Rapid Lienz gewinnt und hat doch verloren

TSU Matrei schießt sich in den letzten 45 Meisterschaftsminuten in die Relegation.

Der Ball beim Rapidspiel hatte WM-Design, Tore gab's auch. Die Stimmung konnte vor spärlicher Zuschauerkulisse aber nicht mithalten. Fotos: Brunner
Der Ball beim Rapidspiel hatte WM-Design, Tore gab's auch. Die Stimmung konnte vor spärlicher Zuschauerkulisse aber nicht mithalten. Foto: Brunner Images

Abseits der WM gab's an diesem Wochenende auch Hochspannung auf heimischen Fußballplätzen. Erst in der letzten Runde der laufenden Meisterschaft wurde entschieden, ob Rapid Lienz oder der USC Matrei um die „Relegation“, sprich um ein Leiberl in der Landesliga spielen darf. Zur Ausgangslage: Die Union Matrei lag vor der letzten Runde einen Zähler vor Rapid Lienz und musste auswärts gegen den FC Mölltal zumindest gleich viele Punkte machen, wie Rapid Lienz beim Heimspiel gegen den SC Reichenau. Dolomitenstadt war auf beiden Plätzen, hier das Geschehen im Zeitraffer:

18:00 Uhr Dolomitenstadion Lienz: Die beiden Mannschaften betreten vor einer spärlichen Zuschauerkulisse das Feld. Und es dauert nur zwei Minuten ehe die Hausherren Grund zum Jubeln haben. Dominik Müller setzt Christopher Korber ideal ein und der Goalgetter in den Reihen der Grünweißen netzt zum 1:0 ein. Damit schieben sich die Dolomitenstädter vorerst an den Matreiern vorbei.

18:00 Uhr Sportplatz FC Mölltal: Die Iseltaler wollen unbedingt bestplatzierter Osttiroler Verein in der Unterliga bleiben und starten sehr engagiert und druckvoll in das Spiel gegen den FC Mölltal.

18:10 Uhr: Rapid Lienz geht mit 2:0 in Führung. Nach Zuspiel von Markus Stocker tanzt Christopher Korber zwei Verteidiger aus, sieht den in der Mitte lauernden Dominik Hanser und dieser hat wenig Mühe den Ball zum 2:0 ins leere Tor einzuschieben.

18:13 Uhr: Matrei schlägt zurück. Nach einer Standardsituation steht Daniel Steiner am langen Eck frei und schießt zum viel umjubelten 1:0 für die Iseltaler ein. Zu diesem Zeitpunkt rücken die Matreier wieder auf den 2. Platz vor.

18:15 Uhr: Im Dolomitenstadion bahnt sich ein Schützenfest an. Nach einem Freistoß springt der Ball zu Christopher Korber, dieser legt sich das Leder im WM-Design auf seinen stärkeren linken Fuß und hämmert zum 3:0 in die Maschen. Nur wenig später gelingt den Gästen aus Reichenau nach einem zu kurz ausgefallenen Rückpass von Stefan Karre durch Florian Kogler der Anschlusstreffer zum 3:1. Doch die Rapidler geben weiter Gas und der junge Florian Neumeister stellt in der 34. Minute auf 3:1. Nur sechs Minuten später legt der Youngster im grünweißen Dress für den besser postierten Christopher Korber auf und der erhöht mit seinem dritten Treffer in diesem Spiel auf 5:1. Es war zugleich der 24. Saisontreffer des Lienzer Topscorers.

Schauplatzwechsel ins Mölltal: Nach dem Führungstreffer haben die Matreier noch tolle Möglichkeiten auf die frühzeitige Vorentscheidung, können diese aber nicht nützen. Und das Sprichwort „Tore die man nicht schießt, bekommt man“ bewahrheitet sich kurz vor dem Pausenpfiff. Gernot Glantschnig verwertet praktisch die erste Chance der Mölltaler zum 1:1 Ausgleich.

Zur Halbzeit haben die Lienzer noch die Nase vorn und einen Fuß in der Tür zum Aufstieg in die Kärntner Landesliga. Foto: Brunner Images
Zur Halbzeit haben die Lienzer noch die Nase vorn und einen Fuß in der Tür zum Aufstieg in die Kärntner Landesliga. Foto: Brunner Images

Somit ergab sich vor der zweiten Halbzeit folgende Tabellenkonstellation: 2. Rapid Lienz 60 Punkte 3. Matrei 59 Punkte!

In der Pause wurde im Lienzer Dolomitenstadion Trainer Bernhard Hanser vom Vorstand und den Spielern verabschiedet. Aber war es wirklich das letzte Spiel für den Rapid Lienz Coach? Diese Frage sollten die zweiten 45 Minuten beantworten.

19:08 Uhr: In Obervellach liegen sich die Matreier Spieler jubelnd in den Armen. Daniel Kofler hatte soeben nach Zuspiel von Mario Kleinlercher das hochverdiente 2:1 für die Iseltaler erzielt und damit seine Mannschaft wieder auf den 2. Platz geschossen.

19:10 Uhr: Aus einem Tumult vor dem Reichenauer Tor gelingt Markus Stocker das 6:1 für Rapid Lienz.

19:19 Uhr: Dies dürfte die Vorentscheidung gewesen sein. Mario „Macho“ Kleinlercher erhöht nach toller Einzelleistung auf 3:1 für die Union Matrei. Somit haben die Osttiroler binnen weniger Minuten das Spiel zu ihren Gunsten gedreht und die vielen Chancen, die man noch in der ersten Halbzeit liegen gelassen hatte, auch in Tore umgemünzt.

Schauplatzwechsel nach Lienz: Inzwischen ist das Ergebnis aus Obervellach zu den Rapid-Spielern durchgedrungen. Die Hanser-Elf bleibt zwar weiter tonangebend, in den Offensivaktionen fehlt aber die letzte Entschlossenheit. Dennoch eine vor allem in der ersten Halbzeit tolle Leistung der gesamten Mannschaft.

19:36 Uhr: Rene Scheiber, der Torjäger der Matreier, sorgt mit einem Doppelschlag binnen sechs Minuten für den schlussendlich doch noch klaren 5:1 Erfolg. Zuerst verwertet er einen Handselfmeter und in der 87. Minute sorgt er mit seinem 19. Saisontreffer aus einem Freistoß für den Endstand.

Somit haben sich die Iseltaler für die Relegation qualifiziert. Gegner ist der FC St. Michael/Lavanttal. Das erste Spiel findet am Mittwoch, 18.Juni, im Matreier Tauernstadion statt, das Rückspiel steigt am Samstag, 21. Juni 2014, in St. Michael/Lav. Eine genaue Vorschau auf diese Spiele folgt in Kürze auf dolomitenstadt.at. Hier die Tabelle der Unterliga-Meisterschaft.

Wer zuletzt lacht … Die Matreier haben es geschafft!
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