Gemeindefinanzen online und übersichtlich

385 Kommunen machen bereits mit. Osttiroler Gemeinden fehlen auf www.offenerhaushalt.at

Bislang hat keine Osttiroler Gemeinde ihre Finanzdaten auf offenerhaushalt.at freigeschalten.
Bislang hat keine Osttiroler Gemeinde ihre Finanzdaten auf offenerhaushalt.at freigeschalten.

Im Frühjahr jeden Jahres präsentieren die Gemeinden ihren Jahresabschluss – fein säuberlich und auf den Cent genau, vor allem den „Ordentlichen Haushalt“. Der Haken ist die für Laien oft unübersichtliche Darstellung – der Jahresabschluss der Stadtgemeinde Lienz ist definitiv ein Buch, vollgepackt mit Kleingedrucktem. Transparenz für „Otto Normalverbraucher“ schafft jetzt nicht nur formal, sondern auch praktisch eine vom KDZ (Zentrum für Verwaltungsforschung) veröffentlichte Online-Plattform offenerhaushalt.at.

Die Website hat die Rechnungsabschlüsse aller österreichischen Gemeinden seit 2001 in ihrer Datenbank. „Die Bürgermeister aller Gemeinden wurden von uns eingeladen mitzumachen – wir haben ihnen die Zugangsdaten für ihre Gemeinde bereits schriftlich übermittelt“, erklärt Bernhard Krabina vom KDZ. Die Plattform übernimmt für ihre Darstellungen die Datensätze der Statistik Austria. „Bis 2012 haben wir die Daten aller Gemeinden – die Zahlen von 2013 müssen die Gemeinden selber ergänzen“, so Krabina.

Ein Nachteil der Plattform ist, dass nur die Ordentlichen Gemeindehaushalte dargestellt werden. Viele Gemeinden, auch in Osttirol, haben unterschiedliche Leistungen auf separate Rechtsträger ausgegliedert.

Mit Stand April 2014 sind 385 österreichische Gemeindefinanzen freigeschalten. Auf der visualisierten Landkarte bleibt der Bezirk Lienz zur Gänze weiß. Keine der 33 Gemeinden hat ihre Finanzen auf der 2013 gegründeten Plattform freigeschalten. Dolomitenstadt fragte bei einigen BürgermeisterInnen nach, wieso man Zahlen heimischer Kommunen auf offenerhaushalt.at noch vermisst.

Am Beispiel der Gemeinde Wörgl, von der Einwohnerzahl vergleichbar mit Lienz, sieht man wie übersichtlich die Finanzen dargestellt werden.
Am Beispiel der Stadtgemeinde Wörgl, von der Einwohnerzahl vergleichbar mit Lienz, sieht man wie übersichtlich die Finanzen dargestellt werden.

„Prinzipiell sind wir sehr offen und haben überhaupt kein Problem unsere Finanzdaten auf dieser Plattform zu veröffentlichen – wir müssen das mit unserer Kassierin noch abklären“, erklärt der Sillianer Bürgermeister Erwin Schiffmann, dem die Plattform schon bekannt ist. Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik kannte die Website noch nicht, verwies aber auf die ohnehin veröffentlichten Finanzdaten auf der Website des Landes Tirol. „Aber ich werde mir das anschauen“, so Blanik. Und Andreas Köll, Bürgermeister von Matrei, bedankte sich für den Tipp und will nicht nur den eigenen Finanzverwalter Michael Rainer sondern auch andere Gemeinden in Osttirol für das Thema sensibilisieren: „Ich werde das mit unserer Finanzberaterin Marlene Bogensberger von der Firma Quantum besprechen. Mit Quantum nimmt Matrei gerade an einem österreichweiten Benchmarkingprojekt des Österreichischen Städte- und Gemeindebundes teil, als einzige Osttiroler Gemeinde.“

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1 Posting bisher
Leonhard vor 4 Jahren

Aaahhhh .... interessant

Die Gemeinde Matrei hat eine externe Finanzberatungsfirma. Vielleicht ist ein Grund für das Finanzschlamassel auch, dass sich die Gemeinde so viele gut bezahlte Berater leistet, die in erster Linie die Aufgabe haben, die Verantwortlichen trotz Unfähigkeit in wirtschaftlichen Angelegenheit gut dastehen zu lassen.Was die internen Berater in diesem Zusammenhang leisten, werden wir ja bald wieder irgendwo lesen.

Und man will andere Gemeinden für das Thema sensibilisieren. Danke vielmals! Besser wäre es, endlich die eigenen Gemeinderäte dahingehend zu sensibilisieren, dass Sparen angesagt ist, weil längst schon der Hut brennt.