Gerhard Leder schenkte Schloss Bruck 61 Werke

Bayerischer Architekt und Maler stiftete Bilder mit Osttiroler Motiven.

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61 Bleistift- und Tuschezeichnungen von Gerhard Leder (l.) ergänzen ab sofort den Bestand des Museums der Stadt Lienz. Museumsleiterin Silvia Ebner (m.) nimmt die Schenkung mit dem Vermittler Heinz Waschgler (r.) entgegen.
Foto: Museum Schloss Bruck

Eine Schenkung der besonderen Art wurde dem Museum Schloss Bruck zuteil. Gerhard Leder stiftete der Sammlung der Stadt Lienz 61 Bleistift- und Tuschezeichnungen mit Motiven bäuerlicher Architektur und Kulturlandschaft des Bezirks.

Fasziniert von der Schönheit und Ursprünglichkeit Osttirols zückte der bayerische Architekt und Maler Leder in seinen Urlauben den Stift und schuf damit Momentaufnahmen, die vielen Osttirolern zum Teil schon bekannt sind. In den vergangenen drei Jahrzehnten skizzierte er landwirtschaftliche Gebäude, Dorfstrukturen und sakrale Monumente. Einige dieser Zeichnungen schmückten bereits das Buch „Heimat Osttirols“ seines Freundes und Studienkollegen Heinz Waschgler, durch dessen Vermittlung die Schenkung an das Museum auch zu Stande kam.

Matrei, alte Bauernhäuser im Ort,1993. Bild: Gerhard Leder
Matrei, alte Bauernhäuser im Ort,1993. Bild: Gerhard Leder

Der ehemalige Professor und Dekan der Hochschule Rosenheim, der auch an der Universität Innsbruck lehrte, hielt in seinen Zeichnungen die vergängliche Architektur der heimischen Landschaft fest. „Alte Bau- und Bauernkultur hat mich immer schon interessiert, doch sie verliert immer mehr ihr ursprüngliches Aussehen, verändert sich“, begründet Leder seine Arbeiten. „Doch wer will noch in einer Rauchkuchl wohnen, auf Modernität verzichten – auch wenn dabei Kultur verloren geht?“ Die letzten Blockhäuser Matreis, ein Futterhaus in Obertilliach, verwinkelte Hinterhöfe in Großdorf oder ein verfallender Stadel bei Virgen – Gerhard Lederer suchte Motive abseits touristischer Trampelpfade.

Das Museum der Stadt Lienz freut sich in doppelter Hinsicht über diese Schenkung – die festgehaltenen Augenblicke sind nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch historisch besonders wertvoll.

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