OfficePlus – ein ganz besonderer Copyshop

„JuNet“ bietet arbeitslosen Jugendlichen die Chance Joberfahrungen zu sammeln.

Doris Niedrist und Doris Batkowski mit den Jugendlichen Tobias und Bianca. Fotos: Dolomitenstadt/Egger
Doris Niedrist und Doris Batkowski mit den Jugendlichen Tobias und Bianca. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Anlässlich des „Tages der Arbeitslosen“ am Mittwoch, 30. April, präsentierten das „JuNet“, und das AMS am Donnerstag, 24. April, Kennzahlen und Lösungen zum Thema Jugendarbeitslosigkeit. Doris Batkowski, Leiterin des AMS Lienz nannte soziale Auffälligkeiten, Vorstrafen, schwierige familiäre Hintergründe, schwache schulische Leistungen oder körperliche Einschränkungen als mögliche Gründe für einen erschwerten Einstieg von Jugendlichen in die Arbeitswelt. Insgesamt sind beim AMS Lienz mit Stand 23. April, 82 vorgemerkte Arbeitssuchende nicht älter als 19 Jahre. Besonders wichtig ist für Batkowski die sogenannte Eignungsuntersuchung: „Viele gehen einfach in eine Schule, wo ihre Freunde auch hingehen – das ist der falsche Weg“. Jugendliche können im Zuge eines vierstündigen Tests genau feststellen, in welche Richtung sie ihr Berufsleben am besten steuern könnten.

"Je geringer die Bildung, desto höher die Gefahr der Arbeitslosigkeit", erklärt Doris Batkowski, Leiterin des AMS Lienz.
„Je geringer die Bildung, desto höher die Gefahr der Arbeitslosigkeit“, erklärt Doris Batkowski, Leiterin des AMS Lienz.

Gemeldete Lehrstellen gibt es beim AMS derzeit 114, fast die Hälfte davon fällt auf das Gastgewerbe. „Eltern drängen ihre arbeitssuchenden Kinder oft dazu, einfach eine Lehre in der Gastwirtschaft zu starten – damit sie halt einen Job haben. Allerdings sollte man sich die Auswahl eines Lehrberufs genau überlegen“, rät die AMS-Leiterin. Generell weiß Batkowski: „Je geringer die Bildung, desto höher die Gefahr der Arbeitslosigkeit.“ Das beweist auch die Statistik: Die Arbeitslosenquote der Absolventen einer Höheren Schule oder einer Hochschule überstieg die letzten 20 Jahre nie die Fünf-Prozent-Marke. Auch nur knapp über dieser Hürde bewegen sich Gesellen oder Meister. Die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Pflichtschulabschluss hingegen beträgt in Österreich über 20 Prozent.

Generell waren im Bezirk Lienz im Monat März 2.309 Menschen arbeitslos – das ist ein Plus von 7,9 Prozent im Vergleich zum März des vergangenen Jahres. Mit einer Arbeitslosenquote von 12 Prozent verzeichnet der Bezirk Lienz noch immer den höchsten Wert in Tirol.

Das „JuNet“ Jugendnetzwerk ist eine Beschäftigungs- und Beratungseinrichtung für arbeitssuchende Jugendliche in Tirol. Ziel der Einrichtung ist es, Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren mit erschwerten Startbedingungen durch Berufsorientierung eine Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. „Außerdem bringen wir den Jugendlichen berufsbezogene Qualifikationen wie Pünktlichkeit, Selbstständigkeit, vor allem aber auch Kommunikation bei“, so Simone Lukasser, JuNet-Jugendassistentin.

"Kommunikation ist das wichtigste Instrument bei der Jobsuche", ist sich Simone Lukasser sicher.
„Kommunikation ist das wichtigste Instrument bei der Jobsuche“, ist sich Simone Lukasser sicher.

Im Rahmen von JuNet werden Jugendliche in Sozialökonomischen Betrieben, in integrativen Berufsausbildungen oder in einer berufsbezogenen Beratung begleitet.

Im „OfficePlus“ von JuNet, ein Copyshop im Dolomitencenter waren im vergangenen Jahr 33 Jugendliche beschäftigt. „Die Jugendlichen erhalten einen Lohn und sind bei uns auch 20 Stunden versichert“, erklärt die Fachtrainerin Doris Niedrist. Die Jugendlichen dürfen im OfficePlus maximal 12 Monate arbeiten. „Die durchschnittliche Verweildauer ist allerdings 26 Wochen – von 21 Jugendlichen konnten 70 Prozent einen Job finden“, so Niedrist.

In der berufsbezogenen Beratung waren im vergangenen Jahr 56 Jugendliche in Betreuung – 50 davon fanden anschließend einen Job oder ein Lehrverhältnis. „Generell gilt es für Jugendliche, die Lücke Arbeitssuche sinnvoll zu nützen – bei uns kann man Arbeitssituationen erproben“, so Lukasser. Wie die Jugendlichen in der kleinen, aber feinen Druckerei arbeiten, sehen Sie in der folgenden Slideshow:

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