Alpenverein sorgt sich um Freiheit der Freizeitsportler

Platter: „Das freie Betreten der Berge bleibt bestehen.“

Foto: Alpenverein/Peter Kapelari
Foto: Alpenverein/Peter Kapelari

In einer Presseaussendung vom Montag, 14. April, sieht der Österreichische Alpenverein die Bewegungsfreiheit der Freizeitsportler in Gefahr. Hintergrund: In den letzten Monaten wurden die Stimmen von Jägern und Seilbahnbetreibern nach Sperrgebieten immer lauter. „Wir brauchen Schutzzonen für das Wild“, so ihr Argument.

Anderer Meinung ist der Österreichische Alpenverein. „Den Verfechtern der Sperrgebiete geht es nicht annähernd um den Naturschutz, sondern um die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen. Sei es das Ausleben der Jagdleidenschaft oder die Schaffung von ‚Ersatzruhezonen‘, um andernorts die Pistenflächen weiter auszudehnen“, ärgert sich der Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora.

Zu den Verfechtern von Sperrgebieten zählen nun auch die Grundbesitzer. Eine Tiroler Agrargemeinschaft droht dem Alpenverein mit einer Klage. Eine Skitouren-Route, die in einer OeAV-Karte eingezeichnet ist, führe zu einer nachhaltigen Störung des Wildbestandes. Daraufhin forderte der Alpenverein ein klares Bekenntnis der Politik zur Wegefreiheit.

Dieses kam dann auch am Dienstag, 15. Februar, von Landeshauptmann Günther Platter: „Das freie Betreten der Berge bleibt bestehen. Es wird hier weder gesetzliche Einschränkungen, noch Sanktionen geben,“ erklärt Platter. Er unterstütze allerdings eine Sensibilisierung für das richtige Verhalten in der Natur und am Berg. Auch regionale Einschränkungen sind „in begründeten Fällen und im Einvernehmen mit allen Beteiligten“ für den Landeshauptmann vorstellbar.

Der Landtagsabgeordnete Hermann Kuenz, sieht in Osttirol eine gute Gesprächsbasis: „Es sind wenige Bereiche überlaufen und auch die touristischen Verantwortlichen haben Einsicht.“ Laut Kuenz gehören alle Beteiligten an einen Tisch: „Dazu gehören die Tourismusvertreter, der Alpenverein, die Gemeinden aber auch die Grundeigentümer.“

Beim Nationalpark Hohe Tauern setzt man auf Bewusstseinsbildung: „Wir bieten im Alpintourismus spezielle Wander- und Themenwege an, beispielsweise bei den Umbalfällen“, erklärt der Nationalparkdirektor Hermann Stotter. Für die Skitourengeher hat der Nationalpark schon im vergangenen Jahr ein Pilotprojekt gestartet – auf Besucherinformationstafeln erfahren die Wintersportler, wie man sich naturbewusst im Gelände bewegt. „Verhält man sich vernünftig und rücksichtsvoll, dann kommt es gewöhnlich zu keiner Störung des Wildbestandes“, so Stotter.

Osttirol gilt unter den Touristikern als „Skitourenparadies“. Wir fragen deshalb unsere Dolomitenstadt-Leser:

[poll id=“12″]

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

2 Postings bisher
beobachter52 vor 4 Jahren

Mountainbiker oder Downhiller? In der Diskussion werden alle MTB-Fahrer in einen Topf geworfen - dabei gibt es (auch für den Naturschutz) zwei Kategorien: Die Mountainbiker, die auf den Forstwegen bleiben und praktisch keinen Schaden, keine Belastung anrichten! Dann aber einige wenige unvernünftige "Downhiller", die quer durch die Wälder talswärts brausen, schmale, kurvenreiche Steige bevorzugen! Die könnten wirklich Schaden anrichten und Wild aufschrecken! Eine einfache Lösung: Ihnen ausgewiesene Strecken (zB. 3 in Ostirol würden genügen) anbieten - wie in anderen Bikeregionen auch ..... Völlig unerwähnt in der Diskussion - auch seitens der Landwirte und Jäger - bleiben die Motocross-Fahrer, die mit ihren Maschinen überall fahren, ja sogar Berggipfel erreichen! Diese hinterlassen im wahrsten Sinne des Wortes Spuren. Aber verständlich, handelt es sich dabei doch meistens um Söhne (Töchter) unserer Bauern .....

hoidanoi vor 4 Jahren

Wenn der Jäger mit dem Bergbahneler - Wenn Jäger und Bergbahnbetreiber sich gemeinsam um das Wild sorgen und Gerald Hauser vor Wochen auch noch per "Ausweisung" von Schutzzonen sicher stellen will, dass das heimische Wild nur durch die traditionelle Langwaffe zu Tode erschreckt werden darf, dann darf man gewiss sein: dem Osttiroler Wild geht's gut, bestens sogar, wahrscheinlich schon zu gut, sodass es sich nämlich überproportional vermehren kann, weswegen dann eben der Jäger, oder auch die Jäger - Hausers Gesinnungsfreunde sprechen auch gerne von Jagdgesellschaften - einschreiten müssen, um Verbiss oder Krankheiten oder auch die Gefährdung des Menschen durch das Wild hintan zu halten - wozu hat man denn sonst das Wild erst prächtig und mit viel Aufwand durch den Winter gefüttert. - Wie Kuenz richtig bemerkt, es sind wenige Bereiche überlaufen. Man könnte auch sagen, keine. Die Übererschließung durch Aufstiegshilfen hat in Osttirol nicht stattgefunden, wodurch die Inanspruchnahme der Natur durch Freerider oder aber Downhill-Extremsportler selten stattfindet. Selbst wenn versucht wird, Osttirol als Mountainbike-Mekka zu präsentieren - das heimische Wild dürfte von dessen Existenz - wie auch andere Alpenbewohner - bisher kaum etwas mitbekommen haben. - Das mögen manche Jäger anders sehen, die ihren Unmut über den Radfahrer im Revier ja schon teils lautstark zum Ausdruck brachten, und sei's mit der o.a. traditionellen Langwaffe. Warum soll den auch nur das Wild erschreckt werden? Da sorgt manch ums Tierwohl besorgter Jäger lieber selbst einmal für Waffengleichheit. Ob die Heger und Pfleger für den Wildschutz auch noch die Waffenbrüderschaft mit der Seilbahnwirtschaft brauchen, die den kartenlosen Tourengeher oder per Muskelkraft Berge erklimmenden Mountainbiker mit Argusaugen beobachtet und seinem unlukrativen Treiben den Riegel vorschieben würde, das sollte sie sich gut überlegen. Sonst könnte der Schuss noch nach hinten losgehen.