Direktzug-Befürworter trafen sich in Lienz

„Verein zur Förderung der Mobilität in Osttirol“ glaubt an Wiedereinführung der Verbindung.

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Rund 30 Menschen diskutierten im Grand Hotel über die Situation der Osttiroler Mobilität. Im Vordergrund stand die Verbindung in die Landeshauptstadt Innsbruck. Fotos: Dolomitenstadt/Egger

Der Sillianer Architekt Wolfgang Mayr, Obmann des „Vereins zur Förderung der Mobilität in Osttirol“ lud gemeinsam mit der Firma Rodlauer, ein Marktforschungsinstitut mit dem Schwerpunkt „Barrierefreiheit“ am Freitag, 13. Juni, zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema “von Osttirol nach Innsbruck und zurück”.

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Wolfgang Mayr ist der Obmann des „Vereins zur Förderung der Mobilität in Osttirol“. Der Verein ist bereits gegründet, nächste Woche treffen sich die Mitglieder zur ersten Versammlung.

Rund 30 Teilnehmer folgten der Einladung – promoted wurde das Event unter anderem vom Vorwärts-Landtagsabgeordneten Sepp Schett. Neben ihm nahmen auch der FPÖ-Funktionär Sepp Oblasser und der ÖGB-Regionalvorsitzende Willi Lackner an der Veranstaltung teil. Das restliche Teilnehmerfeld bestand vorwiegend aus Pensionisten. Die Veranstalter, vor allem Mayr, warteten vergebens auf Vertreter der Regierungsparteien. „Die Anwesenheit von Vertretern der ÖVP und den Grünen hätte Sinn gemacht“, so der Tenor der Veranstalter.

Am Vormittag teilten sich die Anwesenden in drei verschiedene Gruppen auf, in der sie das Thema „Direktzug Lienz-Innsbruck“ durchdiskutierten. Am Nachmittag folgte dann die gemeinsame Präsentation. Die Forderungen gegenüber der Landesregierung bleiben die gleichen, welche man schon seit Monaten von den Oppositionsparteien kennt. Die Anwesenden waren sich einig, dass der Korridorzug so schnell wie möglich wieder auf Schiene gebracht werden soll, am besten drei Mal pro Tag. Der Zeitplan ist allerdings knapp – die Frist zur Bestellung der Züge endet am 30. Juni. Gelingt es bis dahin nicht, die Entscheidungsträger, allen voran die Grüne Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe von einer Direktzug-Lösung zu überzeugen, gibt es auch 2015 keine Möglichkeit, auf der Schiene ohne Umsteigen in die Landeshauptstadt zu gelangen.

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Willi Lackner denkt daran, mit gezielten Protestaktionen die Landesregierung auf die Probleme der derzeitigen Busverbindung in puncto Komfort und Barrierefreiheit aufmerksam zu machen.

Willi Lackner stellte auch die Möglichkeit in den Raum, mit gezielten Protestaktionen ein Zeichen zu setzen. „Wir sollten einfach einmal fünf Rollstuhlfahrer oder fünf Mütter mit Kinderwägen an eine Haltestelle stellen – was macht der Busfahrer dann?“, so der Gewerkschafter. „Die heutige Veranstaltung ist ein klarer Auftrag – wir müssen den Entscheidungsträgern klar machen, dass wir eine vernünftige öffentliche Verkehrseinrichtung wollen“, resümierte Schett.

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Reinhard Rodlauer wurde vom neu gegründeten Verein mit einer Studie beauftragt. Diese soll als Grundlage für die Gespräche mit der Grünen Landesrätin Felipe dienen.

Welche Bedürfnisse die Osttiroler haben, soll die Firma Rodlauer nun in einer Studie herausfinden. Dafür greift die Wiener Agentur auch auf Ergebnisse der bereits bestehenden Umfragen des VVT zurück. Wer die Untersuchung zahlt, wollte uns der Vereinsobmann Mayr nicht verraten: „Es gibt einen Großspender, er will allerdings nicht genannt werden.“

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14 Postings bisher
osttiroler-in

Lieber? Suedtiroler!

Jetzt probier ich es noch ein letztes mal. Die Zug- bzw. Busverbindung sollte für Osttiroler sein, die in ihre Landeshauptstadt fahren wollen. (Bin mir sicher, wenn es Züge mit gratis WLAN und Lodensitze gäbe, hätten wir auch nichts dagegen) Warum der Bus in Bruneck nicht hält, ist vermutlich wieder mal eine politische Sache, euer Ärger diesbezüglich auch nachvollziehbar. Ob sich die Situation ändern würde, wenn wir bei Kärnten wären, wage ich zu bezweifeln. Also! Nicht, wie beim ersten Kommentar, wild darauf losmaulen, sondern an den richtigen Stellen platzieren.

fb

Die Bahnverbindung basierte auf Verträgen, die offensichtlich weder von Südtiroler wie auch von Nordtiroler Seite nicht eingehalten wurden.

