1500 Brote und ein einsames Kirchlein im Wald

Am Karsamstag wird das Helenenkirchl zum österlichen Wanderziel.

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Es liegt auf 1279 Metern Seehöhe unterhalb der Schleinitz und ist einmal im Jahr Anziehungspunkt für hunderte Menschen nicht nur aus Lienz und Umgebung: das Helenenkirchl, eigentlich mehr eine Kirche als ein Kirchl, recht stattlich für die abgelegene Stelle an der es steht. Gerade dieser Umstand führt seit jeher zu Spekulationen, wer denn das Gotteshaus ausgerechnet an diesen einsamen Ort im Wald hingestellt hat – und warum? Hat es ein Görzer Graf als Sühne für eine Bluttat gestiftet? Und warum ist ausgerechnet St. Helena die Patronin? Wallfahrtsort ist die Kirche schon seit Jahrhunderten. In den Siebzigern hat sie der legendäre „Blasl Sepp“ Mayerl mit Steinschindeln gedeckt, weil Spechte das Dach aus Lärchenschindeln durchlöchert hatten. Es ist bis heute die einzige Kirche mit Steindach in Tirol geblieben.

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Österliche Brotverteilung am Karsamstag beim Helenenkirchl hoch über Lienz.

Um 13.00 Uhr treffen sich am Karsamstag Gläubige aus nah und fern am barocken Heiligen Grab, um das „Geheimnis des Karsamstags“ zu feiern. Danach werden 1500 „Helenebrote“ verteilt, spendiert von der Ebenthaler Mühle in Kärnten und dem Lienzer Bäcker Ernst Joast.

Dolomitenstadt-Autorin und Stadtführerin Evelin Gander beschreibt die Geschichte der Helenenkirche und die Hintergründe dieses Brauches im aktuellen DOLOMITENSTADT-Frühlingsmagazin. Das Heft gibt es jetzt im Osttiroler Zeitschriftenhandel.

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