Erster „Linkseinbiegestreifen“ Osttirols kommt

Linkseinbiegen auf die B100 in der Peggetz soll durch neue Markierung erleichtert werden.

Von der Bürgeraustraße auf die B100 Richtung Innenstadt zu gelangen ist derzeit ein schwieriges Unterfangen. Fotos: Dolomitenstadt/Egger
Von der Bürgeraustraße auf die B100 Richtung Innenstadt zu gelangen, ist derzeit ein schwieriges Unterfangen. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

„Sie wollen aus einer Nebenstraße nach links in eine Hauptstraße einbiegen – ist die eine Fahrspur frei, ist die andere belegt und umgekehrt“, berichtet der Leiter des Osttiroler Baubezirkamtes, Harald Haider. So ergeht es derzeit vielen Verkehrsteilnehmern, die auf der Bürgeraustraße von der Peggetz kommend auf die B100 Richtung Innenstadt einbiegen wollen.

"Sollte das Modell erfolgreich sein, wird diese Kreuzung nicht die Einzige im Bezirk mit Linkseinbiegestreifen bleiben", so Baubezirksamtsleiter Harald Haider. Fotos: Dolomitenstadt/Egger
„Sollte das Modell erfolgreich sein, wird diese Kreuzung nicht die Einzige im Bezirk mit Linkseinbiegestreifen bleiben“, so Baubezirksamtsleiter Harald Haider.

Harald Haider, VP-Vizebürgermeister Stephan Tagger und der Lienzer Stadtbaumeister Klaus Seirer präsentierten am Montag, 5. Mai, die Problemlösung. Ein Linkseinbiegestreifen soll dazu führen, dass Verkehrsteilnehmer künftig zügiger auf die B100 gelangen. „Kommt man von der Bürgeraustraße, muss man in Zukunft zuerst nur auf den Verkehr, der von Westen kommt achten. Dann steht man parallel zur Fahrspur Richtung Innenstadt und kann sich auf die rechte Fahrspur konzentrieren“, erklärt Haider. „Dadurch, dass der Verkehrsteilnehmer nur mehr eine Fahrtrichtung beachten muss, wird die Leistungsfähigkeit der Kreuzung wesentlich erhöht“, ist sich Tagger sicher.

In Zukunft geht es für Verkehrsteilnehmer, welche von der Peggetz kommen, auf den Linkseinbiegestreifen. Die Kreuzung soll damit Leistungsfähiger werden. Skizze: Baubezirksamt Lienz
In Zukunft fahren Verkehrsteilnehmer, die aus der Peggetz kommen, zuerst auf den Linkseinbiegestreifen. Die Kreuzung soll damit leistungsfähiger werden. Skizze: Baubezirksamt Lienz

Im benachbarten Südtirol sind Linkseinbiegestreifen bereits in großer Zahl vorhanden. „Wir testen diese Art der Verkehrsregelung jetzt ein Jahr – dann entscheiden wir, ob weitere Streifen folgen“, erläutert Haider die weitere Vorgehensweise. „Bautechnische Veränderungen fallen für dieses Modell keine an – er lässt sich mit Straßenmarkierungen und Verkehrsschildern errichten“, so Haider. Der 70 Meter lange Verkehrsabschnitt ist derzeit als Sperrstreifen gekennzeichnet. In den nächsten zwei Wochen sollen laut Haider die Markierungsarbeiten erfolgen und die Verkehrstafeln angebracht werden.

Derzeit ist der betroffene Straßenteil noch mit Sperrstreifen markiert. In Zukunft soll der 70 Meter lange Streifen Platz für rund zehn Pkw liefern.
Derzeit ist der betroffene Straßenteil noch mit Sperrstreifen markiert. In Zukunft soll der 70 Meter lange Streifen Platz für bis zu zehn Pkw bieten.

Ob, und wie schnell sich die Verkehrsteilnehmer an den neuen Streifen gewöhnen, wollen die Verantwortlichen noch nicht einschätzen. „Unser klares Ziel ist es aber, die Schillerstraße, die derzeit für viele als Umfahrung gilt, zu entlasten“, so Tagger abschließend.

