Osttiroler Ferialjobs – wer macht was, wann, wo?

Wir haben bei SchülerInnen und den größten Arbeitgebern im Bezirk nachgefragt.

Gasthof oder Büro? Osttirol oder Ausland? Jedes Jahr sehen sich Dutzende SchülerInnen und StudentenInnen auf’s Neue den gleichen Fragen gegenüber – auf der Suche nach Ferialarbeit. Einfach zu kriegen sind die Jobs allerdings nicht und fast jeder weiß, je früher die Bewerbung abgeschickt wird, desto größer ist die Chance auf eine der begehrten Stellen in Osttirol.

Um herauszufinden wer wo arbeitet und was die jungen Angestellten dabei verdienen, haben wir große Arbeitgeber wie Liebherr, Hella, das BKH, die Stadt Lienz und die Felbertauernstraße AG befragt:

Museum, Schwimmbad, Gärtnerei, Büro und Bücherei – an all diesen Orten kommen die FerialarbeiterInnen der Stadt Lienz zum Einsatz. Rund 200 Bewerbungen gehen jedes Jahr in der Liebburg ein, genommen werden am Ende 50. „Das sind genauso viele Ferialarbeiter wie bereis 2012 und 2013, meist bleiben sie zwischen 14 Tagen und drei Wochen“, erklärt Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. Wie der Lohn bei der Stadt Lienz ausfällt, möchte Blanik allerdings nicht verraten. Einzige Voraussetzungen für eine der begehrten Ferialstellen ist die Vollendung des 16. Geburtstages, lediglich als BademeisterIn oder KassiererIn ist ein Alter von 18 Jahren erforderlich.

Ebenfalls erst ab 18 Jahren ist das Arbeiten im BKH möglich, wo jährlich rund 20 bis 25 FerialarbeiterInnen eingestellt werden. Dass es dabei nicht nur um eine gewisse Liebe zu Gesundheit und Sozialem geht, sondern auch Durchhaltevermögen notwendig ist, vermittelt die Verwaltungsleiterin des BKH, Helene Brunner: „Bei einer Anstellung im BKH sollte man einigermaßen belastbar sein, da wir die Stellen nach der Urlaubsplanung oder dem unerwarteten Krankenstand unserer Mitarbeiter ausrichten. Ferialer werden bei uns also wirklich in die Arbeitsabläufe integriert und sind ein wichtiger Bestandteil der Tagesplanung“. Bei der Bezahlung orientiert sich das Lienzer Krankenhaus laut Brunner an den Vorgaben der Stadt: „Zusätze wie das Urlaubsgeld zahlen wir aus und generell bekommen wir immer positive Rückmeldungen, dass FerialarbeiterInnen bei uns gut verdienen würden“, schließt die Verwaltungsleiterin.

Über die Bezahlung klagen können auch Ferialarbeitskräfte bei Hella nicht. Rund 1700 Euro brutto werden in den Sommermonaten an jeweils 44 Arbeitskräfte ausgezahlt. Die Bewerberzahl liegt jedes Jahr etwa bei 120, einen großen Teil der Angestellten machen dabei PflichtpraktikantInnen aus der HTL und diversen Fachschulen aus. Ebenso wie im BKH ersetzen die Ferialer dabei vielfach Mitarbeiter im Urlaub, eine Grundvoraussetzung ist das Mindestalter von 16 Jahren. Eine konkrete Altersgrenze gebe es bei Hella keine, wenn die FerialarbeiterInnen jedoch im Schichtbetrieb eingesetzt werden, müssen sie über 18 sein, weiß der Peronalverantwortliche Ferdinand Ruggenthaler: „Generell liegen die Aufgaben der männlichen Ferialer im Zusammenbauen der Rolladen und Jalousien mit anschließender Verladung, die weiblichen Mitarbeiterinnen werden in der Produktion häufig zum Fädeln der Jalousien eingesetzt.“ Zusätzlich zum Gehalt addieren sich noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei Tätigkeiten in der Nacht eine Schichtzulage.

Mit rund 100 eingestellten FerialarbeiterInnen und -praktikantInnen ist Liebherr einer der größten Arbeitgeber in den Semester- und Sommerferien im Bezirk. Bis zu 400 Ferialbewerbungen gelangen in das Personalbüro, ein Kriterium ist dabei vor allem das Mindestalter von 16 Jahren. „Aufgrund der Bestimmungen des KJBG können bei einem Großteil unserer Ferialarbeitsplätze aber nur Bewerber ab 18 Jahren berücksichtigt werden“, gibt der Leiter des Personalwesens bei Liebherr, Hermann Gangl, zu verstehen. Das Einsatzgebiet der FerialarbeiterInnen erstreckt sich über Unternehmensbereiche wie Produktion, Entwicklung, Vertrieb bis hin zum kaufmännischen Bereich sowie verschiedenen Lagerbereichen über Fertigungsplanung, Prozesstechnik, Konstruktion und Entwicklung, Qualitätsmanagement, sicherheitstechnischer Dienst bis hin zu Tätigkeiten im Verwaltungsbereich. „Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende April, etwa Anfang Juni erhalten alle Ferialbewerber eine entsprechende Nachricht. Die Anstellung erfolgt im Anschluss über den Kollektivvertrag der Elektro- und Elektronikindustrie FEEI“, erklärt Gangl weiter. Die Praktikantenverdienste beginnen bei Liebherr bei rund 740 Euro, die der FerialarbeiterInnen bei etwa 1600 Euro brutto. Mitarbeiter, die im Produktionsbereich eingesetzt sind, erhalten zudem noch weitere Zuschläge, darüber hinaus werden Sozialleistungen für alle MitarbeiterInnen geboten, wie vergünstigtes Mittag- und/oder Abendessen sowie Fahrtkostenzuschüsse für FerialarbeiterInnen.

Ein kleines Minus bei den FerialarbeiterInnen meldet für 2014 die Felbertauernstraße AG: „Durch den Felssturz benötigen wir nicht mehr so viele Arbeitskräfte, mit sieben bis acht sind es rund um die Hälfte weniger als im vergangenen Jahr“, berichtet Martina Bachmann, die Buchhaltung, Verwaltung und Verrechnung bei der AG übernimmt. Die Einreichfrist für einen der Ferialjobs bei Maut, Statistik, in der Werkstatt oder im Büro ist Ende März, die Anstellung erfolgt in zwei Blöcken jeweils im Juli und August. Aufgrund der Straßensicherheit liegt die Altersgrenze bei der Felbertauernstraßen AG ebenfalls bei 18 Jahren.

Fast keine Altersbegrenzung gibt es für Ferialanstellungen bei diversen Hütten im Raum Osttirol. Bereits mit 15 Jahren können junge Arbeitssuchende dort mithelfen, nach oben ist kein Alterslimit gesetzt. Für die im Winter ebenfalls geöffneten Hütten werden zudem ganzjährig Stellen ausgeschrieben, die meist online zu finden sind, abgerechnet wird nach dem im Gastgewerbe üblichen Kollektivvertrag.

Wer sich ein genaues Bild über das Arbeitsverhältnis bei einem Ferialjob machen möchte, kann das online-Angebot der Arbeiterkammer nutzen, die mit „10 Tipps für FerialjobberInnen“ Antworten auf alle Fragen zu geben versucht. Zudem haben wir bei Jugendlichen im Bezirk nachgefragt, ob bzw. wo sie in diesem Jahr einer Ferialarbeit nachgehen. Die Bilder dazu hat Michael B. Egger mitgebracht:

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1 Posting bisher
Patze22 vor 4 Jahren

Grande Bouaziz des schoff du schun :)