% Tochter des TVB? Die OW, deren Eingliederung in den TVB das Land mehrfach ultimativ forderte? Gehört die auch zur Infrastruktur? Oder nicht? Fragen über Fragen. Eine Antwort erhalten wir - so sagt das der Besteller - wahrscheinlich im Mai. Ich bin ja schon so gespannt.

senf vor 4 Jahren

sittenwidrige verträge, als wahlkampfzuckerln der bürgermeister? waren diese befugt und zeichnungsberechtigt? . 3 angebote? vergabe nach nachverhandlung? gab es keine korrekten vergabebedingungen? wozu den überhaupt angebotseinholung, wenn dann nachverhandelt wird bis der wunschkandidat zum zug kommt? methjodik des ft oder nach vergabegesetz? ssittenwidrig ist hier die vorgangsweise. lachhaft!

hoidanoi vor 4 Jahren

Sittenwidrige Verträge sollen aufgedeckt werden? Was macht man denn da mit dem Talbodenvertrag? Warum müssen Vorstand und Aufsichtsrat ständig Leistungen zukaufen? Aus Mangel an Expertise? Und warum kommt es zur Infrastrukturanalyse erst nachdem zwei Großprojekte auf Schiene sind und nicht davor?