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4 Postings bisher
chiller336 vor 3 Jahren

:D :D :D lieber churchill ... guter ansatz, NUR: zu punkt 1: man sollte vor intelligenten Ampeln lieber mal intelligente Verkehrsplaner miteinbeziehen

zu punkt 2: ich wäre für eine spurverbreiterung des radweges jenseits des bahngleises, damit die anwohner der schillerstraße ihre ruhe haben

zu punkt 3: man sollte sich an das motto "im westen nichts neues" halten und sich nur auf den osten konzentrieren - wie es auch in der eu sitte scheint. und vielleicht gibts tatsächlich eine linksvorrechtsabbiegeversicherung - eu debattenfähig ... oder gar eine stoptafel für die linksabbieger aus osten .... der fantasie seien hier keine grenzen gesetzt

zu punkt 4: mit diesem vorschlag hätte man gleich 2 fliegen auf einen schlag: inklusive punkt 2 wäre bei dem derzeitigen zubauen der felder im süden von lienz wohl nur mehr eine umfahrung durch die gärten von müller, maier, huber und co denkbar .... aber so wärs wenigstens in der schillerstraße ruhig

zu punkt 5: zuviel zeit wird und wurde bereits vergeudet, das zeigt auf jeden fall diese blitzidee einer linkseinbiegespur, wie es sie schon seit jahrzehnten in italien gibt - man möge mich sarkastisch nennen - wir leben halt hinterm berg ... mit eingeschränkter denkweise (ohne verallgemeinern zu wollen)

so gesehen wär eine allemagna gar keine schlechte idee - denn diese würde neben einer fahrzeitverkürzung sowie auch negativer folgen mit sicherheit den verkehr durch die stadt beruhigen .... und eben ruhe in die schillerstraße bringen :D :D

@ karli ein beschleunigungsstreifen würde auch nur sinn machen, wenn nach dem reissverschlußprinzip beide seiten mitspielen, was in einer welt wo das recht des stärkeren zählt - in der welt des autos - wohl eher fiktiv scheint

fb vor 3 Jahren

Es dürfte wohl eine Verbesserung für die Linksabbieger bringen, zudem sollten die Kosten nicht zu hoch sein. Unfallgefahr ließe sich mit Reduktion der Geschwindigkeit auf 50 km/h sicher reduzieren.

Bleibt die Frage: Warum nicht schon längst?

karli8 vor 3 Jahren

Na dem ist ja nichts mehr hinzuzufügen...

@Churchill wobei zu Punkt 1: Muss wirklich gestehen dass das Tagelange warten an dieser Kreuzung auch beim Rechtsabbiegen schon nervig ist. Am besten man setzt zusätzlich Richtung Debant noch einen Beschleunigungsstreifen um, damit ich in diese Richtung auch unbedenklich Gas geben kann.

Churchill vor 3 Jahren

Und hier mein Senf in fünf Akten:

1) Die ironische Überhöhung: Warum nicht gleich einen Kreisverkehr? Oder intelligente Ampeln, dann müssen die LenkerInnen nämlich nicht mehr so viel denken beim Fahren und können sich besser auf andere Dinge konzentrieren, auf das Handy zum Beispiel....

2) Der Stammtisch antwortet: Wenn man von der Bürgerau kommend Richtung Stadtinneres fahren möchte und nicht die Schillerstraße entlangfährt, hat man sich die Wartezeit redlich verdient.

3) Die Peripetie: Man brauche "nur auf den Verkehr, der von Westen kommt achten": Was ist mit Linkseinbiegern, die von Osten kommen? Zahlt da bei einem Zusammenstoß etwa die Versicherung? Oder das Baubezirksamt selber?

4) Das retardierende Moment: Die sollten sich lieber mal ein gutes, finanzierbares und vor allem nachhaltiges Umfahrungskonzept ausdenken, dann gäbe es dieses "Problem" nämlich gar nicht!

5) Das Ende: Es ist schon wirklich symtomatisch für (und ich möchte eigentlich nicht verallgemeinern) zahlreicher Politiker aller Coleur in diesem Bezirk, dass man sich nur um die Symtome eines Problems kümmert, statt um die Ursache. Insbesondere Herrn Dipl.-Ing. Tagger sei dies ins Stammbuch geschrieben.