Verdacht auf Schwarzarbeit bei Loacker-Baustelle

Großrazzia der Finanzpolizei in Heinfels. Der Waffelhersteller bezieht Stellung.

Beitragsbild-Loacker
Rund 70 Millionen investiert der Südtiroler Waffelhersteller Loacker in sein Werk in Heinfels. Foto: Florian Wiedemayr

Wie der ORF Tirol berichtete, sollen auf der Großbaustelle der Firma Loacker in Heinfels Bauarbeiter ohne Papiere und zu Niedrigstpreisen beschäftigt worden sein. Der Südtiroler Waffelhersteller mit Sitz am Ritten, baut derzeit ein neues Werk um rund 70 Millionen Euro. Vor einigen Tagen führte die Finanzpolizei eine Großrazzia auf der Baustelle durch. „Es haben Kontrollen stattgefunden, allfällige Anzeigen werden jetzt an die BH Lienz weitergeleitet“, bestätigte Thomas Wörgötter, Regionaler Leiter der Finanzpolizei West gegenüber Dolomitenstadt. „Eine Finanzpolizei ist bei jedem Finanzamt stationiert, es muss aber nicht sein, dass das Team des Standortes Lienz/Kitzbühel die Kontrollen durchgeführt hat“, so Wörgötter.

Für Schalungsarbeiten sollen Spezialarbeiter aus Portugal, sogenannte „Eisenbieger“ am Werk gewesen sein. Laut ORF seien die Bauarbeiter mit 600 Euro im Monat abgespeist worden.

Bauaufträge seien nur an anerkannte Unternehmen aus Österreich und Südtirol vergeben worden, heißt es dazu in einer offiziellen Stellungnahme des Unternehmens, die dolomitenstadt.at auf Anfrage zugesandt wurde: „Entsprechend toleriert Loacker auch keine illegale Beschäftigung auf der Baustelle zur Errichtung des neuen Werks.“ Das Unternehmen sei bislang von den Behörden nicht kontaktiert worden, auch eine Nachfrage bei der Finanzpolizei habe keine Erkenntnisse gebracht. „Nach unserem Wissensstand gibt es keine illegal Beschäftigten auf der Baustelle. Wir wissen lediglich von einem Innsbrucker Subunternehmen, das portugiesische Mitarbeiter beschäftigt“, erklärt Loacker-Unternehmenssprecher Hans-Peter Dejakum.

Die vollständige Stellungnahme der Firma Loacker zum Download

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

5 Postings bisher
raimatt vor 4 Jahren

Klar wird hier wie bei den meisten Projekten, egal ob groß oder klein, das Billigstanbieter Verfahren gewählt!! Die Firma Loaker wird nicht eine Teurere Firma nehmen wenn es die andere billiger hinbekommt!! Bei solchen Baustellen in der Größenordnung und dem strengen Zeitplan hätte auch eine Osttiroler Baufirma auf Subunternehmer nicht verzichtet!! Denn ich kenn keine Baufirma in Osttirol die so ein Projekt zu 100% mit dem eigenen Fachpersonal hinbekommen würde ... Besonders die oben genannten Spezialkräfte aus Portugal, die Eisenbieger!! Man brauch ja nur mal bei den normalen Bauprojekten schauen, die Eisenbieger kommen fast immer von einem Subunternehmer, den das is genau so eine arbeit für die sich ein österreicher zu schade ist!! Da kommt dann der Spruch,"für des Geld moch i de Orbeit nit"!! Eisenbieger sind meist ungelernte Arbeiter die einen Knochenjob bewältigen und die nicht nur auf der Baustelle bei der Firma Loaker nein auch auf fast jeder anderen Baustellen von Subunternehmen ausgefürht wird und natürlich dann auch von zimmlich vielen nicht österreichischen EU-Bürgern verrrichtet wird, der Chef des Unternehmen kümmert sich um die Papiere, Wohnung, Essen usw. und die Männer arbeiten! In meinen Augen ist das die moderne Sklaverei, die vom Staat und besonders von der EU gefördert und geduldet wird!!

Ferdi vor 4 Jahren

Sollten Personen ohne Anmeldung bzw. zu Dumpinglöhnen beschäftigt worden sein, dann sollte eine eventuelle Förderung des Projektes gestoppt und rückgefordert werden, weil wieso sollen wir eine Arbeitsplatzverlagerung die gegen alle Bestimmungen verstößt mit unserem Steuergeld mitbezahlen. Die Fa. Loacker kann sich ja bei der Baufirma schadlos halten. Das eine mittelgroße Baufirma ein Projekt in dieser Größe mit dem engen Zeitrahmen nur sehr schwer stemmen kann, wenn diese Fa. auch noch andere Baustellen laufen hat, dass hätte auch der Fa. Loacker bewusst sein müssen. Und da ist es klar dass da Arbeiter aus allen Ländern kommen und die Gefahr groß, dass es zu Unregelmäßigkeiten kommt. Die Finanzpolizei war ja nicht das erstemal auf der Baustelle, so dass der Loackerführung auch bewußt sein muss, dass diese jederzeit wieder auftauchen kann und kann die Fa.Loacker Vorkehrungen treffen um Schwarzarbeit zu vermeiden.

osttirol20 vor 4 Jahren

wie die südtiroler eben sind - geschäftlich die gleiche mentalität wie die restlichen italiener

beobachter52 vor 4 Jahren

Nichts gegen die Fa. Loacker, ein anerkannt sozialer und dienstnehmerfreundlicher Betrieb! Wahrscheinlich haben sie die Vergabe der Bauarbeiten gar nicht selber entschieden, sondern ein Generalunternehmer, ein Planungsbüro, ein Architektenbüro. Es ehrt die Firma auch, dass sie sich in ihrer Reaktion nicht auf solche berufen, sondern als Auftraggeber zur Sache stehen. Aber - es ist schon verwunderlich, wenn Betriebe, die (zu Recht) von Gemeinde, Land und Bund hohe Förderungen oder Sonderkonditionen und Nachlässe erhalten, weil sie auch mit der Schaffung von Arbeitsplätzen in Osttirol argumentieren, wenn diese also einen Hauptteil der Arbeiten (Baumeister ...) nicht an heimische Firmen (die es in Osttirol genug und mit bester Qualität gibt und die dringend Auftrage brauchen würden) vergeben. Wahrscheinlich waren die Südtiroler Firmen Billigstbieter, wie ich die Fa. Loacker einschätze, mit gar nicht kleinem Unterschied. Dafür gäbe es zwei mögliche Gründe: Die Osttiroler haben zu hoch gepockert und nicht mit der "ausländischen" Konkurrenz gerechnet - oder die Billigstbieter haben mit billigen, nicht angemeldeten Portugiesischen Arbeitern "gerechnet" ...

bergfex vor 4 Jahren

Verdacht auf Schwarzarbeit bei Loacker-Baustelle

Hier wird falsch angedeutet. Und zwar gehört die Baufirma angeführt und nicht der Auftraggeber, der kann, glaube ich, nichts dafür. Wenn es eine Südtiroler Firma betrifft, gehört es hier dezidiert angeführt , um nicht einen falschen Verdacht aufkommen zu lassen.