Der Bus ist nun eine neue Sache, und allein schon wegen Fahrkartenverrechnung kann ich mir vorstellen, dass es besser ist, dieser Bus fährt halt durch. Und - finde Bruneck auch eine schöne Stdt, jetzt mit weniger Abgasbelastung, da der Bus aussen vorbei fährt :-)

Suedtiroler

Ich finde es anmassend nicht in Bruneck (der wichtigsten Stadt im Pustertal) nicht zu halten.

osttiroler-in

Lieber? Suedtiroler!

Wo liegt dann das Problem? Wenn die FLIRT Züge für euch ok sind, verstehe ich nicht, wozu es eine Erklärung braucht, weshalb der Bus in Bruneck nicht stehen bleibt. Ich bin weder Befürworter noch Gegner der Zugverbindung. Ich "gurke" eigentlich ganz passabel über den Felbertauern, und wenn ich mal über Südtirol fahre ist es mit eigentlich egal ob mit Zug oder Bus. Ich finde es nur anmaßend uns Osttiroler nach Kärnten zu "verjagen". Also bitte vorher nachdenken und nicht immer alle über einen Kamm scheren. DANKE

Suedtiroler

Liebes osttiroler-in, Viel Spass beim übern Berg gurcken.

Ich fahre derweil mit unseren top ausgestatten FLIRT Zügen! Bis jetzt konnte mir noch keiner so richtig erklären wieso der Bus nicht in Bruneck anhalten kann!

osttiroler-in

Lieber? Suedtiroler! Bitte das nächste mal in ganzen, verständlichen Sätzen schreiben. Habe den Sinn deines Kommentares leider nicht ganz verstanden. Einzig die Frage, wie wir sonst nach Innsbruck -in UNSERE Landeshauptstadt- kommen, kann ich dir beantworten. Über den Felbertauern. Vielleicht ein wenig umständlicher, aber auf jeden Fall machbar.

fb

@suedtiroler: einfach Thema verfehlt!

Suedtiroler

Liebe Osttiroler, wenn euch der Direktbus so passt dann können wir ja die Strasse abschliessen schauen wie ihr dann nach Innsbruck kommt, wir können ja auch nicht in den Bus einsteigen. Wieso seids nicht bei Kärnten, euchkönnten sie gebrauchen, Wissts eh lieber Landstreicher als... So ein Witz wir fahren mit unseren FLIRT mit gratis WLAN und Lodensitzen zu euch und was ist der Dank???

oaschtadio

bin auf heimaturlaub und habe die diskussion um die zugverbindung lienz - in insre londeshauptstodt und wieda zruck wenn ma will - verfolgt ,...einfach beschämend , ...siehe nur für welche sinnlosprojekte geld in tirol und österreich verinvestiert wurde und noch immer wird ...ich wünsche den train-warriors viel erfolg ! ...ein dreifaches oaschtadio !

nanny

@ T.H. Wenn das Hörensagen von sehr guten Freunden und Bekannten stammt - dann hat es Wahrheitsgehalt. Da brauch ich mich nicht täglich 4mal zusätzlich überzeugen lassen. Und Umsteigen müssen - ebenso ein Problem für Mütter+Kleinkinder, Behinderte, Ältere. Und sich dann am Bahnsteig bei zackigen Minusgraden die Füße vertreten zu dürfen - auch nicht jedermanns Sache. Und die Randverkehrsverbindung - die brauchts wohl, wenn jemand Termine in Innsbruck wahrzunehmen hat. Ist halt doch eine entsprechende Entfernung, ca. 180 km (Innsbruck - Reutte etwas mehr als die Hälfte davon, nur so als Ergänzung).

Thomas Haidenberger

Vielleicht fragt einmal jemand - nur wegen der Benachteiligung Osttirols - wie viele Direktzüge es jemals von Reutte - immerhin auch Bezirkshauptort - nach nnsbruck gegeben hat.

Vielleicht überlegt sich jemand, was ab dem kommenden Dezember besser sein wird: je ein Direktzug am Tagesrand, oder eine stündliche Anbindung an eine Internationale Hauptstrecke, eine zweistündige Takt-Verbindung nach Innsbruck - zugegeben mit einem erforderlichen Umsteigen in Franzensfeste. Mensch könnte sich ja auch beim Umsteigen die Beine vertreten.

Vielleicht überlegt jemand, ob die prophezeiten Verspätungen nicht auch auf einer Bahnstrecke eintreten können - soll schon vorgekommen sein! An Samstagen in der Hauptreisezeit ist es sogar durchaus wahrscheinlich, aber meines Wissens gibt es am Samstag weder an der Klinik, noch bei Behörden oder anderen institutionen in der Landeshaüptstadt Termine. Reiseplanung könnte ein gangbarer Ausweg sein.

