Christine Baur: Vorerst ist Durchreiseplatz vom Tisch

Landesrätin erklärte in Leisach die Gründe für das vorläufige Aus für „Roma-Lagerplatz“.

Nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Gemeinde Leisach, verkündete Landesrätin Christine Baur vor zahlreichen Journalisten das Aus des Durchreiseplatzes. Auch der ORF drehte für sein Format "Am Schauplatz". Fotos: Dolomitenstadt/Egger
Nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Gemeinde Leisach verkündete Landesrätin Christine Baur vor zahlreichen Journalisten das Aus für den Durchreiseplatz. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Bereits vor Jahren setzte sich Christine Baur – damals als Abgeordnete – mit Anträgen im Tiroler Landtag für einen „Durchreiseplatz für fahrende Völker“ in Tirol ein. Die bestehenden Anlagen in Linz und Braunau am Inn dienten dabei als Vorbild. Nach ihrer Bestellung zur Soziallandesrätin im vergangenen Jahr sah die gelernte Juristin die Chancen für das Projekt steigen. Mit David Holzer meldete sich zudem ein Grundeigentümer aus Leisach in Osttirol, der einen Platz zur Verfügung stellen wollte.

Das mediale Interesse "am Schauplatz Leisach" ist groß, der ORF wird dem Thema einen Beitrag in seinem Dokuformat widmen.
Das mediale Interesse „am Schauplatz Leisach“ ist groß, der ORF wird dem Thema einen Beitrag in seinem Dokuformat widmen.

Am 23. Mai musste die grüne Landesrätin beim Lokalaugenschein auf der angebotenen Wiese in Leisach/Burgfrieden jedoch aus zwei Gründen das „vorläufige Aus“ für das Projekt einräumen: Zum einen ist gerade ein Raumordnungskonzept für die Gemeinde Leisach in Ausarbeitung. Bis es fertig ist, gilt ein Widmungsstopp. Mindestdauer: Ein bis zwei Jahre. „Der zweite große Punkt sind die Kosten. Die Landesbaudirektion Tirol hat den Aufwand für die Erdbewegungsmaßnahmen auf knapp eine Million Euro eingeschätzt“, so die Soziallandesrätin. Zusätzlich würden Kosten von rund 300.000 Euro für Sanitäranlagen anfallen.

Insgesamt war ein Durchreiseplatz in einer Größenordnung von 5.000 Quadratmetern geplant. Dieses Grundstück erdbautechnisch so zu verändern, würde laut Landesbaudirektion knapp eine Million Euro kosten.Insgesamt war ein Durchreiseplatz in einer Größenordnung von 5.000 Quadratmetern geplant. Dieses Grundstück erdbautechnisch so zu verändern, würde laut Landesbaudirektion knapp eine Million Euro kosten.
Der Durchreiseplatz sollte rund 5.000 Quadratmeter groß werden. Das Grundstück für Dauercamping zu adaptieren, würde laut Landesbaudirektion knapp eine Million Euro kosten.

„Am liebsten wäre mir, wir hätten schon seit gestern einen solchen Platz“, glaubt Baur weiterhin an das Projekt. Nun wird seitens des Landes der Bezirk Kufstein anvisiert. Ein Durchreiseplatz für fahrende Völker ist allerdings auch in Osttirol nicht vom Tisch. „Das Pustertal und das Drautal sind sehr gut für eine solche Anlage geeignet – Vorschläge sind jederzeit willkommen“, erklärt Baur.

David Holzer will gibt den fahrenden Völkern auch in Zukunft die Chance auf seinen Grundstücken zu campieren, auch ohne eigens dafür errichtete Anlage.
David Holzer will den fahrenden Völkern auch in Zukunft die Chance bieten, auf seinen Grundstücken zu campieren –  auch ohne eigens dafür errichtete Anlage.

Auch für Grundeigentümer David Holzer, der Baur den Platz angeboten hat, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: „Ich werde Durchreisende weiterhin auf meinem Grundstück campieren lassen, auch ohne einen eigens dafür geschaffenen Platz.“ Die aus Innsbruck angereiste Landesrätin bedankte sich abschließend für die Zivilcourage Holzers und gestand Fehler in ihrer Kommunikationspolitik ein: „Man hätte die Bevölkerung früher einbeziehen sollen.“ Bei einem Treffen mit den Verantwortlichen der Gemeinde Leisach führte Baur kurz vor dem Lokalaugenschein ein „sachliches Gespräch“ – das Ergebnis: „Keine der beiden Seiten sollte jetzt Öl ins Feuer gießen.“

Die Landesrätin im Originalton:

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2 Postings bisher
bergfex vor 3 Jahren

@Leonhard, muss man "mutig" sein , wenn man das vermeintlich grosse Geld sieht, ohne grössere Anstrengung zu verdienen ?

Christine Bauer mit Volklore-Gewand bei der Besichtigung......????

Leonhard vor 3 Jahren

Es ist sehr beruhigend, dass es in Osttirol derart mutige und engagierte Menschen wie Herrn Holzer gibt, die sich trauen, für eine Sache einzustehen, obwohl sie dafür mit viel Widerstand und Anfeindungen konfrontiert sind. Wirklich beachtlich diese Zivilcourage - ich freue mich und ziehe meinen Hut.