Jung und gebildet: Was bietet Osttirol?

AK startet länderübergreifende Umfrage zu Chancen junger, gebildeter Menschen.

"Umso mehr Teilnehmer, desto sinnvoller die Aktion", erklärt der Lienzer AK-Leiter Wilfried Kollreider. Foto: Dolomitenstadt/Egger
„Je mehr Teilnehmer, desto sinnvoller die Aktion“, erklärt der Lienzer AK-Leiter Wilfried Kollreider. Foto: Dolomitenstadt/Egger

Wie sehen junge Osttiroler sich selbst und ihre Zukunft? Wie schätzen sie ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz in ihrer Heimat ein? Und wie beurteilen sie die dortige Infrastruktur – vom Wohnen über öffentliche Einrichtungen bis hin zu Kinderbetreuung und Angeboten an öffentlichen Verkehrsmitteln?
Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt des gemeinsamen Interreg-Projekts „Jugend, Arbeit, Berge – Giovani e montagna, quale lavoro?“ von AK Tirol, Südtiroler Pustertal und Oberem Belluno.

Unter dem Titel „Jung, gebildet und arbeitswillig: Was bietet mir Osttirol?“ führt die AK Tirol ab Donnerstag, 15. Mai eine Untersuchung durch, die über den „Interreg Rat Dolomiti Live Kleinprojektfonds“ finanziert wird. Bis voraussichtlich Mitte September wird der Fragebogen online auf „Google Docs“ abrufbar sein. Ende Juni soll es einen Zwischenstopp geben – dann werden auch unter allen Teilnehmern fünf Mal zwei Karten für das Open-Air-Konzert von Jennifer Rostock am 4. Juli auf der Festung Kufstein verlost. Außerdem verlost die AK am Ende der Aktion Bildungsgutscheine des BFI.

„Alle jungen Menschen zwischen 18 und 34 Jahren, die in Osttirol wohnen, gerade auch Maturanten und Akademiker, sind herzlich eingeladen, sich aktiv daran zu beteiligen und online einen Fragebogen auszufüllen – je mehr Teilnehmer desto besser“, erklärt Wilfried Kollreider, Leiter der AK Lienz. Die gleiche Erhebung wird auch im Südtiroler Pustertal und im Oberen Belluno durchgeführt.
 Die Antworten werden anonym und rein für Forschungszwecke verwendet.

Osttirol, das Südtiroler Pustertal und das Obere Belluno sind Teile einer Bergregion, die zwar im Hinblick auf die Umwelt viele Vorteile bietet, für die Bevölkerung vor allem aber auch strukturelle Nachteile mit sich bringt, etwa durch wenig ebene Flächen, klimatische Schwierigkeiten, Lawinengefahren, wenig ausgebauten öffentlichen Verkehr, höhere Lebenshaltungskosten etc. Bergregionen werden in der europäischen Politik auch als benachteiligte Regionen angesehen.
Und gerade junge Menschen haben im Vergleich zur Bevölkerung in urbanen Gebieten immer größere Probleme, dort Arbeit zu finden – insbesondere einen Arbeitsplatz, der auch ihrem Ausbildungsstand entspricht. In Zeiten der Krise wird dies für Betroffene noch umso schwieriger.

In einer gemeinsamen Projektgruppe wurden die Fragen ausgearbeitet – das gleiche Team kümmert sich dann auch um die Auswertung der Antworten. „Da die meisten Fragen nur anzuklicken sind, bleibt der Aufwand dank ‚Google Docs‘ bei der Auswertung relativ gering“, so Kollreider. Wie es nach der Auswertung weiter gehen wird, erklärt der AK-Leiter im folgenden Audiofile:

Ziele des Interreg-Projekts

1. Erhebung der beruflichen Arbeit von jungen Arbeitnehmern (18-34 Jahren) auf Matura-Niveau oder höherer Ausbildung, wobei pro Untersuchungsraum eine repräsentative Stichprobe ausgewählt wird. Speziell will die Untersuchung auf folgende Aspekte eingehen: Arbeitsbereiche, Verhältnis zwischen Tätigkeit und Qualifikationsniveau des Arbeitnehmers, Zeitraum zwischen Ausbildungsende und erster Anstellung, arbeitsvertragliche Situation (Art des Anstellungsverhältnisses) bzw. andere Problembereiche.

2. Datenanalyse und Vergleich des erhobenen Zahlenmaterials zwischen den einzelnen untersuchten Regionen (Alto Bellunese, Südtiroler Pustertal und Osttirol).

3. Überprüfung, ob die jungen Menschen nach Abschluss der Ausbildung wieder in die Gebirgsregionen zurückkehren, aber auch, ob bei jenen, die aus anderen Gebieten stammen, eine Tendenz besteht, in Gebirgsregionen auszuwandern, um dort zu leben und zu arbeiten („neue Bergbewohner“).

4. Feststellung der Eigenwahrnehmung bei jungen Arbeitnehmern hinsichtlich der Arbeitschancen und der allgemeinen Lebensqualität in den Gebirgsregionen mittels Interviews mit offenen Antwortmöglichkeiten.

Hier geht es zum Online-Fragebogen

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