Fußball: Matrei verpasst den Aufstieg knapp

1:1 Remis in der Nachspielzeit gegen St. Michael/Lavanttal.

Im zweiten Relegationsspiel um den Aufstieg in die Kärntnerliga mussten die Iseltaler auswärts in St. Michael/Lavanttal auf den gesperrten Daniel Kofler, den privat verhinderten Daniel Steiner und die erkrankten Walter Martin und Martin Holzer verzichten. Bei den Hausherren fehlte der im ersten Spiel in Matrei ausgeschlossene Hans Peter Jöbstl. Nach der 1:2 Niederlage im Hinspiel war für die Iseltaler ein Sieg Pflicht, außerdem musste man für den Aufstieg zumindest zwei Tore erzielen.

Das Spiel war keine drei Minuten alt, ehe die Osttiroler bereits zu ihrer ersten großen Chance kamen. Jakob Lukasser überhob St. Michael-Keeper Christoph Holzer, doch der Lupfer ging haarscharf am Pfosten vorbei. Danach kamen die Lavanttaler, begünstigt durch viele Fehlpässe der Matreier im Mittelfeld, immer besser ins Spiel. Angetrieben von den knapp 600 Besuchern auf dem Sportplatz in St. Michael wollten die Hausherren unbedingt den erlösenden Führungstreffer erzielen, doch Markus Hubmann und Arno Rupp konnten die sich bietenden Möglichkeiten nicht in Treffer ummünzen. Und zudem hatte Matrei-Schlussmann Benedict Unterwurzacher – wie schon im Hinspiel am Mittwoch – einen sehr starken Tag erwischt.

Nach dem Seitenwechsel fanden die Osttiroler gleich von Beginn an den Rhythmus und spürten ihre Chance im Kampf um den Aufstieg. Die Hausherren wurden immer nervöser und wirkten in ihren Aktionen teilweise wie gelähmt. Dann kam die 63. Minute und die Spannung in diesem Aufstiegskampf erreichte den Siedepunkt. Nach Zuspiel von Lukas Brugger nahm Rene Scheiber das Leder an, lupfte den Ball über die Schulter eines gegnerisches Verteidigers und Mario Kleinlercher knallte das Leder volley ins rechte Eck zum 0:1 in die Maschen.

Dieser Treffer gab den Iseltalern nun einen gewaltigen Schub an Selbstvertrauen, während sich bei den Hausherren nun die Nervosität noch mehr bemerkbar machte.

Die Lavanttaler versuchten nun die Defensive zu verstärken und ihr Heil in schnellen Konterangriffen zu suchen. Matrei Keeper Benedict Unterwurzacher wurde aber in dieser Phase nie richtig auf die Probe gestellt. Dann zeigte die Spieluhr im Stadion des FC St. Michael/Lavanttal die 90. Minute an. Sie wird den Iseltalern wohl noch einige Zeit in Erinnerung bleiben.

Er schoss das einzige Matreier Tor und hätte in der Schlussminute beinahe alles klar gemacht: Mario Kleinlercher.
Er schoss das einzige Matreier Tor und hätte in der Schlussminute beinahe alles klar gemacht: Mario Kleinlercher.

Raphael Hatzer tankte sich auf der Seite durch, legte den Ball ideal quer zur Mitte, doch Mario Kleinlercher kam an der zweiten Stange um den Bruchteil einer Sekunde zu spät. Es wäre höchstwahrscheinlich der Matchball für die Union Matrei gewesen.

In der Nachspielzeit gelang den Hausherren durch den kurz zuvor eingewechselten Jakob Riegler, Sohn des WAC Präsidenten Dietmar Riegler, per Kopf der Ausgleichstreffer zum 1:1 und der Jubel in St. Michael/Lavanttal kannte keine Grenzen mehr.

Ein überglücklicher Armin Feldbacher, Sektionsleiter des FC St. Michael/Lavanttal meinte nach dem Aufstieg: „Es wurde heute noch einmal ziemlich eng und ich muss den Matreiern ein Kompliment für ihre Leistung machen. Wir werden auch in der Kärntner Liga unseren Weg mit jungen Spielern weitergehen und uns, da ein paar Routiniers aufhören, gezielt verstärken. Außerdem möchten wir die gute Zusammenarbeit mit dem WAC weiter fortführen. Ich bedanke mich bei Dolomitenstadt.at für die tolle Berichterstattung von diesen beiden Relegationsspielen.“

Ein Bild mit Symbolcharakter. Der Grundstein für den Aufstieg von St. Michael wurde schon beim Hinspiel in Matrei gelegt. Daniel Karl Oberländer (FC St. Michael) und Rene Scheiber (Union Matrei). Fotos: Expa/JFK
Ein Bild mit Symbolcharakter. Der Grundstein für den Aufstieg von St. Michael wurde schon beim Hinspiel in Matrei gelegt. Daniel Karl Oberländer (FC St. Michael) und Rene Scheiber (Union Matrei). Fotos: Expa/JFK

Auch Union Matrei Sektionsleiter Peter Hans Köll zeigte sich nach dem Schlusspfiff nicht unzufrieden: „Gratulation an die gesamte Mannschaft die trotz der vielen Ausfälle heute einen großartigen Kampf geliefert hat und mit etwas Glück sogar den Aufstieg hätte schaffen können. Entscheidend war, dass wir uns im ersten Spiel nicht richtig auf den Gegner einstellen konnten, weil wir die Lavanttaler überhaupt nicht kannten und sie uns mit ihrem aggressiven Forechecking etwas überrascht haben. Eine entscheidende Situation war auch der Ausschluss von Daniel Kofler beim Hinspiel beim Stand von 1:1, denn sogar sein Gegenspieler hat nach dem Spiel gesagt, dass er Kofler getroffen hätte und es sicherlich keine Schwalbe war. Aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und die Leistungen in einer großartigen Saison. Bei allen Fans möchte ich mich für die tolle Unterstützung bedanken.“

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