Hopfgartner-Familientreffen in Hopfgarten i.D.

Rund 200 „Hopfgartners“ blickten auf ihre Familiengeschichte zurück.

Am Ostermontag, 21. April, versammelten sich im Kultursaal in Hopfgarten i.D. fast 200 Menschen, die eines gemeinsam haben: Alle stammen von der frühesten, in den Matrikenbüchern verzeichneten, und nachzuweisenden Familie Hopfgartner ab, oder haben in diese eingeheiratet – Rupert Hopfgartner und seine Frau Christina Unterlercher lebten gegen Ende des 17. Jahrhunderts am „Guath Hopfgarten“.

Nach einer kurzen Einführung durch die Organisatoren Johanna Hopfgartner und Franz Hopfgartner, Bürgermeister in Hopfgarten, erinnerte Pater Willibald Hopfgartner vom Franziskanerguardian in Graz kurz an die verschiedensten Schicksale der Familien: an die Vertreibung der Protestanten, an die bei Naturkatastrophen und Unglücksfällen Verunglückten, an die im Kriege Gefallenen und Vermissten und an andere Schicksalsschläge.

„Als Familien- und Systemaufstellerin weiß ich, wie wichtig es ist, dass jeder, der zum Familiensystem gehört, in Liebe einen Platz in der Familie und im Herzen bekommt. Wenn jemand vergessen oder ausgeschlossen wird, oder wenn dessen Schicksal nicht entsprechend gewürdigt wird, wirkt dies in negativer Weise im System weiter. Es müssen bestimmte Ordnungen eingehalten werden, damit es uns allen gut geht“, so Veranstalterin Johanna Hopfgartner aus Lienz. Paul Meraner erklärte die im Saal ausgehängten Stammbäume detailliert, auch die der Südtiroler Familien-Vertreter. Dabei verwies er darauf, dass es in Tirol zwei Gebiete gibt, in denen der Name Hopfgartner häufig vorkommt: im Defereggental und im Südtiroler Ahrntal.

Es gibt unterschiedliche Annahmen über die Herkunft des Namens „Hopfgartner“. Eine Annahme besagt, dass Bergbauarbeiter aus Hopfgarten im Brixental im 15. Jahrhundert nach dem Einsturz eines großen Stollens die Gegend verlassen haben und sich im Defereggental und im Ahrntal niederließen, da in diesen beiden Tälern der Bergbau im Kommen war.

In Hopfgarten gab es zwischen 1650 und 1700 rund zehn Familien Hopfgartner. Von diesen Familien wurde der Großteil zwischen den Jahren 1680 und 1715 vertrieben, da sie den protestantischen Glauben angenommen hatten. Ein Großteil der Nachfahren dieser Ausgewiesenen lebt heute in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und in der Schweiz. Die Zeit der Glaubensauseinandersetzungen hat im Tal sehr viel Leid gebracht – so mussten die Auswanderer ihre Kinder unter 15 Jahren zurücklassen, sie wurden auf andere Höfe zum Ausstiften verteilt. Eltern, die ihre Kinder heimlich aus dem Tal entführt haben, riskierten als Zwangsarbeiter nach Venedig verkauft zu werden.

Viele Mitglieder sahen sich bei diesem Treffen zum ersten Mal – manche wussten gar nichts von ihrer Verwandtschaft zueinander. So brachte die Veranstaltung berührende Begegnungen und eine rege Kommunikation. Die vielen Feedbacks an die Organisatoren beweisen den großen Erfolg dieser Veranstaltung.

Wer noch Daten, Geschichten und weitere Details zur Familiengeschichte hat, kann mit den Organisatoren unter info@hopfis.net Kontakt aufzunehmen.

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