„Talking Gloves“ – Ein visuelles Theater in Lienz

NMS Egger-Lienz inszeniert mit zwei Wiener Schulen ein Stück nach Bildern von Egger-Lienz.

Der Lienzer Schüler Ilja Drexl berichtete gemeinsam mit Theaterregisseur Herbert Gantschacher über das Kulturprojekt "Talking Gloves – Sprechende Handschuhe". Foto: Dolomitenstadt/Egger
Der Lienzer Schüler Ilja Drexel berichtete gemeinsam mit Theaterregisseur Herbert Gantschacher über das Kulturprojekt „Talking Gloves – Sprechende Handschuhe“. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Die gesprochene Sprache, die Gebärdensprache und das „Lormen“ – aus diesen drei Kommunikationsmitteln setzt sich das visuelle Theater „Talking Gloves – Sprechende Handschuhe“ zusammen. Gemeinsam mit den Wiener Kindern der Neuen Mittelschule Pfeilgasse und mit dem Bundesinstitut für Gehörlosenbildung haben die Schüler der Neuen Mittelschule Egger-Lienz das einzigartige Stück erarbeitet.

Vor rund einem Jahr begannen die Vorbereitungen für das Projekt. In Workshops mit Gehörlosenschauspieler Werner Mössler und Schauspieler Markus Pol sowie den Lehrpersonen Agnes Glanzer und Simon Mair lernten die Kinder den Umgang mit dem Handicap „Gehörlos“. Eine wichtige Rolle im Projekt spielt auch Herbert Gantschacher. Der Kärntner Theaterregisseur verbrachte zahlreiche Stunden mit den Schülern aus Wien und Lienz, um das Stück einzustudieren. Die Besonderheit ist, dass die Kinder Werke von Albin Egger-Lienz darstellen. Die Akteure werden den Besuchern den Bildzyklus aus der Gedächtniskapelle Albin Egger-Lienz mit den Werken „Sämann und Teufel“, „Sturm. Die Namenlosen“, „Totenopfer“, und „Der Auferstandene“ in visueller Form präsentieren.

Ilja Drexel gilt an seiner Schule als Multitalent – Im Schnelldurchlauf erlente er das Lormen, bei "Känguru der Mathematik" wurde er in seiner Kategorie Landessieger.
Ilja Drexel gilt an seiner Schule als Multitalent – Im Schnelldurchlauf erlernte er das Lormen, bei „Känguru der Mathematik“ wurde er in seiner Kategorie Landessieger.

Die Lienzer Kinder werden das Element „gesprochene Sprache“ inszenieren. „Ilja Drexel, einer der vielseitig begabtesten Schüler unseres Hauses, hat für die Aufführung das Lormen erlernt“, erklärt Schulleiterin Lydia Pedarnig. In kürzester Zeit beherrschte der Schüler das am häufigsten verwendete Handalphabet der Taubblinden. „Er wird bei allen Vorstellungen dabei sein – zusätzlich haben wir zwei Teams zu je fünf Teilnehmern, die sich bei den Aufführungen abwechseln“, berichtet Pedarnig.

Der Deutsch-Lehrer Simon Mair animiert die Schüler zum Lesen von Büchern. Der Anreiz sind Spendgelder für Sehbehinderte in Entwicklungsländern.
Der Deutsch-Lehrer Simon Mair animiert die Schüler zum Lesen von Büchern. Der Anreiz sind Spendengelder für Sehbehinderte in Entwicklungsländern.

In der Neuen Mittelschule Egger-Lienz läuft derzeit noch ein weiteres Sozialprojekt. Die Schüler erarbeiten durch das Lesen von Büchern Spendengelder für Sehbehinderte in Entwicklungsländern. „Die Schüler haben Paten, die für jedes gelesene Buch einen Euro spenden – das können Eltern, Verwandte oder Lehrer sein“, erklärt der Pädagoge Simon Mair. Der Spendenscheck wird im Rahmen einer Aufführung von „Talking Gloves“ an die Frau von Blind Climber Andy Holzer übergeben. „Er sorgt dann dafür, dass das Geld an die richtige Stelle gelangt“, so Mair.

Das Stück „Talking Gloves – Sprechende Handschuhe“ ist am Donnerstag, 24. April, um 20 Uhr, und am Freitag, 25. April um 10 Uhr im Kolpingsaal Lienz zu sehen. Am 7., 8. und 9. Mai führen die Schüler das Werk jeweils um 10 Uhr beim Festival „VISUAL 15 – Europäisches & Internationales Visuelles Theater Festival von ARBOS” im Wiener Schauspielhaus auf.

In den folgenden Audiofiles erklärt Regisseur Herbert Gantschacher die Rolle der Egger-Lienz-Werke, Schulleiterin Lydia Pedarnig spricht über die pädagogische Bedeutung des Projekts:

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