Dass auch im Südtiroler Pustertal bemerkt wird, dass eine gute Verbindung nach Innsbruck wichtig wäre, kommt schon ein wenig spät. Solange die Möglichkeit bestand, das auf Kosten anderer zu haben, war ja alles "eitel Wonne". Seit dem EU-Beitritt gab es nämlich keinen "Korridorzug" im alten Sinn mehr. Immerhin 18 Jahre lang haben die Republik Österreich und das Land Tirol dafür bezahlt, dass das Südtiroler Pustetrtal eine Direktverbindung nach Innsbruck hatte. Satte 18 Jahre hätten die Verantwortlichen, von den Ministerien (Außen-, Verkehr- usw.) über die Landespolitik bis zu den ÖBB Zeit gehabt, diese Einseitigkeit bei der Bezahlung zu ändern. Vermutlich - aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung - würde es den Direktzug noch geben, wenn irgendwann in den letzten 18 Jahren jemand auf die Idee gekommen wäre, die Kosten für die DIrektverbindung entsprechend aufzuteilen. Möglicherweise hätten gerade jene, die jetzt am lautesten schimpfen, die besten Gelegenheiten dafür gehabt.

@ nanny Vom "Hörensagen" Übernommenes war immer schon die wichtigste Zutat in der Gerüchteküche. Es gibt täglich viermal die Gelegenheit, sich ein persönliches Urteil zu bilden.

lego

Mich würde interessieren was die ÖBB machen würde wenn plötzlich fünf Rollstuhlfahrer oder fünf Mütter mit Kinderwägen am Gleis warten? Natürlich bieten beide Möglichkeiten - wie so vieles - Vor- und auch Nachteile. Aber die Diskussion über dieses Thema in den letzten Wochen erinnert eher an eine politische Positionierung als an eine sachliche Diskussion. Ich bin gespannt welche Ergebnisse die Studie zu Tage bringen wird und hoffe auf Objektivität (jedoch bereits fraglich wenn sie von einem anonymen "Großspender" in Auftrag gegeben wurde..)

Ich wäre sowieso für einen Ausbau des Flughafens Nikolsdorfes für Airbus-Maschinen. Vielleicht würden sich dann auch mehr Leute für das Theme Mobilität interessieren und nicht nur wenige Politiker, die sich offenbar profilieren wollen ;)

nanny

Also "roland", jeder kann seine Meinung haben, natürlich. Ich bin nicht in einer Zug-Befürwortergruppe, ganz einfach, weil ich kaum mit Öffis nach Innsbruck muß. Aber ich habe mir erzählen lassen (und ich habe lebhaftes Geschimpfe auch vernommen!): - im Zug kann man unterwegs aufstehen, sich die Füße vertreten, - im Zug kann man das gewisse Örtchen ohne Probleme aufsuchen (älter Menschen brauchen das), - man kommt wesentlich leichter mit Kleinkindern zurecht, - bei vollem Bus im Obergeschoß schaukelt es ganz schön, - und das "Raumklima" ist auch sehr unterschiedlich. Mit einem Wort: es ist einfach bequemer im Zug als eingequetscht in einemn Bus, vor allem für Ältere, Behinderte und Kinder. Und was bei lebhaftem Sommerverkehr mit der Pünktlichkeit passieren wird - das ist ja noch abzuwarten.

roland

Ich mag keine öffentlichen Kommentare abgeben. Aber jetzt platzt mir langsam endgültig der Kragen. Und ich schreib das nur, um nicht einer lautstarken Minderheit allein die Öffentlichkeit zu überlassen (verfolgt man die Medienberichte, gewinnt man den Eindruck, als wäre ganz Osttirol gegen den Direktbus und für den Direktzug - eine unglaubliche Verzerrung). Da ist endlich einmal eine Verbindung gegeben, mit der ich in weniger als 3 Stunden in Innsbruck bin - und es wird dagegen Stimmung gemacht, als wäre das die ultimative Katastrophe. Diese Minderheit schreit jetzt: nein, wir wollen lieber eine dreiviertel Stunde länger mit dem Zug nach Innsbruck bummeln. Ich nutze meist den Direktbus gerne, meitens die Morgen-Verbindung um 5:35 - und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin damit. Und ich will mir diese Verbindung, mit der ich endlich das Gefühl habe, der Welt außerhalb Osttirols endlich ein bisschen näher gerückt zu sein, nicht von ein paar Zugfreaks nehmen lassen. Ich weiß nicht, welche Interessen die vertreten, meine jedenfalls nicht - und es ist Zeit, sich gegen diese Nostalgiker zur Wehr zu setzen. Versteht mich nicht falsch: bitte, wenn das euer Hobby ist, dann kämpft halt um einen Direktzug, der sich quälend langsam nach Innsbruck bewegt - aber hört auf, den Direktbus schlecht zu machen. Den will ich mir nicht nehmen lassen! Und was ich von den Mitreisenden bei diesen Busreisen höre, sind die eigentlich auch recht zufrieden.